Feinste Sensorik? Die Razer Lachesis Maus


Erschienen: 06.01.2008, Autor: Jochen Schembera
Lieferumfang

Razer liefert neben der Treiber-CD und dem Echtheitszertifikat auch eine Kurzanleitung sowie ein recht ausführliches Handbuch mit.

  • Razer Lachesis Laser Maus (nur USB!)
  • Kurzdokumentation
  • Aufkleber
  • Echtheitszertifikat
  • Treiber-CD
Ausstattung

Bei der Lachesis fällt nach dem Auspacken als Erstes auf, dass sich die Formgebung der Razer-Mäuse inzwischen gewaltig gewandelt hat. Dominierten bei dem kalifornischen Hersteller vor ca. zweieinhalb Jahren überwiegend konventionelle Bauformen, etwa bei der Copperhead oder der Diamondback, so ist die Formgebung inzwischen konsequent ergonomisch. Die Lachesis wandelt allerdings auch das neue Razer-Konzept wiederum ab, indem die beiden Haupttasten nach vorne hin recht breit auslaufen. Das erinnert vage an die Boomslang, allerdings fällt diese nochmals deutlich breiter aus.

Neben der Maus finden wir eine ganze Menge Papier im Karton: So sind außer einer Treiber-CD und einer Kurzanleitung auch ein Echtheitszertifikat, ein recht ausführliches Handbuch, zwei Aufkleber und diverse Prospekte beigegeben. Ob diese Masse an Papier sein muss, ist strittig, andererseits ist man derartiges von Razer nicht anders gewöhnt. Die Lachesis erinnert in einigen Punkten an die Death Adder: So bietet sie eine Oberschale, die mit einer Gummierung versehen ist, wie wir sie auch von anderen Razer-Modellen kennen. Das verhindert ein Abrutschen von der Maus zuverlässig. Wie mittlerweile üblich, sind auch bei der Lachesis die beiden Haupttasten Bestandteil der Oberschale, so dass sich eine geschlossene Oberfläche ergibt. Die Haupttasten sind mit Kuhlen versehen, in denen die Finger abgelegt werden können. Zwischen den beiden Haupttasten sitzt das Rad, das wie von Razer gewohnt recht präzise gerastert ist. Zusätzlich fungiert es als dritte Taste. Hinter dem Rad sitzen die beiden Tasten für die Änderung der dpi-Zahl. Laut Razer ist man hier dem Wunsch der Kunden gefolgt, für diese Funktion gesonderte Tasten bereitzustellen, wie sie andere Hersteller bereits länger bieten. Das Fehlen dieser Tasten war auch einer der offenkundigen Kritikpunkte an der Death Adder gewesen. Zu guter Letzt bietet die Oberschale noch ein blau pulsierendes Razer-Logo, das das jeweils gewählte Profil durch ein Blinksignal während des Umschaltens mit der Profil-Taste auf der Unterseite der Maus anzeigt. Zur Funktion der Profile und der Schnellumschaltung kommen wir jedoch weiter unten.

Die Lachesis kommt mit einer völlig anderen Formgebung als gewohnt daher.

Die Unterschale besteht aus schwarz glänzendem Kunststoff und bietet eine recht starke Taillierung, die allerdings auch den breit auslaufenden Haupttasten geschuldet ist. Seitlich in der Unterschale sitzen rechts und links jeweils zwei gummierte Daumentasten, die allerdings kleiner und flacher ausfallen, als das etwa bei der Death Adder der Fall war. Warum Razer diesen Rückschritt getan hat, ist unklar, zumal diese Tasten bei der Lachesis keineswegs so definiert funktionieren wie bei der Death Adder. Die auf der jeweils gegenüberliegenden Seite angeordneten Tasten sind auf Grund der Anordnung ohnehin nur sehr bedingt brauchbar, denn abhängig davon, ob man Rechts- oder Linkshänder ist, lassen sich maximal sieben der neun Tasten nutzen. Im Bereich unterhalb dieser Tasten läuft die Unterschale nochmals stark nach innen; allerdings hat das weder auf die Funktion noch das Handling einen Einfluss. Sämtliche Tasten der Maus können in einem weiten Bereich frei belegt werden. So kann man den Tasten beispielsweise vordefinierte Funktionen zuweisen, die Schnellumstellung der Sensivität auf eine der Tasten legen, Makros zuweisen, die Profilumschaltung damit erledigen u.a.m.

Auf der Unterseite der Maus befindet sich auch die Taste, mit der die Profile ohne Treiber umgeschaltet werden können. Die Idee ist, dass man der Maus mittels des Treibers verschiedene Hardware-Profile zuweisen und diese dann an einem anderen Rechner aufrufen kann, ohne dass ein Treiber installiert sein muss. Dieses als Razer Synapse bekannte Feature kennen wir so auch bereits von der Copperhead oder anderen Mäusen. Die Apspeicherung der Profile wird durch den 32 kb-Onboard-Speicher ermöglicht. Weitere bekannte Features sind die Always-on Funktion, bei der die Maus nicht in den Standby-Modus wechselt und die 16 Bit-Datenübertragung. So weit, so bekannt.

