Links außen: Logitech MX 610 Left-Hand


Erschienen: 08.08.2006, Autor: Jochen Schembera
Lieferumfang
  • Logitech MX 610 Left-Hand Cordless Laser-Maus
  • Treiber-CD mit SetPoint-Software
  • 2,4 GHz USB-Empfänger
  • USB- / PS2-Adapter
  • 2x AA-Batterie
  • Dokumentation
Ausstattung

Mit der Logitech MX 610 Left-Hand haben wir eine Maus vor uns, die hinsichtlich ihrer Ausstattung und Funktion eher ein Kandidat für den Office-Betrieb ist. So wird sie auch von Logitech beworben. Angesichts der Funktionen und des Handlings ist das konsequent, aber natürlich werden wir sie auch in einigen Spielen testen, denn kaum jemand kauft sich verschiedene Mäuse für die jeweiligen Einsatzbereiche.

Der von Logitech empfohlene Verkaufpreis von 54,99 Euro macht die Maus nicht gerade zu einem Schnäppchen, scheint aber gerechtfertigt, wenn man die gebotene Ausstattung und Qualität bedenkt. Zudem gewährt Logitech auf das Gerät eine Garantie von fünf Jahren. Heutzutage ist das eine ganze Menge. Die Maus kommt in einer ansprechenden silber-schwarzen Farbgebung und liegt damit im Trend, denn im PC-Bereich überwiegen nach langen Jahren des Einheitsgraus nun diese Farben. Der Mauskörper ist aus mattschwarzem Kunststoff gefertigt, die nahtlos integrierten Haupttasten dagegen silberfarben lackiert. Das sieht stimmig und ansprechend aus.

Ohnehin keinen Grund zur Klage bieten die insgesamt 10 Tasten, die mit der von Logitech gewohnten (und inzwischen wohl auch vorausgesetzten) Präzision arbeiten. Rechte und linke Taste arbeiten sauber und definiert, das Vier-Wege-Rad zum Scrollen in Dokumenten oder auf Webseiten kann wie schon bei der G5 und G7 voll überzeugen. Allerdings sind die Raststufen vergleichsweise sanft gehalten, aber dennoch deutlich zu spüren. Eine Umstellung gegenüber bisherigen Benutzungsgewohnheiten dürfte jedoch die Masse an zusätzlichen Tasten sein, die eine breite Palette an Funktionen zugänglich macht. Wir finden neben dem Vier-Wege-Rad auf der rechten Seite zwei Navigationstasten für den Browser und auf der Oberseite rechts drei Tasten zur Lautstärkeregelung und Stummschaltung sowie zwei etwas abgesetzte und beleuchtete Tasten für ein Email- und ein Messaging-Programm. Eine LED auf der Oberseite gibt Auskunft über den Ladezustand der Batterien. Alle Tasten lassen sich weitgehend frei belegen. Dazu jedoch weiter unten mehr.

Die MX 610 unterscheidet sich hinsichtlich ihrer Formgebung deutlich von der G5.

Ergonomisch gesehen hat Logitech mit der MX 610 Left-Hand keinen Fehler gemacht. Man findet hinsichtlich der Formgebung zwar deutliche Unterschiede zu aktuellen Modellen wie der G5 oder G7, aber das Handling bleibt dennoch sehr angenehm. Die Maus bietet eine bequeme Auflagefläche für die Hand, der Daumen liegt in einer angenehm geformten Kuhle. Insgesamt ist der Mauskörper v.a. auf der Daumenseite allerdings stärker tailliert als seine Gaming-Pendants.
Alle Tasten sind gut erreichbar, allerdings muss man zur Erreichung der Lautstärkeregelung einen relativ langen Zeigefinger haben, da die Tasten doch recht weit vorne sitzen. Insgesamt stellt dies allerdings kein Problem dar. Das Gewicht der Maus fällt mit 141 Gramm incl. Batterien nicht gerade mager aus, bewegt sich aber im üblichen Rahmen für diese Geräteklasse. Logitech hat die Gleitflächen der Maus relativ klein gehalten, so dass ihre Gleitfähigkeit gegenüber einer G5 doch etwas abfällt. Im Office-Bereich stört das kaum, bei Spielen merkt man die etwas trägere Reaktion zuweilen.

Die MX 610 arbeitet mit einem Laser-Sensor, der auf den meisten Oberflächen (abgesehen von Spiegeln und Glas) problemlos funktionieren sollte. Auf unserem Testpad, dem Everglide Titan, machte die Maus durchweg keine Probleme. Die optische Auflösung des Sensors beträgt laut Logitech 800 dpi. Darüber hinaus gehende Angaben zum verbauten Sensormodell können wir allerdings nicht geben. Insgesamt arbeitet der Sensor unauffällig und bietet keinen Anlass zur Klage.

