64 Bit im Kleinformat: Shuttle XPC SN85G4


Erschienen: 22.01.2004, Autor: Patrick von Brunn
Layout

Nachdem wir nun den Lieferumfang und die Ausstattung des SN85G4 bzw. des FN85 ausführlich erläutert haben, kommen wir nun zu einem weiteren wichtigen Punkt, auch wenn er bei einem Barebone eher nebensächlich ist, dem Layout der Platine. Das Layout eines Boards trägt einen sehr wesentlichen Teil zur Kompatibilität aber auch zur Bedienung und Handlichkeit bei. Deshalb wollen wir in den folgenden Abschnitten die Stärken und Schwächen im Layout des nForce 3 Boards etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Grundsätzlich handelt es sich bei der FN85 Shuttle-Platine um ein FlexATX-Motherboard mit normierten Abmessungen und Befestigungen (25,5 x 18,6 cm). Betrachtet man das Board bzw. den offenen Barebone von der Seite, wird man am unteren Ende je einen PCI- und einen AGP-Port vorfinden. Beide sind sehr gut erreichbar und ermöglichen den problemlosen Einbau von passenden Erweiterungskarten. Natürlich ist man bei der Grafikkarte ein wenig eingeschränkt, was die Baugröße bzw. Bauhöhe der Karte angeht, da der Port sehr nah an der Gehäusewand liegt. Am oberen Ende wird man zwei DIMM-Sockel für DDR-Speicher finden, welche sich unterhalb des langen, schmalen Netzteils befinden - problemlos erreichbar.

Auch die Anschlüsse für optische Laufwerke und Festplatten sind gut zugänglich, auch wenn alles sehr knapp bemessen ist. Keinerlei Probleme gibt es ebenfalls im Bereich des CPU-Sockels. Hier kommt ein eigenes Rentention-Modul von Shuttle zum Einsatz, welches eine einfache und unkomplizierte Befestigung der I.C.E.-Kühlung ermöglicht. Ansonsten bietet das sehr "voll gestopfte" System ein durchdachtes Layout mit ausgereiften Techniken, die sowohl Platz, als auch einige Handgriffe bei der Montage sparen. So manche ATX-Platine mit einem deutlich höheren Platzangebot könnte sich hier ein paar Anregungen holen!

Bios, Overclocking und Cool´n´Quiet

Wesentlicher Teil eines Motherboards ist das Bios, welches für die grundlegenden Einstellungen der Platine nötig ist. Vorab können wir bereits sagen, dass Shuttle dem FN85 ein sehr umfangreiches Bios zur Seite stellt, welches der Einstellungsvielfalt fast keine Grenzen setzt. Neben den üblichen Features, wie zum Beispiel das Einstellen der Boot-Sequenz, das (De)Aktivieren von onBoard Komponenten und das Hardware-Monitoring, verfügt das Board auch über die Möglichkeit der genauen Speicher- und CPU-Regelung. Das Menü "Advanced Chipset Features" ermöglicht unter anderem die Steuerung des Bus- und AGP-Taktes - beide lassen sich in 1-MHz-Schritten regeln. Das Erhöhen des Bustaktes ist nebenbei auch die einzige Möglichkeit den Athlon 64 zu übertakten, da der Multiplikator gelockt ist und momentan (noch) keine Lösungen dafür gefunden wurden. Zusätzlich lässt sich dort auch die Geschwindigkeit der HyperTransport-Links steuern (LDT Speed und LDT Downstream Width). Der grundlegende Umfang des Bios entspricht dem des AN50R von Shuttle (Artikel).

An erster Stelle des ACF-Menüs befindet sich auch der Eingang zur Memory-Configuration (DRAM Configuration). Begibt man sich dort hin, wird man die für Speichereinstellungen üblichen Optionen finden: tCAS (CAS Latency, wählbar: 2.0, 2.5 und 3.0), tRCD (RAS to CAS Delay, wählbar: 2-7), tRAS (RAS Active Time, wählbar: 5-15), tRP (RAS Precharge Time, wählbar: 2-6). Somit bietet das Setup ausreichende Einstellungsmöglichkeiten für unsere DDR-Module. Für unsere Benchmarks wählen wir die Timings 3-3-6 bei einer tCAS von 2.0. Des Weiteren lassen sich auch die Spannungen der verschiedenen Komponenten regeln (CPU, RAM, AGP, Chipset und LDT). Dabei lässt sich die CPU-Spannung auf bis zu 1,7 Volt anheben und die Voltage der RAM-Module zwischen 2,7 und 2,9 Volt wählen. Die übrigen Einstellungen sehen wiefolgt aus: Chipsatz von 1,7 bis 1,9 Volt, AGP von 1,6 bis 1,8 und LDT (HyperTransport) zwischen 1,3 und 1,5 Volt. Somit stehen dem FN85-Board ausreichend Features zum Übertakten der Athlon 64 CPU zur Seite. Doch ist hierzu auch einen entsprechende Kühlung nötig. Das "PC-Health"-Menü stehen hierzu ein paar Einstellungen zur Verfügung, welche beispielsweise das Regeln des Lüfters der I.C.E.-Kühlung ermöglichen. Mehr zur Stabilität und dem maximal erreichten Kerntakt der CPU, auf der letzten Seite.

Abschließend sei noch erwähnt, dass durch das Aufspielen der aktuellsten Bios-Version (FN85S015) vom 28. November des letzten Jahres, auch AMDs Cool´n´Quiet Technik problemlos funktionierte. Zwar gibt es hierzu keine Einstellungen im Bios, doch lässt sich dies bequem durch die Energieverwaltung in Windows XP regeln und der Takt im Ruhezustand auf 800 MHz (4 x 200 MHz) drosseln.


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