Die Lachesis bietet eine recht gewöhnungsbedürftige Ergonomie, mit der sicherlich nicht jeder zurecht kommt.

Eine wirkliche Neuerung findet sich allerdings beim verbauten Sensor. Hier kommt ein Lasersensor zum Einsatz, der satte 4000 dpi bei einer Abtastgeschwindigkeit von bis zu 100 ips (inches per second) bieten soll. Der Vorteil soll laut Razer darin liegen, dass die höhere Abtastleistung die Maus präziser mache und es dabei unerheblich sei, ob man eine hohe oder niedrige Sensivität der Maus bevorzuge. Somit kämen also alle Spieler unabhängig von ihren Vorlieben hinsichtlich der Mauseinstellung auf ihre Kosten. Darüber hinaus wirbt der Hersteller mit einem niedrigen Lift-off-Abstand des Sensors, der, sobald die Maus zu weit vom Pad weg ist, automatisch stoppt. Das soll beim Umsetzen der Maus verhindern, dass der Mauszeiger weiterwandert - ein bekannter und unangenehmer Effekt in Spielen.

Insgesamt kann sich die Ausstattung der Maus also sehen lassen. Die Ergonomie ist allerdings gewöhnungsbedürftig und bleibt hinter der der Death Adder deutlich zurück, aber dazu später mehr. Die Lachesis muss natürlich sowohl in Spielen als auch Anwendungen zeigen, was sie wirklich kann, denn beeindruckende Daten auf dem Papier sagen noch nichts über die Praxis aus.

Funktion

Im Rahmen unserer Funktionstests prüfen wir bei Mäusen zweierlei: Erstens müssen sie in Anwendungen zeigen, was sie können, auch wenn es sich um Gaming-Mäuse handelt, denn kaum jemand kauft verschiedene Mäuse für verschiedene Einsatzzwecke. Zweitens werden insbesondere Gaming-Mäuse in diversen Spielen auf Herz und Nieren geprüft, denn in dem ihnen zugedachten Einsatzbereich gibt es gewisse Erwartungen, die man stellen kann.

Die Lachesis in der Frontansicht.

Bei der Lachesis hatten wir von Anfang an das Gefühl, dass das Handling hinter anderen Mäusen des kalifornischen Herstellers zurück bleibt. Die Lachesis griff sich nie so gut und angenehm wie etwa die Death Adder oder die Diamonback 3G. Was Razer dazu bewogen hat, die sehr gute Ergonomie der Death Adder in diese Richtung zu verändern, kann nur gemutmaßt werden. Durch die breite Fläche der beiden Haupttasten hatten wir jedenfalls immer das Gefühl, die Maus schlechter im Griff und unter Kontrolle zu haben als etwa die Death Adder.

In Anwendungen offenbarte sich das Problem, dass man sich bedingt durch die Bauform stark umstellen muss, denn man hat einfach das Gefühl, dass der Mauszeiger sich nicht so eindeutig dirigieren lässt wie von anderen Mäusen gewohnt. Zudem stellten wir fest, dass der Mauszeiger ab und an zum Springen neigte. Woher das rührt, konnten wir allerdings nicht feststellen. Insgesamt lassen sich mit der Lachesis alle anfallenden Aufgaben des Alltagsbetriebes erledigen, aber der 4000 dpi-Sensor machte sich dabei nicht über die Maßen positiv bemerkbar. Im Desktop-Betrieb muss man ihn ohnehin stark drosseln, denn sonst ist die Geschwindigkeit des Zeigers einfach zu hoch. Jedenfalls hatten wir bei der Lachesis einige Schwierigkeiten hinsichtlich des Handlings.

Interessanter sind dagegen die Spieletests gewesen, denn hier war die Lachesis unserer Auffassung nach sehr gewöhnungsbedürftig. Für diese Tests haben wir auf einen Parcours bewährter Spiele zurückgegriffen, die wir standardmäßig für solche Aufgaben nehmen. Die Kandidaten waren diesmal Bioshock, der brandneue Shooter Crysis sowie Quake III Arena, das sich auf Grund der extrem hohen Spielgeschwindigkeit immer noch sehr gut eignet, um die Beschleunigung einer Maus zu testen. Damit bleiben wir auch in dem Bereich, den Razer der Lachesis zugedacht hat: First Person Shooter.

Alles in allem hatten wir mit der Lachesis etwas Schwierigkeiten, denn weder wollte ein richtiger Spielfluss aufkommen, noch fanden wir auf Anhieb eine Sensoreinstellung, mit der wir wirklich zufrieden waren. Am Besten kamen wir bei unserem bevorzugten Spielstil mit relativ hoher Beschleunigung entweder mit der Einstellung 2000 dpi bei einer Sensivität von 9,0 oder einer Auflösung von 4000 dpi bei einer Sensivität von 4,5 zurecht. Das zeigt, dass das Upgrade auf 4000 dpi nicht zwingend nötig war. Das jemand mit 4000 dpi und voller Sensivität spielt, ist zwar möglich, aber vermutlich wenig sinnvoll, denn dann genügen kleinste Mausbewegungen, damit der Zeiger über den halben Bildschirm wandert. Positiv zu vermerken ist allerdings der geringe Lift-off-Abstand, denn dieses Feature konnte überzeugen.


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