Etwas ratlos lässt uns jedoch der eigentlich über jeden Zweifel erhabene 2,4 GHz-Empfänger zurück, der bei unserem damaligen G7-Test einen herausragenden Eindruck hinterließ. Nachdem wir den Empfänger auf der Rückseite unseres Testrechners eingesteckt hatten, wurde sofort ein USB-Receiver erkannt. Die Verbindung zur Maus stand nach kurzer Zeit. Dann begannen allerdings die Schwierigkeiten. Während der Testphase kam es immer wieder zum kurzzeitigen Signalabriss zwischen Maus und Empfänger. Das resultierte in einem springenden Mauszeiger, wodurch flüssiges Arbeiten teilweise unmöglich wurde. Auch der neueste SetPoint-Treiber der Versionsnummer 3.01 änderte daran nichts.
Teilweise Abhilfe konnten wir nur dadurch schaffen, dass wir den Empfänger mittels eines USB-Verlängerungskabels auf dem Tisch platzierten, so dass sich Maus und Empfänger „sehen“ konnten. Dadurch waren die Probleme annähernd verschwunden. Warum dieses Problem überhaupt auftauchte, konnte bis zum Ende des Tests leider nicht geklärt werden. Ins Stocken geriet die Maus vornehmlich dann, wenn der Rechner gerade einen Prozess abarbeitete und man gleichzeitig surfte oder ein Textverarbeitungsprogramm ausführte. Das legt den Schluss nahe, dass es sich um ein treiberseitiges Problem handelt, zumal das Problem auf zwei unterschiedlichen Testrechnern reproduzierbar war. Hier wird Logitech der Sache auf den Grund gehen müssen, denn wirklich zufrieden stellend ist das so nicht.


Funktion

Zur Funktion der Maus im Einzelnen: Die Installation stellt kein Problem dar und ist mit wenigen Handgriffen abgeschlossen. Nach dem Einlegen der Batterien und dem Anschließen des Empfängers am Rechner kann es auch schon losgehen. Die Installation des SetPoint-Treibers ist eine Sache weniger Minuten und anschließend kann die Maus nach den persönlichen Wünschen konfiguriert werden. Schön ist auch, dass die Maus mit lediglich einer Batterie auskommt, wobei man sie natürlich auch voll bestücken kann. Das bietet immerhin die Möglichkeit, die Maus in gewissen Grenzen an die persönlichen Vorlieben hinsichtlich des Gewichts anzupassen. Interessant ist die MX 610 aufgrund des sehr kleinen USB-Empfängers auch für Notebook-Besitzer, denn er entspricht in seinen Abmessungen einem herkömmlichen USB-Stick. Platzprobleme an den Notebookanschlüssen sollte es also nicht geben.

Die Tasten der Maus sind allesamt gut erreichbar und funktionieren schön definiert. Lautstärke-Regelung und Stummschaltung hinterlassen einen einwandfreien Eindruck, denn man kann im Windows Media Player problemlos damit arbeiten. Zudem werden die gewählte Lautstärke und die Stummschaltung auf dem Bildschirm mittels einer grafischen Anzeige eingeblendet. Die Navigation im Browser mittels der Vor- und Zurück-Tasten funktioniert tadellos. Auch die Tasten für das Email-Programm und den Messenger verrichten klaglos ihren Dienst. Das ist erfreulich, sorgt es doch für ein entspanntes Arbeiten.

Ohnehin spielt die MX 610 ihre Stärken im Office-Bereich voll aus. Das Arbeiten mit Text- und Bildbearbeitungsprogrammen geht flüssig und komfortabel von der Hand und das Vier-Wege-Rad ist bei der Dokumentenbearbeitung ein äußerst angenehmes Feature. In Bildbearbeitungsprogrammen macht die MX 610 durchweg eine sehr gute Figur, da präzises Arbeiten leicht möglich ist. Ein Klick auf das Rad aktiviert die Lupenfunktion und anschließend kann man mittels des Rades den gewünschten Zoom-Faktor einstellen. Gerade bei der genauen Bildbearbeitung ist das sehr nützlich. Insgesamt merkt man in Anwendungen deutlich, dass die MX 610 primär als Arbeitsgerät konzipiert wurde. Hier kann sie in allen Disziplinen voll überzeugen und muss als klare Empfehlung gelten, wenn man ein komfortables und umfangreich einstellbares Gerät möchte.

Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass die Auswahl an möglichen Programmen, die mittels der Kurztasten angesteuert werden können, etwas begrenzt ist. So werden auf Seiten der Mail-Programme Microsofts Outlook 2000, 2002 und 2003 sowie Outlook Express 6.0 und bei den Messaging-Programmen MSN Messenger 7.0, Yahoo Messenger 7.0 und der Windows Messenger 4.7 und höher unterstützt. Das ist etwas mager, wenn man bedenkt, dass dadurch beliebte Mail-Clients wie Thunderbird oder verbreitete Messenger wie Trillian oder ICQ ausgeklammert bleiben. Hier wäre es schön, wenn Logitech nachlegen und weitere Programme in den Treiber einbinden würde, denn eine freie Belegung der Kurztasten unterstützen inzwischen selbst die preiswertesten Multimedia-Tastaturen.


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