Sapphire Ultimate HD 7750 und 7770 GHz OC


Erschienen: 15.04.2012, Autor: Stefan Boller, Patrick von Brunn
Technische Daten

Die beiden Sapphire Radeon-Karten im Überblick (HD 7750 links, HD 7770 rechts).

AMDs Radeon HD 7900 Familie besteht aktuell aus zwei Modellen: Radeon HD 7970 und Radeon HD 7950. Beide Sprösslinge basieren auf der 365 mm² großen Tahiti-GPU, die eine 28 nm Fertigungstechnologie zugrunde hat und von Partner TSMC gefertigt wird. Auf etwa 4,3 Milliarden Transistoren hat AMD die neue Graphics-Core-Next-Architektur (kurz GCN) aufgesetzt und möchte diese auch in den kommenden Jahren in weiteren Produkten forcieren. Hierzu verabschiedet man sich vom langjährigen VLIW-Design mit mehr-dimensionalen Shader-Einheiten und setzt auf ein Mix aus Skalar- und Vektor-Einheiten. Dadurch soll die Auslastung der Shader ingesamt gesteigert werden und die gesamte GPU noch effizienter arbeiten.

Auf die gleiche Architektur setzt auch die neue Radeon HD 7700 Serie, die aktuell aus den Modellen Radeon HD 7750 und HD 7770 besteht. Insgesamt 640 (HD 7770) bwz. 512 (HD 7750) dieser neuartigen Shader-Einheiten (Compute Units, kurz CUs) stehen auf den Boards zur Berechnung von komplexen Rendering-Aufgaben bereit. Diese Eckdaten ergeben sich aus 64 ALUs pro CU, bei maximal 10 CUs in einem Juniper-Chip. Entsprechend der Anzahl der CUs skalieren auch die TMUs (Texture Mapping Units) sowie TAUs (Texture Address Units), die ROPs sind bei beiden HD-7700-Modellen mit 16 fix. Seitens der Taktraten wird eine HD 7770 standardmäßig mit 1.000 MHz betrieben, wohingegen sich eine HD 7750 mit 800 MHz begnügen muss. Daraus ergeben sich Rechenleistungen von 1.280 GFLOP/s respektive 819 GFLOP/s. Sapphire hat bei der Radeon HD 7770 GHz Edition OC ab Werk an der Chipfrequenz gedreht und liefert die Karte mit flotten 1.150 MHz aus!

Die HD 7750 von der Seite und die HD 7770 ohne Kühlkörper.

Die Speicheranbindung wurde auf insgesamt zwei einzelne Speichercontroller aufgeteilt, die jeweils ein 64 Bit breites Interface beinhalten. Damit ergibt sich in Summe ein 128 Bit Speicherinterface, das im Referenzdesign mit 1.024 MB GDDR5-Speicher bestückt wird. Die Frequenzen liegen bei beiden HD 7700-Modellen bei effektiv 2.250 MHz. Den Speichertakt hat Sapphire bei der Radeon HD 7770 GHz Edition OC ebenso gesteigert und auf effektiv 2.500 MHz festgelegt. Die Ultimate-Version der HD 7750 setzt voll auf die Referenzwerte von AMD.

Zu den weiteren Verbesserungen in der GCN-Architektur gehört auch das neu hinzugekommende Features namens "ZeroCore Power". Dahinter versteckt sich ein verbesserter Energiesparmechanismus, der im Idle-Betrieb des Systems zum Tragen kommt. Hierzu genügt jedoch nicht nur der normale Windows-Betrieb, so dass die GPU nicht belastet wird, sondern das System muss mittels Energiesparmodus den Bildschirm ausschalten. Sobald der Grafiktreiber dies registriert, werden GPU und Speicher der jeweiligen Karte deaktiviert und es verbleibt lediglich die Leistungsaufnahme des PCIe-Interface, da auch der Lüfter stoppt. Dies funktioniert auch bei der Verwendung von CrossFire-Konfigurationen, bei denen nicht verwendete Grafikbeschleuniger abgeschaltet werden und damit sehr viel Energie eingespart wird. Die typische Leistungsaufnahme gibt Entwickler AMD mit 55 Watt (HD 7750) bzw. 80 Watt (HD 7770) an.

