Acht Gamer/Office-Mäuse im Vergleich


Erschienen: 26.12.2005, Autor: Jochen Schembera
Raptor-Gaming M2

Kommen wir nun zum letzten Kandidaten unseres Roundups. Dabei haben wir die M2-Maus des Herstellers Raptor-Gaming unter die Lupe genommen. Die Raptor M2 stellt die Weiterentwicklung der ebenfalls von Raptor-Gaming produzierten M1 dar. Die M2 ist eine reine Rechtshändermaus wie auch der überwiegende Teil unseres Testfeldes. Allerdings fällt sie durch eine etwas ungewöhnliche Formgebung auf. Doch dazu später mehr. Zunächst wollen wir uns den Lieferumfang ansehen.

Lieferumfang
  • Raptor M2-Maus
  • Schnellinstallationsanleitung
  • Treiber-CD
  • 2 zusätzliche Gewichte (10 gr. + 20 gr.)
  • 2 Sets zusätzliche Mausgleiter
Der Maus werden eine ganze Menge Beigaben mitgegeben, was den Käufer natürlich freut. Eine nette Geste sind in jedem Fall die zusätzlichen Mausgleiter, denn früher oder später sind diese verschlissen. Insofern ist es schön, dass der Hersteller von sich aus Ersatz beilegt, denn üblich ist das leider nicht. Geliefert wird das Ganze in einer aufwändigen Alu-Box – das macht natürlich deutlich mehr her als die herkömmlichen Pappverpackungen.

Nimmt man die Maus aus der Verpackung, fällt als erstes die etwas ungewöhnliche Form auf. So ist sie das einzige Gerät, das auf der rechten Seite einen Flügel zur Ablage des Zeige- und Ringfingers bietet. Der Sinn dieser Maßnahme liegt darin, dass die Finger nicht über das Maus-Pad gleiten und somit die Reibung reduziert wird. Insgesamt liegt das Gerät gut in der Hand, auch wenn dieser Flügel etwas gewöhnungsbedürftig ist. Insgesamt bietet die M2 laut Hersteller acht Tasten, von denen allerdings vier dem Rad zugeschlagen werden müssen, da dieses ähnlich wie bei Microsofts Wireless 6000 und Logitechs G5 bzw. G7 als Vier-Wege-Rad mit Klickfunktion ausgeführt ist. Dementsprechend finden sich auf der linken Seite zwei Daumentasten und auf der Oberseite der Maus eine Taste zur Auflösungsverstellung. Das Rad lässt sich etwas schwer drücken, aber die beiden Haupttasten sind gut erreichbar und arbeiten definiert – lediglich die Taste hinter dem Rad ist etwas ungeschickt zu erreichen. Dieses Manko hatten wir so ähnlich auch bei der Logitech MX 518 festgestellt. Mit der Taste für die Auflösungsverstellung können die dpi-Raten 400, 600, 800, 1000, 1200, 1600, 2000 und 2400 abgerufen werden. Das geht auch über die Software, auf die wir weiter unten eingehen wollen. Gefallen kann auch die sog. "Soft-Touch"-Oberfläche, durch die sich Raptor angenehm und rutschsicher greift. Insgesamt geht die Verarbeitung in Ordnung, auch wenn andere Modelle unseres Tests hier doch ein wenig besser gearbeitet sind.

In Spielen verhält sich die M2 recht unauffällig, denn bis zu einem interpolierten Wert von 1600 dpi arbeiten optische Mäuse hinsichtlich der Abtastung so gut wie identisch. Bei höheren Werten wie etwa 2400 dpi fallen die Indifferenzen des interpolierten Wertes eher auf, da die Maus doch etwas ungleichmäßig arbeitet. Dies stört zwar weniger, da das Spielen mit über 2000 dpi ohnehin mit fast keiner Maus möglich ist, aber dennoch ist es etwas ärgerlich, wenn mit derartigen Verkaufsargumenten gearbeitet wird, denn der Kunde weiß das in aller Regel nicht.

Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass man die Maus nicht ohne weiteres umsetzen kann, weil sie dazu neigt, aus der Hand zu rutschen. Dies rührt natürlich von der Formgebung her, denn hier ist die M2 einfach anders gebaut, als man das von anderen ergonomischen Mäusen kennt. Dennoch kann sie hinsichtlich des Bedienungskomforts durchaus punkten. Erwähnenswert ist in jedem Fall aber, dass die M2 mittels Zusatzgewichten an die Bedürfnisse des jeweiligen Spielers angepasst werden kann. Hier stehen Gewichte von 10 und 20 Gramm zur Verfügung, die unter der hinteren Abdeckung der Maus angebracht und mittels einer Schraube befestigt werden. Man kann allerdings jeweils nur ein Gewicht verbauen. Somit ist das Gesamtgewicht der Maus zwischen 110 und 130 Gramm variabel. Hier bewegt sie sich also im Bereich der MX 518. Allerdings ist die Lösung mittels einsteckbarer Gewichtskassette, wie sie bei der G5 vorzufinden ist, praktikabler.

Die Software

Der Treiber ist schnell installiert und der Anschluss der Maus verläuft ohne Probleme. Das Fenster des Treibers ist klar strukturiert aufgebaut und die wesentlichen Funktionen sind in übersichtlichen Tabs untergebracht. Allerdings liegt der Treiber nur in englischer Sprache vor, ebenso das Online-Handbuch. Hier findet man zwar alle wesentlichen Erklärungen, doch würde man sich wünschen, dass die Hersteller sich mit ihren Dokumentationen etwas mehr Mühe geben. Dieses Manko zieht sich aber fast durch unsere gesamte getestete Modellpalette. Eine löbliche Ausnahme bildet hier in der Tat nur die Razer Pro v1.6.

Man kann den Tasten der Maus eine umfangreiche Palette an Funktionen zuweisen, was soweit gut funktioniert. Darüber hinaus soll es möglich sein, das Rad in seiner Eigenschaft als Multifunktionsschalter mit bis zu acht Makros zu belegen. Wie das zu bewerkstelligen ist, bleibt allerdings unklar, denn der Treiber weigerte sich hartnäckig, eine Zuweisung von uns anzunehmen. Wir haben dies denn auch nach einigen Versuchen eingestellt, denn wie bereits bei der MX 518 gilt: Es kann eigentlich nicht sein, dass man inzwischen sogar bei Mäusen stundenlange Fehlersuche betreiben muss und in der Dokumentation auch keine Aufklärung über den Fehler erfährt. Zudem ist die Anleitung der M2 in einem grauenhaften Englisch verfasst und derart kurz, dass man auch nach der Lektüre nicht wesentlich schlauer ist.

Das Rad fungiert u.a als sog. Application-Wheel – ihm kann man bis zu acht Anwendungen zuweisen, die mittels des Rades ausgewählt und durch einen Klick aktiviert werden können. Die Makros sollen in ähnlicher Weise zugewiesen werden können. Darüber hinaus kann das Rad mit Browserfunktionen belegt werden und anderes mehr. Die Einstellung der Auflösung kann neben der dafür vorgesehenen Taste an der Maus auch mit einem Linksklick auf das Tray-Icon vorgenommen werden. Es erscheint ein Fly-Out, mit dem diese Einstellung konfiguriert werden kann. Ein recht nettes Feature ist die Möglichkeit, einer der Tasten eine Dauerfeuerfunktion zuweisen zu können. Das macht in den meisten Spielen zwar keinen Sinn, aber es erinnert doch an manche Joysticks der achtziger Jahre, die eine derartige Funktion zu bieten hatten. Insofern ist hier etwas Nostalgie erlaubt. Insgesamt kann der Treiber als relativ gelungen bezeichnet werden, denn alle Funktionen sind recht übersichtlich angeordnet.



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