Schwergewicht: Cooler Master Cosmos 1000


Erschienen: 04.11.2007, Autor: Jochen Schembera
Das Kühlsystem im Detail

Das Schaubild verdeutlicht den gedachten Luftstrom im Cosmos.

In diesem Abschnitt wollen wir das Kühlsystem des Cosmos genauer unter die Lupe nehmen. Das grundsätzliche Problem aktueller Hochleistungssysteme besteht in der starken Wärmeentwicklung der einzelnen Komponenten. Bei immer weiter steigender Leistung wird auch die abzuführende Abwärme ein immer gewichtigerer Faktor. Multi-GPU-Systeme und leistungsstarke Prozessoren erzeugen Temperaturen, die man noch vor wenigen Jahren nur in Ausnahmefällen erreicht hat. Man denke an die im Vergleich zu heute winzigen Kühlkonstruktionen etwa des Pentium II oder älterer Grafikkarten, die vollständig passiv gekühlt auskamen.

Die Reaktion der Computerindustrie lag in der Entwicklung des BTX-Standards, der durch eine andere Anordnung der Komponenten eine stärkere Trennung der thermischen Bereiche innerhalb des Gehäuses erreichen möchte. V.a. Intel hat diese Entwicklung vorangetrieben. Da sich dieser Standard aber noch lange nicht durchgesetzt hat und die meisten Mainboardhersteller nach wie vor auf den ATX-Faktor setzen, müssen die Gehäusehersteller ihre Konzepte entsprechend anpassen. Entweder entstehen dabei Gehäuse, die gewisse Features des BTX-Standards nutzen, ohne ATX dabei aufzugeben oder ein Gehäuse wird einfach nur mit Lüftern voll gepfropft, was wiederum in einem entsprechenden Geräuschpegel resultiert.

Die drei 120 mm-Lüfter im oberen Bereich des Gehäuses.

Soweit die Theorie. Da Gehäuse bzw. deren Konzepte allerdings nicht nur in der Theorie funktionieren sollen, sondern sich im praktischen Alltag bewähren müssen, haben wir uns mit dem Kühlsystem des Cosmos eingehend befasst. Grundsätzlich geht inzwischen bei Gehäusen der Trend von 80 mm-Lüftern weg und hin zu 120 mm-Lüftern oder noch größeren Modellen. Dies liegt darin begründet, dass mit steigender Wärmeentwicklung von den Lüftern höhere Drehzahlen gefordert werden, damit die Kühlleistung ausreicht. Gleichzeitig steigt damit der Geräuschpegel gewaltig. Diese unangenehme Erfahrung kann man oft als Besitzer einer aktuellen Grafikkarte machen. Das muss aber nicht notwendigerweise ein Argument gegen die Luftkühlung sein, sofern sich die Lüfter vernünftig regeln lassen und dabei noch genügend Leistung liefern, denn die Wasserkühlung ist noch lange nicht so weit vereinfacht, dass sie auch von unerfahrenen Anwendern problemlos genutzt werden kann.

Unser Testkandidat im Versuchsaufbau.

Beim Cosmos hat sich Cooler Master für ein Konzept mit vier 120 mm-Lüftern und eine andere Anordnung des Netzteils entschieden, die sich dem BTX-Standard annähert. Das Netzteil soll durch die Bodenmontage eine eigene Frischluftversorgung bekommen, was in der Praxis aber nur bedingt funktionieren dürfte, denn unser Be Quiet-Netzteil konnte wegen des zu langen Gehäuserahmens nicht passgenau eingebaut werden. Somit zieht das Netzteil also weiterhin Nebenluft aus dem Gehäuse. Drei Lüfter im CPU-Bereich sollen hier für maximale Kühlleistung bzw. Absaugung der Warmluft sorgen. Ein ausrichtbarer 120 mm-Lüfter am Boden soll den Frischluftnachschub für Grafikkarte und Mainboard sicherstellen.

Darüber hinaus wird ein VGA-Duct verwendet, wie wir ihn ähnlich bei Antec gesehen haben. Damit möchte Cooler Master erreichen, dass die Grafikkarte genügend Ventilation erhält. Insgesamt ist der Luftstrom also von unten nach oben gerichtet, statt von vorne unten nach hinten oben wie üblich. Das Kabelmanagement wiederum soll sicherstellen, dass möglichst wenig Kabel im Weg sind und den Luftstrom behindern. Dass das nur bedingt funktioniert, haben wir beim Einbau der Komponenten gesehen, denn das unten verbaute Netzteil bedeutet auch immer, dass bestimmte Kabel unweigerlich über das Mainboard laufen. Somit muss das Cosmos zeigen, ob es mit diesem Kühlsystem das Optimum zwischen Lärmpegel und Kühlleistung erreicht.

Genau bei dieser Überlegung setzt unser Testaufbau an: Wir haben sämtliche Gehäuselüfter an eine Innovatek Fan-o-Matic Pro-Lüftersteuerung gehängt, um die Drehzahlen und damit den Geräuschpegel kontrollieren zu können. Zusätzlich bietet die Fan-o-Matic die Möglichkeit, einen oder alle Lüfter gezielt abzuschalten, wodurch sich Geräuschquellen sehr gut lokalisieren lassen. Grafikkarte und CPU mussten nicht geregelt werden, da diese hardwareseitig gesteuert werden und ohnehin bereits einen subjektiv sehr niedrigen Geräuschpegel liefern. Das Ziel der Bemühungen war, sämtliche Lüfter auf möglichst niedrigen Drehzahlen laufen zu lassen, denn unser Testsystem ist kein reiner Spielerechner und somit ist auch die Lautstärke relevant. Ohnehin geht der Anspruch vieler Nutzer in genau diese Richtung. Wir haben die Lüfter soweit wie möglich gedrosselt und anschließend die Temperaturen nach einer einstündigen Aufwärmzeit des Systems gemessen. Die Ergebnisse der Messungen sowie eine Beurteilung der Systemlautstärke finden Sie auf der folgenden Seite.

Die Fan-o-Matic Pro von Innovatek half bei der Steuerung der Lüfter. Links sind die Lüfterdrehzahlen bei maximaler Drosselung zu sehen, rechts die Drehzahlen bei 12 Volt.



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