Plextor M6S SSD mit 256 GB im Test


Erschienen: 25.08.2014, Autor: Stefan Boller, Patrick von Brunn
Plextor M6S mit 256 GB

Mit der sechsten SSD-Generation verabschiedet sich Plextor von den bisher verwendeten 25 nm Micron-NAND-Flashes und springt auf den 19-nm-Zug auf. Als Controller setzt man einen 88SS9183 aus dem Hause Marvell ein, der vier Kanäle zur Anbindung der Speicherchips bereitstellt und, wie schon der 88SS9174 aus den M5S-Laufwerken, die Verschlüsselungstechnologie AES-256 und SATA bis 6 Gbps unterstützt. Die Plextor M6S erfüllt zudem die neueste SATA-Stromsparmodus Spezifikation und unterstützt den DEVSLP-Energiesparmodus. Im DEVSLP-Betrieb liegt der Stromverbrauch der M6S bei gerade mal 2 mW und die Reaktionszeit bei nur 100 Millisekunden (beides Herstellerangaben). Mehr zur Leistungsaufnahme lesen Sie ab Seite 11.

Der Marvell 88SS9183 arbeitet wie seine Vorgänger ohne transparente Kompression der Rohdaten. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Datenrate nicht durch den möglichen Grad der Kompression der vorliegenden Daten bestimmt wird (siehe SandForce-Controller). Diese Tatsache werden wir in unseren Benchmarks (AS SSD) auf den folgenden Seiten noch einmal separat verdeutlichen.

Insgesamt acht Speicherchips vom Typ MLC (Multi-Level Cell) sind bei unserem 256 GB Testmuster vollständig auf der Oberseite des PCBs untergebracht. Die von Toshiba stammenden A19 nm NAND-Flash-Speicher tragen die Bezeichnung TH58TEG8DDKTA20 (19 nm Toggle DDR 2.0) und können jeweils bis 32 Gigabyte Daten fassen, was in Summe somit 256 Gigabyte Speicherkapazität ergibt. Diese stehen dem Kunden vollständig für die Datenspeicherung zur Verfügung (~238 GB formatiert), da kein separater Block für "Over-Provisioning" reserviert wird – dieser dient typischerweise dem Ausgleich defekter Speicherzellen und erhöht die Lebensdauer von Solid State Drives. Dennoch garantiert Plextor 73 TBW (Terabytes Written) über einen Garantiezeitraum von drei Jahren. Das entspricht bis zu 66 Gigabyte Host-Writes pro Tag, was gerade im Privatbereich kaum erreicht werden dürfte. Zum Vergleich: OCZ garantiert bei einer Vector 150 bis zu 50 GB Host-Writes pro Tag über einen Zeitraum von fünf Jahren. Flankiert wird der Marvell-Controller von einem 512 MB großen Low-Power-DDR3-DRAM-Cache aus dem Hause SK hynix (H5TC4G63AFR). Der Cache ist dabei an das SSD-Modell angepasst und liegt je nach Gesamtkapazität bei 256 (128 GB), 512 (256 GB) bzw. 768 MB (512 GB).

Insgesamt 8 MLC-NAND-Speicher finden auf der M6S mit 256 GB Platz.

TRIM gehört ebenso zum Repertoire der M6S-Familie. Der TRIM-Befehl ermöglicht es einem Betriebssystem der SSD mitzuteilen, dass gelöschte oder anderweitig freigewordene Blöcke nicht mehr benutzt werden. Im Normalfall vermerkt das Betriebssystem in den Verwaltungsstrukturen des Dateisystems, dass die entsprechenden Bereiche wieder für neue Daten zur Verfügung stehen; der Controller des Solid State-Laufwerks erhält diese Informationen in der Regel jedoch nicht. Durch den ATA-Befehl TRIM wird dem Laufwerk beim Löschen von Dateien mitgeteilt, dass es die davon betroffenen Blöcke als ungültig markieren kann, anstelle deren Daten weiter vorzuhalten. Die Inhalte werden nicht mehr weiter mitgeschrieben, wodurch die Schreibzugriffe auf das Laufwerk beschleunigt und zudem die Abnutzungseffekte verringert werden.


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