Rad ab: Genius Traveler 515 Laser im Test


Erschienen: 11.10.2007, Autor: Jochen Schembera
Lieferumfang

Genius liefert nur die notwendigsten Beigaben

  • Genius Traveler 515 Laser-Maus (USB)
  • Kurzdokumentation
  • Treiber-CD
Ausstattung

Bei der Traveler 515 Laser handelt es sich, wie der Name schon verrät, eher um eine Notebookmaus. So fällt sie mit den Maßen von ca. 105 x 55 x 30 mm (L x B x H) insgesamt natürlich etwas kleiner als ihre Desktop-Pendants aus. Dennoch spricht nichts dagegen, das Gerät auch als Desktopmaus einzusetzen. Die Maus selbst ist in den typischen derzeit im PC-Bereich vorherrschenden Schwarz-Grau-Tönen gehalten. Damit kommt sie im Gegensatz zu manch quietschbuntem Kollegen neutral daher und sollte somit zu fast jedem PC passen. Kunden, die auf optische Gesichtspunkte keinen Wert legen, dürfte das aber ohnehin egal sein.

Hinsichtlich der Formgebung erwartet uns nichts Außergewöhnliches: Die Traveler folgt einer symmetrischen Formgebung, ist somit also für Rechts- wie Linkshänder verwendbar. Der Mauskörper ist recht flach gebaut, vorne eher eckig und läuft nach hinten rund aus. Mit knapp 70 Gramm ohne Kabel haben wir ein echtes Leichtgewicht vor uns. Die Unterschale der Laser 515 ist an den Seiten rechts und links mit einer rutschfesten schwarzen Gummibeschichtung versehen, die dafür sorgt, dass sich die Maus angenehm greift. Die beiden Haupttasten sind nahtlos in die Oberschale integriert, was aber mittlerweile ohnehin Standard ist. Hinter dem Mausrad finden wir zwei zusätzliche Tasten, die sich mit verschiedenen Funktionen belegen lassen, die u.a. auch für Windows Vista optimiert sind, etwa die sog. Flip 3D-Taste, mit der man Fenster durchblättern kann. Die zweite Taste kann als Suchtaste benutzt und mit einer entsprechenden Suchmaschine belegt werden. Dazu kommen wir im Verlaufe dieses Artikels allerdings noch. Ein wenig störend ist, dass die beiden Tasten etwas klapperig eingebaut sind, aber das haben wir auch bei deutlich teureren Modellen erlebt. An Stelle des gewohnten Rades finden wir das sog. Opto-Wheel in Form einer runden Optik, die alle gängigen Funktionen eines Mausrades wie vertikalen und horizontalen Scroll in sich vereint und zudem auch als dritte Taste fungiert. Das wird allerdings nicht über den optischen Sensor realisiert, sondern hier muss man wie gewohnt drücken. Auf zusätzliche seitliche Tasten verzichten Genius allerdings.

Größenvergleich: Traveler 515 und Logitech G5

Die Traveler 515 kann hinsichtlich ihrer Ergonomie gefallen, aber dennoch muss man sich bei den Größenverhältnissen umgewöhnen, denn durch die relativ kleine Bauform hat man weniger Maus in der Hand, als von Desktop-Geräten gewohnt. Der Größenvergleich mit der Logitech G5 auf dem nebenstehenden Bild verdeutlich das. Gefallen kann auch die Gleitfreudigkeit der Traveler 515, denn sie ist mit zwei länglichen Teflongleitern versehen, die einen ruckelfreien Betrieb auf dem Mauspad ermöglichen. Freude macht das Rad als dritte Haupttaste, denn der Klick kommt ohne Verzögerung und vermittelt ein angenehmes, weiches Tastengefühl. Abgesehen von den beiden Haupttasten sind sämtliche Tasten mittels des Treibers in einem gewissen Rahmen frei programmierbar. Mit diesen Funktionen setzen wir uns im Abschnitt Treiber jedoch noch genauer auseinander. Das Kabel der Traveller 515 ist mit einer Länge von 1,70 m ausreichend bemessen und sorgt im Notebook-Betrieb dafür, dass der Kabelsalat nicht allzu groß ausfällt.

Bei der Traveler 515 kommt ein optischer 1600 dpi-Lasersensor zum Einsatz, der zwischen den Auflösungsstufen 800 dpi und 1600 dpi umschaltbar ist. Das genaue Modell des Sensors konnten wir nicht ermitteln, aber es ist auf Grund der Auflösungsstufen naheliegend, dass es sich um ein Modell von Avago handelt, wie es auch von Logitech oder Razer verbaut wird. Die Umschaltfunktion der Auflösung bei der Traveler 515 wird aktiviert, wenn man alle drei (!) Maustasten gleichzeitig drückt. Diese Funktion ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Dazu jedoch im folgenden Abschnitt mehr.

