Cherryville: Intel SSD 520 240 GB im Test


Erschienen: 06.02.2012, Autor: Stefan Boller, Patrick von Brunn
Intel SSD 520 240 GB

Bei den Laufwerks-Familien SSD 320 (Test SSD 320 300 GB und 600 GB) und SSD 510 (Test SSD 510 120 GB) hat Intel noch auf einen eigens entwickelten Controller (SSD 320, PC29AS21BA0) bzw. auf ein Modell von Hersteller Marvell (SSD 510, 88SS9174-BKK2) gesetzt. Mit der Vorstellung des neuen Cherryville-Laufwerks der SSD 520 Serie hat man einen völlig neuen Weg eingeschlagen und setzt bei den entsprechenden Solid State Drives auf einen SandForce-Controller. Dabei handelt es sich um den auch bei der Konkurrenz sehr hoch im Kurs stehenden SandForce SF-2281, den OCZ beispielsweise auf den Laufwerken der Vertex 3 Generation verwendet (Test Vertex 3 240 GB und Vertex 3 MIOPS 240 GB). Der SF-2281 kommt dabei auch auf Intels SSD 520 mit einigen der gewohnten Features der SandForce-Controller daher. Dazu gehört auch die völlig transparent funktionierende Kompression der Daten, was für die Praxis bedeutet, dass effektiv weniger Daten physikalisch auf die NAND-Bausteine geschrieben werden müssen. Daraus resultiert dann nicht nur eine höhere Datenrate, sondern auch eine gesteigerte Lebenserwartung der Speicherchips, da weniger Schreib- bzw. Löschzyklen benötigt werden. Außerdem unterstützt der Controller eine 256 Bit starke AES (Advanced Encryption Standard) Verschlüsselung zum Schutz der eigenen Daten.

Werfen wir einen Blick auf das PCB der SSD 520 mit 240 GB: Auf der Oberseite befinden sich neben dem SATA3 SandForce-Controller (SF-2281VB1-SDC) insgesamt acht NAND-Flash-Speicher vom Typ 29F16B08CCME2. Dabei handelt es sich um 25 nm ONFi v2.2 MLC-Flash (Multi Level Cell) mit jeweils 128 Gbit Kapazität (16 GB). Weitere acht dieser NAND-Flashes finden wir auf der Unterseite der Platine, was in Summe 16 IMFT-Chips und damit 256 GB theoretische Gesamtkapazität ergibt. Da Intel nur effektiv 240 GB für den Kunden nutzbar macht, bleiben ergo 16 GB "übrig". Diesen zusätzlichen Speicher verwendet Intel für den so genannten "Over Provisioning"-Bereich, der sowohl die Paritätsdaten beinhaltet, als auch für den Ausgleich defekter Speicherzellen verwendet wird. Dadurch will Intel die Langlebigkeit der SSD 520 Laufwerke noch weiter steigern. Weitere wesentliche Komponenten finden wir auf dem PCB unseres Testprobanden nicht vor, da die SandForce-Controller typischerweise ohne externen Pufferspeicher (z.B. ein DRAM) auskommen.

TRIM gehört ebenso zum Repertoire der SSD 520 Serie. Der TRIM-Befehl ermöglicht es einem Betriebssystem der SSD mitzuteilen, dass gelöschte oder anderweitig freigewordene Blöcke nicht mehr benutzt werden. Im Normalfall vermerkt das Betriebssystem in den Verwaltungsstrukturen des Dateisystems, dass die entsprechenden Bereiche wieder für neue Daten zur Verfügung stehen; der Controller des Solid State-Laufwerks erhält diese Informationen in der Regel jedoch nicht. Durch den ATA-Befehl TRIM wird dem Laufwerk beim Löschen von Dateien mitgeteilt, dass es die davon betroffenen Blöcke als ungültig markieren kann, anstelle deren Daten weiter vorzuhalten. Die Inhalte werden nicht mehr weiter mitgeschrieben, wodurch die Schreibzugriffe auf das Laufwerk beschleunigt und zudem die Abnutzungseffekte verringert werden.

Unter die Haube gesehen: Das PCB der Intel SSD 520 mit 240 GB Speichervolumen.

Modelle und Preise

Zum Launch der neuen SSD 520 Familie bietet Intel die Laufwerke in verschiedenen Kapazitäten an, um auch unterschiedliche Preisgruppen bedienen zu können. In der Standard-Bauhöhe von 9,5 mm ist die gesamte Serie erhältlich und besteht aus Modellen mit 60, 120, 180, 240 bzw. 480 GB. Die schlanken Ausführungen mit 7 mm Bauhöhe sind ausschließlich mit 120, 180 bzw. 240 GB verfügbar. Preislich liegen die SSDs bei einer Abnahme von 1.000 Stück bei 149 (60 GB), 229 (120 GB), 369 (180 GB), 509 (240 GB) respektive 999 US-Dollar (480 GB). Die Preise für Europa bzw. Deutschland werden sich in den nächsten Tagen genauer ermitteln lassen. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschluss lag unser Testmodell mit 240 GB bei 440 Euro (Quelle: Geizhals.at, Stand: 02/2012), sollte aber noch weiter im Preis fallen. 509 US-Dollar entsprechend momentan etwa 390 Euro. Weitere Informationen auf den folgenden Seiten des Artikels.

Modell Random 4K Read Random 4K Write Seq. Read (SATA3) Seq. Write (SATA3)
60 GB 15.000 IOPS 23.000 IOPS 550 MB/s 475 MB/s
120 GB 25.000 IOPS 40.000 IOPS 550 MB/s 500 MB/s
180 GB 50.000 IOPS 60.000 IOPS 550 MB/s 520 MB/s
240 GB 50.000 IOPS 60.000 IOPS 550 MB/s 520 MB/s
480 GB 50.000 IOPS 42.000 IOPS 550 MB/s 520 MB/s

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