OCZ Vector 150 SSD mit 480 GB im Praxistest


Erschienen: 21.08.2014, Autor: Stefan Boller, Patrick von Brunn
OCZ Vector 150 mit 480 GB

Schon bei der ersten Generation Vector-Drives kehrte man den bewährten Controllern von SandForce und Co. den Rücken zu und hält an diesem Kurs auch bei der aktualisierten Vector 150 Familie fest. Stattdessen forciert man weiterhin die vollständige Eigenentwicklung und verwendet Controller-Technik von Spezialist Indilinx, der seit einiger Zeit mit zu OCZ gehört. Mit dem Barefoot 3 als Herzstück der Familie beschreitet man den bereits eingeschlagenen Weg konsequent weiter und verwendet einen Controller, dessen Hard- und Software vollständig von Indilinx stammt und damit komplett In-House entwickelt wird.

Barefoot 3 basiert auf einem ARM-Cortex-Kern, der die SATA3-Schnittstelle mit 6 Gbps realisiert, sowie einem Aragon genannten Co-Prozessor. Letzterer ist ein laut OCZ speziell für SSDs optimierter Prozessor, der sich um die Anbindung des NAND-Flash-Speichers und weiterer Komponenten kümmert. Über 8 Kanäle können ONFI- und Toggle-Speicher vom Barefoot 3 angesteuert werden, die über eine zusätzliche ECC-Engine gesichert werden. Laut Datenblatt ist somit die Korrektur von bis zu 44 zufälligen Bitfehlern pro 1 KB Rohdaten möglich (28 Bitfehler bei der ersten Vector-Generation). Ein zusätzlicher DRAM-Controller dient zur Anbindung von DDR2- oder DDR3-Cache, um Lese- und Schreiboperationen entsprechend puffern zu können.

Der Barefoot 3 arbeitet dabei ohne transparente Kompression der Rohdaten. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Datenrate nicht durch den möglichen Grad der Kompression der vorliegenden Daten bestimmt wird (siehe SandForce-Controller). Diese Tatsache werden wir in unseren Benchmarks (AS SSD) auf den folgenden Seiten noch einmal separat verdeutlichen.

Block Diagramm zum Indilinx Barefoot 3.

Insgesamt 16 Speicherchips vom Typ MLC (Multi-Level Cell) sind bei unserem 480 GB Testmuster gleichmäßig auf der Vorder- und Rückseite des PCBs untergebracht. Die vom Mutterkonzern Toshiba stammenden 19 nm NAND-Flash-Speicher tragen die Bezeichnung TH58TEG8DDJBA8C und können jeweils bis 32 Gigabyte Daten fassen, was in Summe somit 512 Gigabyte Speicherkapazität ergibt. Diese stehen dem Kunden jedoch nicht vollständig für die Datenspeicherung zur Verfügung (~488 GB formatiert), da ein separater Block für "Over-Provisioning" reserviert wird – dieser dient typischerweise dem Ausgleich defekter Speicherzellen und erhöht die Lebensdauer von Solid State Drives. Dadurch kann die Vector 150 bis 50 GB Host-Writes pro Tag über einen Zeitraum von 5 Jahren garantieren. Bei der ersten Vector-Generation lag dieser Wert noch bei 20 GB. Flankiert wird der Barefoot 3 Controller (IDX500M00-BC) von einem 1 GB großen DDR3-DRAM-Cache, bestehend aus zwei einzelnen 512 MB Chips aus dem Hause Micron (D9PCH). Damit ist der Cache im Vergleich zum 120 GB Modell genau doppelt so groß.

Insgesamt 16 MLC-NAND-Speicher finden auf der Vector 150 mit 480 GB Platz.

TRIM gehört ebenso zum Repertoire der Vector-Familie. Der TRIM-Befehl ermöglicht es einem Betriebssystem der SSD mitzuteilen, dass gelöschte oder anderweitig freigewordene Blöcke nicht mehr benutzt werden. Im Normalfall vermerkt das Betriebssystem in den Verwaltungsstrukturen des Dateisystems, dass die entsprechenden Bereiche wieder für neue Daten zur Verfügung stehen; der Controller des Solid State-Laufwerks erhält diese Informationen in der Regel jedoch nicht. Durch den ATA-Befehl TRIM wird dem Laufwerk beim Löschen von Dateien mitgeteilt, dass es die davon betroffenen Blöcke als ungültig markieren kann, anstelle deren Daten weiter vorzuhalten. Die Inhalte werden nicht mehr weiter mitgeschrieben, wodurch die Schreibzugriffe auf das Laufwerk beschleunigt und zudem die Abnutzungseffekte verringert werden.


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