Für Gamer: Raptor-Gaming K1, P3 und P4


Erschienen: 05.03.2006, Autor: Tobias Siemssen
Raptor-Gaming K1

Lieferumfang
  • Raptor-Gaming K1
  • Schnellinstallationsanleitung
  • Acht Leuchttasten
  • Acht Tastenklemmen
  • Knopfabzieher
Technische Daten
  • Material: Kunststoff
  • Farbe: Schwarz
  • Tastenanzahl: 105
  • Sondertasten: Nein
  • Sonstiges: 2x USB 1.1
Praxistest

Das Raptor-Gaming K1 wurde in Zusammenarbeit mit Cherry, einem relativ renomierten Unternehmen im Bereich der Mainstreamtastaturen, entwickelt und hergestellt. So fällt es im Vergleich zu anderen Tastaturen eher schmal aus und passt sich dem vom Cherry gewohnten Design an. Es gibt weder Sondertasten noch eine Handablage. Auch liegen alle Tasten sehr eng beieinander. Von der Optik her erregt das K1 keine große Aufmerksamkeit, da es von Weitem wie ein handelsübliches Keyboard aussieht, wie sie der Markt fast in unendlichem Maße anbietet. Lediglich der Schriftzug „Raptor-Gaming“, oben rechts in der Ecke, hebt das K1 am Tage hervor.

Im Dunkeln sieht es schon wieder ganz anders aus, da man beliebig Tasten gegen Leuchttasten austauschen kann. Den größten Vorteil gegenüber einer normalen Tastatur bringt dieses so genannte Austauschverfahren auf LAN-Partys, da die Räume für gewöhnlich abgedunkelt werden. Für einen normalen Ego-Shooter tauscht man also zum Beispiel mit dem extra hierfür mitgelieferten „Knopfabzieher“ die Tasten W,A,S,D,E,R,F aus. Es sind insgesamt acht Leuchttasten mit zwölfstündiger Leuchtdauer mitgeliefert, welche einem im Dunkeln die Sicht bzw. Orientierung erleichtern. Eine weitere Auffälligkeit bei Dunkelheit ist das grelle Leuchten der blauen Statuslampen. Dieses grelle Leuchten stört leider ein bisschen, da es gerade im Dunkeln ziemlich ins Auge sticht und teilweise sogar blendet. Abhilfe schafft hier simples Überkleben, oder für technisch begabte das Austauschen der Lampen. Da Raptor-Gaming auf das Hinzufügen von Extratasten leider verzichtete, spendierte die Firma dem K1 aber zwei USB-Anschlüsse an der Rückseite der Tastatur. Durch dieses Extra hat Raptor-Gaming zwar nicht das Rad neu erfunden, allerdings ist es mehr als hilfreich, zwei weitere USB-Anschlüsse an der Tastatur zu haben, da so das Bücken oder gar das Kriechen hinter den Rechner erspart wird. Bedingung, dass das K1 auch als USB-Hub fungieren kann ist, dass man es nicht per Adapter an einen PS/2-Slot anschließt, sondern direkt an USB.

Wenn man das K1 zum ersten Mal benutzt, wird man wohl als erstes die nah beieinander liegenden Tasten kritisieren. Sollte man im Zehnfingersystem schreiben, so kommt es anfangs sehr häufig vor, dass man sich verschreibt bzw. eben zwei Tasten auf einmal betätigt. Nach einiger Zeit der Eingewöhnung findet man allerdings Gefallen daran, denn es ist so in der Tat möglich schneller zu schreiben, als mit gewöhnlichen Tastaturen. Und wenn man sich täglich mit dem K1 beschäftigt, was für die Zielgruppe, nämlich überwiegend Gamer, kein Problem darstellen sollte, so möchte man das K1 nicht mehr hergeben. Hierzu trägt mit Sicherheit auch der etwas gewöhnungsbedürftige Tastenanschlag bei. Dieser ist etwas härter als bei Standardtastaturen, aber der Pressweg bis zum Erscheinen eines Buchstaben ist kürzer. So kann man die Tasten voll durchdrücken, was ca. einen halben Zentimeter ausmacht, oder man berührt sie nur kurz - der Effekt bleibt hier identisch. Ersteres kommt häufig bei aggresivem und/oder hektischem Spielen vor.

Eine weitere Zusatzfunktion die Raptor-Gaming dem K1 mit auf den Weg gegeben hat, ist das Sperren von Tasten. Manchen Gamern ist es mit Sicherheit schon aufgefallen, dass man häufiger als man es eigentlich will, die Windowstaste drückt, was zur Folge hat, dass man aus dem Spiel gelangt bzw. für kurze Zeit handlungsunfähig ist. Dieses kann nun nicht mehr vorkommen, wenn man einfach die Taste, die man zu häufig ungewollt betätig, sperrt. Hierzu nimmt man die ober- oder unterliegende Taste mittels des Knopfabziehers raus und steckt eine von ebenfalls acht mitgelieferten Klemmen unter die gewünschte Taste. Von nun an kann diese Taste erst wieder betätigt werden, wenn die Klemme entfernt worden ist.

Beim Abziehen der Tasten erhält man ebenfalls einen Blick ins Innere der Tastatur und somit auch auf die Verarbeitung. Hier muss man ein Lob an Cherry und Raptor-Gaming aussprechen, denn es sind keinerlei „Schlampereien“ festzustellen und die Verarbeitung ist sehr sauber und ordentlich.

Da das K1 die Standard USB-Treiber für Keyboards benutzt und auch als solches erkannt wird, werden von Raptor-Gaming auch keinerlei Treiber mitgeliefert. Die Installation ist also denkbar einfach: Anschließen, fertig! Allerdings empfiehlt es sich immer das Windows XP Service Pack 2 zu installieren, da es bei früheren Versionen zu Konflikten der USB-Treiber kommen kann, da diese teilweise veraltet oder gar nicht vorhanden sind. Das größte Manko dieser Tastatur stellt allerdings der Preis dar, denn sie kostet rund 100 Euro, was nur für eine Tastatur schon ein ziemlicher Happen ist! Wir haben uns sehr lange Gedanken darüber gemacht, ob dieser recht hohe Preis gerechtfertigt ist, denn auch wenn man „Gold-Crosspoint“-Kontakte zur Erhöhung der Datenübertragung verwendet, sollte man für eine Tastatur dieser Art im humanen Bereich bleiben. Auch wenn das K1 in allen Kriterien betreffend des Gamings punkten und mit Sicherheit als eines der einzigen „Gaming-Keyboards“ bezeichnet werden kann, gibt es beim Preis/Leistungsverhältnis ganz klar Abstriche. Für solch einen hohen Preis hätte man durchaus noch ein paar weitere Extras erwarten dürfen!


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