PCI Express Speicher: OCZ RevoDrive Hybrid


Erschienen: 16.02.2012, Autor: Stefan Boller, Patrick von Brunn
OCZ RevoDrive Hybrid mit 1 TB

Das Prinzip des RevoDrive ist keine Neuerung, da OCZ rein Flash-basierte Laufwerke für PCI Express bereits seit längerer Zeit auf dem Markt positioniert hat. Die Steckkarte fußt dabei auf dem eigens entwickelten PCIe-to-SAS SuperScale-Controller, versteckt unter einem Kühlkörper, sowie der Virtualized Controller Architecture 2.0 (VCA). Für die Anbindung der insgesamt 16 (12 auf der Unter- und 4 auf der Oberseite) asynchronen MLC-NAND-Chips (25 nm, OCZ labeled) kommen zwei herkömmliche SandForce SF-2281-Controller zum Einsatz. In Summe verbaut OCZ 128 GB Flash-Speicher auf dem Board, wovon effektiv 100 GB für das Caching der Daten verwendet werden können. Die verbleibenden 28 GB stehen für den "Over Provisioning"-Bereich zur Verfügung, um den Ausgleich defekter Speicherzellen zu ermöglichen. Gerade beim schreibintensiven Caching ist diese Reserve sehr wichtig und ist Grundlage für die Langlebigkeit des RevoDrive Hybrid mit PCI Express 2.0 x4 Schnittstelle. Außerdem unterstützt der SandForce-Controller eine wahlweise 128 oder 256 Bit starke AES (Advanced Encryption Standard) Verschlüsselung zum Schutz der eigenen Daten.

Als konventionelle HDD im Hybrid-System kommt eine Toshiba MK1059GS zum Einsatz, die mittels eines zusätzlichen Daugtherboards aufgesteckt wird und so für eine Bauhöhe von zwei Erweiterungsslots sorgt. Dabei handelt es sich im Detail um eine 1 TB Festplatte im 2,5 Zoll Formfaktor, deren einzelne Platter (Scheiben) mit 5400 Umdrehungen pro Minute drehen. Beide Laufwerke (Caching-SSD und HDD) werden über den SuperScale-Controller in einem RAID0-Verbund betrieben und sorgen für die theoretisch möglichen, hohen Datenraten von bis zu 910 MB/s lesend sowie 810 MB/s schreibend – optimale Kompression der Daten vorausgesetzt. Die maximal möglichen IOPS für das RevoDrive Hybrid gibt OCZ mit 120.000 (max. Random 4K schreibend) bzw. 65.000 (durchschn. Random 4K schreibend) an. Weitere wesentliche Komponenten finden wir auf dem PCB unseres Testprobanden nicht vor, da die SandForce-Controller typischerweise ohne externen Pufferspeicher (z.B. ein DRAM) auskommen.

Huckepack: Die HDD wird mit einer zusätzlichen Platine integriert.

TRIM gehört ebenso zum Repertoire des RevoDrive Hybrid und wird durch den SuperScale-Controller möglich. Der TRIM-Befehl ermöglicht es einem Betriebssystem der SSD mitzuteilen, dass gelöschte oder anderweitig freigewordene Blöcke nicht mehr benutzt werden. Im Normalfall vermerkt das Betriebssystem in den Verwaltungsstrukturen des Dateisystems, dass die entsprechenden Bereiche wieder für neue Daten zur Verfügung stehen; der Controller des Solid State-Laufwerks erhält diese Informationen in der Regel jedoch nicht. Durch den ATA-Befehl TRIM wird dem Laufwerk beim Löschen von Dateien mitgeteilt, dass es die davon betroffenen Blöcke als ungültig markieren kann, anstelle deren Daten weiter vorzuhalten. Die Inhalte werden nicht mehr weiter mitgeschrieben, wodurch die Schreibzugriffe auf das Laufwerk beschleunigt und zudem die Abnutzungseffekte verringert werden.

Das RevoDrive Hybrid von OCZ Technology wechselt aktuell ab etwa 380 Euro (Quelle: Geizhals.at, Stand: 02/2012) den Besitzer und ist bislang ausschließlich in der Variante mit 1000 GB HDD und 100 GB SSD erhältlich. Der Preis pro Gigabyte ist mit 0,38 Euro deutlich niedriger als der einer herkömmlichen SSD, jedoch aufgrund der höheren Komplexität auch wesentlich höher als der konventioneller HDDs. Wie sich das PCI Express 2.0 basierte RevoDrive in der Praxis schlägt, klären wir später. Weitere Informationen auf den nun folgenden Seiten des Artikels.

Auf der Rückseite ist auch noch einmal der Dataplex-Key aufgedruckt.


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