Coollaboratory Liquid Ultra im Praxistest


Erschienen: 16.04.2010, Autor: Patrick von Brunn
Eckdaten und Lieferumfang

Die Flüssigmetallpaste von Coollaboratory besteht zu 100% aus einer flüssigen Metallegierung und macht sich die Eigenschaften des Elements Gallium zunutzen. Dadurch ist die Paste bei Raumtemperatur flüssig (wie Quecksilber), ist jedoch absolut ungiftig und hat ein hohes Benetzungsvermögen für die verschiedensten Materialien. Weitere Inhalftsstoffe der Coollaboratory Liquid Ultra sind Indium, Rhodium, Silber, Zink, Zinn und Wismut. Bis dahin entspricht die Liquid Ultra in Etwa seinem Vorgänger mit der Bezeichnung Liquid Pro, bringt jedoch den Vorteil mit sich, dass sie nicht mehr aushärtet. Außerdem profitiert der Anwender von der pastöseren Konsistenz der neuen Ultra, womit auch größere Spaltmaße in den Kontaktflächen überwunden werden können. Nach wie vor nichts geändert hat sich an der Unverträglichkeit mit dem Leichtmetall Aluminium. Die Verwendung einer Flüssigmetallpaste auf Aluminium führt zur Korrodierung des Leichtmetalls. Entsprechend muss bei der Verwendung bzw. Auswahl der Komponenten darauf geachtet werden, dass die Kontaktflächen nicht aus Aluminium bestehen. Direct-Touch-Heatpipe-Systeme sind damit von der Verwendung völlig ausgeschlossen. Weitere Heatpipe-basierte CPU-Kühler (Thor's Hammer etc.) verwenden daher vernickelte und/oder verkupfterte Alu-Heatpipes, um derartige Problematik ausschließen zu können.

Der Lieferumfang der Coollaboratory Liquid Ultra sieht wie folgt aus:

  • Coollaboratory Liquid Ultra (Spritze, 0,15 ml)
  • Reinigungsset
  • Pinsel zum Auftragen

Coollaboratory Liquid Ultra in einer 0,15 ml Spritze zur optimalen Dosierung.

Vorbereitung und Anwendung

Um beim Einsatz von Wärmeleitpasten allgemein eine bestmögliche Kühlleistung zu erreichen, bedarf es einiger Vorbereitungen. Wichtigster Punkt ist dabei die Reinigung der Kontaktflächen auf die die Paste aufgetragen werden soll. Diese Flächen sind der Heatspreader des Prozessors und der verwendete Kühler. Wenn Reste älterer Wärmeleitpasten schon in die mikroskopischen Unebenheiten des Kühlerbodens eingedrungen sind, dann legen sie sich isolierend zwischen die Metallpaste und den Kühlerboden und verhindern eine optimale Wärmeleitung. Auch wenn die Komponenten neu sind sollte man auf die Reinigung nicht verzichten, denn auch einfach Fettrückstände, wie sie bei Fingerabdrücken der Fall sind, sorgen für eine Verfälschung der Ergebnisse. Nicht geeignet zum Reinigen sind Scheuermittel, Reiniger auf Öl- oder Petroleumbasis oder sonstige andere Mittel, die Rückstände hinterlassen. Für diesen Fall liefert Coollaboratory ein separates Reinigungstuch mit. Sollte der Kühler mit einem Wärmeleitpad ausgestattet sein, so muss dieses selbstverständlich vorab entfernt werden.

Tragen Sie ein wenig Liquid Ultra auf die Mitte der Kontaktfläche des Kühlers auf. Verwenden Sie nicht zu viel, die Menge von ca. drei bis vier Teilstrichen des Spritzeninhalts ist ausreichend, wobei die genaue Menge von der Größe des Heatspreaders, von der Ebenheit der Kontaktflächen und der Dicke des Spaltmaßes abhängig ist. Das aufgetragene Metall verteilen Sie jetzt möglichst gleichmäßig über den Kühlerboden, hilfreich ist hier der beiliegende Pinsel. Bitte benutzen Sie nicht den bloßen Finger zum Verteilen, das Hautfett würde eine schlechte Leistung zur Folge haben. Sie können die Liquid Ultra auch auf den Die oder auch beide Kontaktflächen auftragen. Aber die insgesamt aufgetragene Menge darf auf keinen Fall zu groß sein. Das Flüssigmetall haftet an CPU und Kühler aufgrund der wirkenden Adhäsionskräfte. Pressen Sie nun den Kühler auf die CPU. Vermeiden Sie dabei die Kontaktflächen gegeneinander zu drehen oder zu verschieben. So könnten sich Luftpolster zwischen den Kontaktflächen bilden. Das führt zu einer stark eingeschränkten thermischen Wirksamkeit. Ein Druck von oben reicht völlig aus, um eine thermische Verbindung zwischen den Oberflächen herzustellen.

Stellen Sie während der Auftragung der Paste und der Installation des CPU-Kühlers sicher, dass die Liquid Ultra nicht mit elektrischen Komponenten in Berührung gekommen ist. Das könnte zu Kurzschlüssen und zur Zerstörung von Komponenten führen, wenn der Computer angeschaltet wird! Wer sich jedoch an den Videoanleitungen von Coollaboratory orientiert, sollte keine Schwierigkeiten bei der Verwendung der Liquid Ultra bekommen. Wenn Sie das Flüssigmetall vom Kühler und/oder CPU entfernen wollen, können Sie es einfach mit einem Papiertuch oder dem mitgeliefertem Reinigungstuch abwischen. Nicht hilfreich bei der Entfernung eines Metalls sind Lösungsmittel wie Azeton, Benzin usw.

Coollaboratory Liquid Ultra auf einen AMD Athlon Phenom II X4 aufgetragen.

Warnung: Bitte beachten Sie, dass Sie die Coollaboratory Liquid Ultra nicht mit CPU-Kühlern benutzen können, deren Kontaktfläche aus Aluminium besteht, da die Liquid Ultra Aluminium korrodiert! Die Heatspreader von aktuellen Prozessoren bestehen aus vernickeltem Kupfer, nicht aus Aluminium, und sind damit kein Problem für Flüssigmetallpasten.


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