Das Schnittstellen-Angebot ist bei beiden Testprobanden sehr reichhaltig.

Das Arbeiten und Spielen mit mehreren Bildschirmen wird immer populärer und so bietet natürlich auch die neue Generation entsprechende Unterstützung per AMD Eyefinity 2.0. Mit je einem DVI- und einem HDMI- sowie zwei Mini-DisplayPort-Ausgängen ist auf der HD 7770 eine sehr flexible Konfiguration mit unterschiedlichen Monitoren möglich – die HD 7750 bietet einen DVI-, einen HDMI- und einen DisplayPort-Anschluss. Dazu sind die Karten der HD-7000-Serie die ersten Modelle, die gleichzeitig mehrere unabhängige Audio-Streams ausgeben können und so die korrekte Verknüpfung dieser Inhalte mit unterschiedlichen Anwendungen auf verschiedenen Bildschirmen ermöglichen. Das integrierte Fast HDMI 1.4a unterstützt stereoskopisches 3D mit verbesserten Frame-Raten von 60 Hz pro Auge, d.h. 120 Hz insgesamt. Die GPUs bieten ebenfalls bereits Unterstützung für die die nächste Generation der 4K-Displays, die über per HDMI 1.4a oder DisplayPort 1.2 HBR2 betrieben werden können.

Außerdem gehören die Grafikkarten auf Basis der neuen 28 nm Cape-Verde-GPU zu den ersten Boards mit PCI Express 3.0 Unterstützung sowie Support für DirectX 11 – identisches Featureset wie die großen Brüder aus der HD 7900 Familie. Damit sind die Karten gerade für die Zukunft bestens gerüstet, da DirectX 11.1 erst mit Windows 8 erscheinen wird und PCIe 3.0 Mainboards bislang nur für Sandy-Bridge-E Systeme auf X79-Basis sowie Ivy Bridge verfügbar sind und noch auf große Verbreitung warten. Folgend die technischen Eckdaten der Chips im Überblick.

Hersteller AMD
Grafikchip Radeon HD 7750 Radeon HD 7770 Radeon HD 6770
Logo
Codename Cape Verde Cape Verde Juniper
Fertigung 28 nm 28 nm 40 nm
Transistoren ca. 1,5 Mrd. ca. 1,5 Mrd. ca. 1,04 Mrd.
Shader-Einheiten 512 (1D) 640 (1D) 160 (5D)
Shader-Frequenz 800 MHz 1.000 MHz 850 MHz
Chip-Frequenz 800 MHz 1.000 MHz 850 MHz
Rechenleistung 819 GFLOP/s 1.280 GFLOP/s 1.360 GFLOP/s
ROPs 16 16 16
TMUs 32 40 40
TAUs 32 40 40
Pixelfüllrate 12.800 MPixel/s 16.000 MPixel/s 13.600 MPixel/s
Texelfüllrate 25.600 MTexel/s 40.000 MTexel/s 34.000 MTexel/s
Speicher-Frequenz 2.250 MHz 2.250 MHz 2.400 MHz
Speicher-Interface 128 Bit 128 Bit 128 Bit
Speicher-Bandbreite 72.000 MB/s 72.000 MB/s 76.800 MB/s
Speicher-Volumen 1.024 MB GDDR5 1.024 MB GDDR5 1.024 MB GDDR5
Shader-Model / DX 5 / DX11 5 / DX11 5 / DX11
Multi-GPU CrossFireX CrossFireX CrossFireX
Stromsparmechanismus

Die beiden Sapphire-Grafikkarten von der Unterseite.


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