Schwergewicht: Cooler Master Cosmos 1000


Erschienen: 04.11.2007, Autor: Jochen Schembera
Lieferumfang

Das Cosmos wird in einem gewaltigen Karton geliefert, was darauf schließen lässt, das unser heutiger Proband enorme Ausmaße haben wird. Dieser Eindruck bestätigt sich nach dem Auspacken denn auch. Jedenfalls muss man anerkennen, dass Cooler Master bei den Beigaben nicht kleinlich war. Neben diversen Schrauben und Kleinteilen in einer hochwertigen Alu-Box, einer sehr ausführlichen und gut bebilderten Anleitung sowie selbstklebenden Kabelschellen und Lüftern gehört sogar solides Montagewerkzeug zum Lieferumfang.

Üppig: Der Lieferumfang des Cosmos kann sich sehen lassen.

  • Cooler Master Cosmos 1000 Gehäuse
  • Ausführliche Einbauanleitung
  • Aluminium-Box mit Schrauben, Kleinteilen und Werkzeug
  • acht selbstklebende Kabelschellen
  • Kabelbinder
  • 8-Pin Verlängerung
  • Vier vormontierte Lüfter (120 x 25 bzw. 20 mm)

Ausstattung außen

Das Cosmos ist hinsichtlich seines Aufbaus ein ATX-Gehäuse, das allerdings eine veränderte Anordnung der Komponenten vorsieht. Dazu kommen wir jedoch weiter unten. Die Abmessungen sind enorm, denn sie liegen mit 266 x 598 x 628 mm (B x H x T) deutlich über dem Standard für diese Gehäuseklasse. Insgesamt lassen sich im Aluminium-Chassis 11 Laufwerke unterbringen. Dabei können vier externe 5,25"-, ein externes 3,5"- sowie 6 interne 3,5"-Laufwerke verbaut werden. Das ist zwar einiges, aber dennoch nicht sensationell viel, wenn man bedenkt, dass unser Proband mit seinen Ausmaßen nur knapp am Big Tower-Format vorbeischrammt. Unangenehm ist zudem, dass Cooler Master nur für ein externes 3,5"-Laufwerk den Platz spendiert. Realisiert wird dies durch eine entsprechende Öffnung in einer der 5,25"-Frontblenden und einen Halterahmen im Inneren des 5,25"-Schachtes. Somit lassen sich etwa ein Card Reader und zugleich ein Floppy-Laufwerk nicht montieren - es sei denn, man greift auf die unschönen 3,5" auf 5,25"-Blenden anderer Hersteller zurück. Cooler Master hat leider nichts entsprechendes als Einzelteil für das Cosmos im Angebot.

Edle Optik: Das Cosmos in der Seitenansicht.

Unser Testkandidat kommt äußerlich in einer sauberen silbernen Lackierung daher, die durch schwarze Kunststoff- und gebürstete Aluminiumteile kontrastiert wird. Optisch sorgt das für ein hochwertiges Äußeres, was in der angepeilten Preisklasse von über 200 Euro allerdings angemessen ist. Gefertigt ist das Cosmos überwiegend aus Stahlblech der Wandstärke 1,0 mm, allerdings bestehen Seitenwände und Tür aus Aluminiumblechen. Zudem sind an einigen Stellen Verstärkungsbleche bzw. –streben eingebaut worden. So ist etwa der 5,25“-Laufwerkskäfig im oberen Bereich zur Gehäuserückseite hin mit einer durchgehenden Stahlschiene versehen worden, die zugleich den Mechanismus für die Verriegelung der Gehäuseseiten beinhaltet. Zudem besteht der Käfig für die 3,5“-Laufwerke aus mehreren, soliden Stahlblechen, die die Halterungen für die Festplatten aufnehmen. Diese Maßnahmen versteifen das Gehäuse enorm und resultieren in einem Gesamtgewicht von ca. 17 kg (!) incl. aller Einbauteile. Das ist für ein Gehäuse extrem viel, denn trotz der Henkel am Gehäuse ist ein einfacher Transport damit im Prinzip ausgeschlossen, denn voll bestückt wiegt unser Proband deutlich über 20 Kilogramm. In Zeiten, in denen der Markt von wabbeligen Stahlgehäusen billigster Provenienz überschwemmt wird, sind solide Gehäuse zwar erfreulich, aber hier wurde eindeutig zuviel der Guten getan.

Das Cosmos bietet eine solide Fronttür, die abnehmbar ist. Rechts die gedämmte Innenseite des Seitenteils.

