Kingston HyperX Predator 480 GB


Erschienen: 23.04.2016, Autor: Patrick von Brunn, Stefan Boller
Technologiewandel im NAND-Flash-Bereich
Die HyperX Predator setzt auf A19 nm TLC-NAND-Flash von Toshiba und einen Marvell 88SS9293 Controller.

Die HyperX Predator setzt auf A19 nm TLC-NAND-Flash von Toshiba und einen Marvell 88SS9293 Controller.

In den vergangenen Monaten haben viele Hersteller den Umstieg auf kleinere Strukturbreiten vollzogen und setzen vermehrt auf 20 nm Flashes, oder wie Crucial sogar bereits auf Speicher mit lediglich 16 nm Strukturbreite (siehe MX100 mit 256 oder 512 GB) oder wie die M6V von Plextor auf 15 nm MLC NAND. Dadurch wird unter anderem eine Reduktion der Herstellungskosten erzielt (verglichen mit 25 oder 32 nm). Dies wird möglich, da durch den geringeren Platzbedarf mehr Chips aus einem 300 mm Silizium-Wafer gewonnen werden können und die Produktion insgesamt (kosten)effizienter abläuft. Dadurch entstehende preisliche Vorteile kann man mehr oder weniger direkt an den Endkunden weitergeben und für eine attraktive Preisgestaltung sorgen. Auch die Verfügbarkeit ist ein direkt davon abgeleitetes Thema. Crucial kann sich dabei direkt der Technologien und dem Know-How von Mutterkonzern Micron bedienen und hat gegenüber vieler Mitbewerber, die extern zukaufen müssen, deutliche Vorteile. Intel hat als weltweit agierender Chipgigant mit eigenen Produktionsstätten ohne vielfältige Möglichkeiten. OCZ gehört seit einiger Zeit zum Toshiba-Konzern und hat dadurch ähnliche Vorzüge erhalten. Plextor bedient sich aus dem großen Angebot von Partner Toshiba.

Noch ein paar Worte zum Trend hin zu geringeren Strukturbreiten, denn wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten: Nachteilig wirkt sich die Reduktion der Strukturbreite nämlich auf die Lebenserwartung der Speicherzellen aus, denn die maximal mögliche Anzahl von Schreib- und Löschzyklen (Program/Erase-Cycles) sinkt. Während beispielsweise bei einer Vertex 3 mit 29F64G08ACME2 NAND-Flashes (25 nm) noch 5.000 P/E-Cycles im Datenblatt nachzulesen waren, muss sich der Flash der Vertex 3.20 (29F16B08CCMF3, 20 nm) mit 3.000 Zyklen begnügen – was immer noch sehr viel ist. Ziel des Shrinks ist sowohl die Kosteneinsparung als auch die verbesserte Verfügbarkeit der Chips. Heutzutage sind Flash-Speicher ein fester Bestandteil in sehr vielen elektronischen Endprodukten (Smartphones, Tablets etc.) und der entsprechend steigende Bedarf lässt sich dadurch abfangen. TLC ist eine weitere Alternative, derer sich OCZ bei der Trion 100 bedient. Toshiba bietet als starker Partner das dazugehörige Know-How, Technologien und Fertigungsstätten sowie durch entsprechend hohe Stückzahlen auch preislich attraktive Speicherchips.

Single-Level Cell (SLC) Multi-Level Cell (MLC) Triple-Level Cell (TLC)
Bits per Cell 1 2 3
P/E-Cycles 100.000 3.000-5.000 1.000-1.500
Read Time 25 µs 50 µs 75 µs
Program Time 200-300 µs 600-900 µs ~900-1350 µs
Erase Time 1,5-2 ms 3 ms ~4,5 ms

Der größte Konkurrent des 1x nm MLC im günstigen Entry-Level heißt TLC und findet unter anderem bei Samsung und nun auch bei OCZ Verwendung. TLC-Zellen (Triple-Level Cell) sind in der Lage bis zu drei Bit zu speichern, die durch acht unterschiedliche Schaltzustände abgebildet werden. Dadurch kann eine deutlich höhere Speicherdichte erreicht werden, was wiederum die Kosten für entsprechende Endprodukte sinken lässt. Durch die höhere Anzahl unterschiedlicher Spannungsniveaus (TLC: 2^3 = 8 / MLC: 2^2 = 4) sind diese Zelltypen aber auch anfälliger für die Abnutzung und letztlich den Ausfall. Genaue Informationen über die Zuverlässigkeit sind aktuell nicht verfügbar, Samsung und OCZ geben jedoch drei Jahre Garantie auf entsprechende Laufwerke und die spezifizierten TBW (Terabytes-Written) deuten auf gute Haltbarkeit der Laufwerke hin. Bei den maximal möglichen P/E-Cycles von TLC-Zellen spricht man zur Zeit von 1.000-1.500. Noch fehlen Langzeitstudien und Erfahrungswerte, da es sich um eine neue Technologie im SSD-Bereich handelt, die zudem bislang nur von sehr wenigen Herstellern in entsprechenden Endprodukten eingesetzt wird.

Modelle und Preise

Aktuell bietet Kingston die HyperX Predator-Familie in vier verschiedenen Modellen an, die über unterschiedliche Speicherkapazitäten und Interfaces verfügen. Diese Modelle fassen wahlweise 240 oder 480 GB und sind als M.2-2280 oder PCIe 2.0 x4 erhältlich. Preislich gesehen sind die reinen M.2-Varianten natürlich etwas günstiger, da die separate Adapter-Karte entfällt. Entsprechend sind diese Modelle ab 160 (240 GB) sowie 290 Euro (480 GB) erhältlich (Quelle: Geizhals.de, Stand: 04/2016). Daraus ergeben sich Preise pro Gigabyte von 67 bzw. 60 Euro-Cent. Wer zu den adaptierten Varianten greift, muss für 240 GB aktuell 180 Euro auf den Tisch legen, die 480 GB Ausführung gibt es ab 340 Euro. Damit ist vor allem die größere Ausführung deutlich teurer. Der Preis pro Gigabyte beläuft sich damit auf 75 bzw. 71 Cent.

Wie die unten stehende Tabelle zeigt, unterscheiden sich die Laufwerke nicht nur in ihrem Fassungsvermögen, sondern auch bei der resultierenden Performance. Speziell bei den Angaben der sequentiellen Übertragungsraten behält die 480 GB-Variante klar die Nase vorne. Offizielle Angaben zur Haltbarkeit macht man ebenso, wobei die Terabytes-Written (TBW) durchaus stark variieren. Passend zur hohen Geschwindigkeit der Drives, sind auch diese Angaben verhältnismäßig hoch. Weitere Informationen zu unserem Testkandidat mit 480 GB erhalten Sie auf den nun folgenden Seiten des Tests.

Modell Rand. 4K Read Rand. 4K Write Seq. Read Seq. Write Haltbarkeit
480 GB 117.000 IOPS 70.000 IOPS 1400 MB/s 1000 MB/s 882 TBW
240 GB 120.000 IOPS 78.000 IOPS 1400 MB/s 600 MB/s 415 TBW

Das M.2-2280-Modul misst lediglich 80 x 22 x 3,5 mm.

Das M.2-2280-Modul misst lediglich 80 x 22 x 3,5 mm.


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