Funktion

Handschmeichler: Die Traveler 515 greift sich gut

Um es vorwegzunehmen: Das Opto-Wheel hat uns überzeugt. Es arbeitet im Wesentlichen wie ein gewohntes Mausrad, nur wesentlich komfortabler. Bewegt man den Finger in gewohnter Geschwindigkeit über den Sensor, so wird das Bild oder der Text langsam bzw. mit dem im Treiber eingestellten Zeilensprung gescrollt. Wenn man den Finger schnell über die Optik zieht, wird der sog. Turbo-Scroll aktiviert, der es ermöglicht, in schneller Geschwindigkeit über etliche Seiten zu scrollen. Die Turbo-Scroll-Funktion wird durch schnelles Blinken der blauen Beleuchtung im Sensor signalisiert. Tippt man wieder auf die Optik bzw. die mittlere Taste, interpretiert der Sensor dies als Stoppsignal. Natürlich funktioniert das Ganze in beide Richtungen. Zusätzlich ist es möglich, seitlich zu scrollen, was ebenfalls sehr leicht von der Hand geht. In diesem Punkt hatten wir bisher kein komfortableres Mausrad an einem unserer Testkandidaten. Hier kann sich auch Logitech eine Scheibe abschneiden, denn die Mechanik der MX Revolution bleibt trotz ihrer Ausgeklügeltheit hinter der Funktion des Opto-Wheel zurück. Einzig in Spielen bei der Umschaltung der Waffen ist das Opto-Wheel etwas gewöhnungsbedürftig, da man anfänglich öfter versehentlich zu weit scrollt. Man stellt sich darauf allerdings relativ schnell ein.

Wir haben die Traveler 515 natürlich in erster Linie in ein paar Anwendungen getestet, denn der Office-Bereich ist der ihr zugedachte Einsatzbereich. Allerdings kauft kaum jemand für die unterschiedlichen Einsatzzwecke verschiedene Mäuse. Daher muss die Traveler natürlich auch in ein paar Spielen zeigen, was sie kann. Das Arbeiten geht mit der Traveler gut von der Hand. Die Sensibilität der Maus ist hoch und sie meistert alle anfallenden Aufgaben der Bildbearbeitung und des Office-Betriebes klaglos. Die Ergonomie kann insgesamt gefallen, aber das verwundert nicht, denn hinsichtlich der Formgebung hat Genius alles richtig gemacht, auch wenn der Mauskörper kleiner als gewohnt ausfällt. Das sorgt dafür, dass die Maus hinsichtlich des Griffgefühls etwas unauffälliger in der Hand liegt. Insgesamt vermittelt sie ein angenehmes Arbeitsgefühl, auch wenn sich eine ergonomische Office-Maus hier auf Dauer möglicherweise besser schlagen dürfte. Echte Schwächen fanden wir bei der Traveler 515 in dieser Hinsicht jedenfalls nicht.

In Spielen macht die Traveler 515 durchgehend eine gute Figur. Die Bewegungsabläufe lassen sich präzise steuern und man kann punktgenau zielen. Man merkt diesen Effekt in Shootern sehr positiv, denn auch weiter entfernte Gegner lassen sich ruckelfrei anvisieren. Bei der Bedienung der Tasten sitzt jeder Klick und die mögliche Drehgeschwindigkeit, die man mit der Traveler 515 bei voller Beschleunigung erreichen kann, ist sehr hoch. Durch die glatten Teflonflächen steigt die Gleitfreudigkeit enorm. Jedenfalls ließen sich unsere Standardspiele für Maustests, Call of Duty 2, Quake 3 Arena und S.T.A.L.K.E.R., mit der Traveler 515 problemlos bedienen.

Die beiden großen Teflongleiter garantieren Reibungsarmut

Die Einstellung der Auflösungsänderung ist allerdings nicht gerade geschickt gelöst. Zur Bedienung dieser Funktion muss man die drei Haupttasten gleichzeitig drücken. Allerdings kann man sich nicht sicher sein, ob die geänderte Auflösung (800 bzw. 1600 dpi) korrekt angewählt wurde, denn die Maus gibt weder mittels eines optischen Signals noch einer entsprechenden Meldung durch den Treiber darüber Auskunft. In der Praxis verlangt das gleichzeitige Drücken dreier Tasten zudem auch etwas Übung. Sinnvoller wäre hier gewesen, die Verstellung der Empfindlichkeit mittels Treiber auf die mittlere Taste, also das Rad, legen zu können. So hätte man das Opto-Wheel weiterhin ganz normal zur Auswahl von Menüs in Anwendungen bzw. von Waffen in Spielen verwenden können, um dann bei einem Klick auf die Taste die Empfindlichkeit umzustellen. Möglicherweise erkennt Genius diesen Schwachpunkt und aktualisiert den Treiber entsprechend bzw. behebt diesen Umstand durch ein Firmware-Update. Zumindest sollte aber eine Funktion in den Treiber integriert werden, die Auskunft über die gewählte Auflösung gibt.


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