Die abnehmbaren Seitenteile bestehen außen aus Aluminium-Blech, innen aus einer Stahleinfassung und sind ab Werk mit Dämmmatten versehen. Der An- und Abbau der Seitenwände bereitet keine Probleme, da Cooler Master hier eine sehr schöne Lösung entwickelt hat, so dass die Seitenwände einfach nur eingesetzt und zugedrückt werden. Die Haltearbeit besorgt ein Schnappmechanismus, der sich durch einen Hebel auf der Rückseite des Gehäuses entriegeln lässt. Eine Verwechslung der Seitenwände bei der Montage des Gehäuses ist darüber hinaus ausgeschlossen, da diese asymmetrisch aufgebaut sind. Durch die hohe Materialqualität funktioniert das Ganze jedenfalls sehr zuverlässig und solide.

Alles da: Das Top-Panel bietet umfangreiche Anschlussmöglichkeiten.

Die Front selbst besteht größtenteils aus einer massiven, gebürsteten Aluminium-Tür, die mit einer glänzend schwarzen Kunststoffoberfläche versehen ist. Das gibt dem Gehäuse einen High-Tech-Anstrich, der ein harmonisches Gesamtbild hinterlässt. Die Tür verfügt zwar nicht über ein Schloss, aber dafür ist sie mit herausnehmbaren Scharnieren versehen, so dass sich die Tür wahlweise rechts oder links anschlagen lässt. Das macht Freude, denn so lässt sich die Tür den individuellen Wünschen anpassen. Natürlich kann sie bei Bedarf auch ganz weggelassen werden. Die Blenden für die Laufwerksschächte, die hinter der Tür zum Vorschein kommen, bestehen wie die übrige Front auch aus einem Mesh-Gitter und sitzen auf einem Kunststoffträger. Sie werden durch leichtgängige Kunststoffnasen im Gehäuse gehalten und der Ausbau dieser Teile erfolgt problemlos. Diese Lösung ist sehr sauber und gehört mit zum Besten, was wir hier bisher gesehen haben.

Üppig fällt die Menge der Anschlüsse an der Gehäuseoberseite aus. So finden wir vier USB 2.0-Ports, einen eSATA-Port, einen Firewire-Port sowie 3,5 mm-Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon. Darüber hinaus sind ein Ein- / Aus-Schalter, eine Reset-Taste und zwei Status-LED für den Betriebszustand und die Festplattenaktivität vorhanden. Hier hat sich Cooler Master für die Farbe blau entschieden. Das sieht insgesamt stimmig aus und passt sich dem hochwertigen Gesamtbild an. Hinter den oberen Bedienelementen sitzt eine lange Verkleidung aus Kunststoff, die die beiden oberen 120 mm-Lüfter abdeckt. Im Bereich der Lüfter ist die Verkleidung mit Lüftungsschlitzen versehen, so dass die Warmluft im Bereich der CPU ungehindert austreten kann. Diese Abdeckung lässt sich problemlos abnehmen, nachdem man eine Schraube auf der Gehäuserückseite gelöst hat. Somit stellt die Reinigung der Lüfter von beiden Seiten also kein Problem dar.

Die Rückseite des Cosmos mit den Hebeln zur Entriegelung der Seitenteile.

Die Rückseite des Gehäuses unterscheidet sich ebenfalls in ihrem Aufbau von herkömmlichen Gehäusen. So findet man hier mehrere Besonderheiten, denn zunächst fällt auf, dass die Abluftöffnung für das Netzteil unten sitzt. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn das Netzteil wird beim Cosmos unten eingebaut, so dass es sich die Frischluft zur Kühlung direkt von außen holt. Cooler Master setzt hier also auf ein ähnliches Prinzip wie Antec seinerzeit beim P 180. Der Unterschied ist jedoch, dass das P 180 immer noch die Gehäuseluft zur Kühlung des Netzteils nutzte, während Cooler Master hier eine tatsächlich unabhängige Frischluftversorgung erreichen möchte.

Darüber hinaus finden sich an der Rückseite zwei kreisförmige, mit Gummilippen versehene Durchlässe, die das Gehäuse für Wasserkühlungen vorbereiten sollen. Man kann hier also die Schläuche für externe Radiatoren problemlos durchführen. Dieses Feature ist höchst sinnvoll, denn Wasserkühlungen sind bisher zwar noch nicht zu weit verbreitet, aber dennoch legen hier die Marktanteile zu – bei den heutigen abwärmeintensiven Komponenten kein Wunder.

Zu guter Letzt widmen wir noch der Unterseite des Gehäuses einen Blick. Hier finden wir zwei abnehmbare Staubgitter, die den Lüfter des Netzteils und den 120 mm-Lüfter am Boden vor Staubeinlagerungen schützen sollen. Die Gitter sind lediglich eingeschoben und können zur Reinigung leicht entnommen werden. Insgesamt bietet das Cosmos äußerlich gesehen eine stimmige Optik und gelungene Funktionen. Auf der nächsten Seite wollen wir uns das Innenleben des Cosmos etwas genauer ansehen.

Die Oberseite verbirgt unter einer Art Kunsstoffspoiler die beiden Auslässe für die 120 mm-Lüfter.



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