Außenseiter: Aeneon XTUNE DDR2-1066


Erschienen: 18.05.2007, Autor: Patrick von Brunn
Benchmarks

Wie immer an dieser Stelle starteten wir unser Review im so genannten Linked-Modus des nForce 680i SLI von EVGA, in dem unsere Core 2 Extreme CPU mit 2,93 GHz taktete. Neben der ersten Messung bei 800 MHz und mit aus dem EEPROM ausgelesenen SPD-Settings für die Timings versuchten wir unser Glück mit dem Verschärfen der Settings. Die mittels Serial Presence Detect (SPD) hinterlegten Informationen für den Betrieb bei DDR2-800 bieten noch nichts Spektakuläres, da man sich hier schlicht an die Vorgaben der JEDEC hält und bei 1,850 Volt Timings von 5-5-5-18 fährt. Wir waren sehr gespannt, ob die XTUNE-Module von Aeneon mit den großen Namen aus der Sparte mithalten können. Beim Verschärfen der Timings im DDR2-800 Betrieb konnten die Riegel gute Werte liefern, mit den Konkurrenten aber nicht ganz Schritt halten. Immerhin war eine tCL von 4 Taktzyklen und eine schnelle Command Rate von 1T ohne Probleme möglich. Sehr positiv waren wir dabei von der benötigten Spannung überrascht, die bei lediglich 2,100 Volt lag. Zu den CL3-tauglichen Speichermodulen von Mushkin, Corsair und Co. konnte man jedoch auch mit höheren Versorgungsspannungen nicht aufschließen.

Um DDR2-Speicher mit 533 MHz zu betreiben, waren bislang doch immer recht hohe Spannungen notwendig; zumindest zeigten dies unsere Erfahrungen mit den bisherigen Testprobanden. Aeneon will davon allerdings nichts wissen und sorgt in Sachen Effizienz und Leistungsaufnahme für einen neuen Spitzenwert im übergreifenden Vergleich mit allen zurückliegenden Tests. Lediglich 1,800 Volt sind bei 533 MHz nötig und bescheinigen den XTUNE-Modulen äußerste Sparsamkeit. Ob ein Betrieb auch mit einer geringeren Versorgungsspannung möglich ist, konnten wir leider nicht testen, da unser BIOS (P24) keine Niveaus unterhalb von 1,800 Volt (JEDEC Referenzwert) erlaubt. Neben einer weiteren Messung bei 1066 MHz (effektiv) war natürlich vor allem die maximale Frequenz von sehr hohem Interesse.

An dieser Stelle wurden wir von den bislang doch sehr souverän auftretenden DDR2-Riegeln bitter enttäuscht. Im Unlinked-Betrieb war es schlichtweg nicht möglich, die Frequenz über 1066 MHz zu bringen. Dies hing zum einen mit der Tatsache zusammen, dass Spannungen oberhalb von 2,300 Volt zu einem kompletten Systemcrash führten - lediglich mit einem BIOS-Reset konnte das System jeweils wiederbelebt werden. Zum anderen war es nicht möglich, in die nächste Teilerstufe zu gelangen, da im Unlinked-Modus nur diskrete Stufen und Frequenzen für DDR2-Speicher erlaubt sind. Somit entsprach die Referenzfrequenz auch der maximalen Frequenz: 1066 MHz. Weshalb Aeneon die neue Produktlinie mit der Bezeichnung "Overclocking" versieht, können wir an dieser Stelle nicht ganz nachvollziehen.

Mit Höhen und Tiefen: Aeneon XTUNE DDR2-1066.

Im Linked-Modus konnten wir schließlich bei 1,400 Volt Core-Spannung für die CPU und 2,250 Volt für die Speicherriegel ein maximales Ergebnis von 1100 MHz erzielen. Dabei lag die Frequenz des Prozessors bei 3,03 GHz. Dieser Wert konnte ohne hardwareseitige Schwierigkeiten oder größere Temperaturprobleme betrieben werden. Alles in allem ist das jedoch ein eher mageres Ergebnis für so genannte Overclocking-Module.

Seitens der Frequenz konnten wir bei Proportionalität zwischen CPU und Speicher also ein höheres Ergebnis erzielen, aber warum? Dieser Sachverhalt lässt sich leicht erklären: Bei Unlinked versucht das Mainboard/BIOS stets, einen passenden Teiler für die gewählte Speicherfrequenz und die CPU-Frequenz zu finden. Ausgehend davon, dass die CPU nicht übertaktet werden darf, bleibt deren Takt also durchweg bei 2,93 GHz und das Mainboard/BIOS nimmt dies als Ausgangspunkt. Gleichzeitig beschränkt sich damit aber auch die Präzision der Speicherfrequenz und es stehen lediglich bestimmte Intervalle zur Verfügung, die immer in eine feste Frequenzvorgabe münden. Dies rührt daher, dass die Teiler nur in endlicher Menge vorliegen und daher eine eher grobe Abstufung (z.B. 4:9, 3:7, 5:12 etc.) zwischen diesen entsteht. Ein Beispiel: Setzen wir 1200 MHz als Speichertakt, wird automatisch ein Teiler von 4:9 gewählt, was wieder in 2,93 GHz Kernfrequenz resultiert (600 MHz [Speichertakt] * 4:9 [Teiler] * 11 [CPU-FID] = 2,93 GHz). Würden wir nun 1250 MHz einstellen, stünde uns kein passender Teiler zur Verfügung, da weder 3:7 (= 2,95 GHz) noch 5:12 (= 2,86 GHz) die erwünschten 2,93 GHz liefert. Somit muss die Frequenz des Speichers auf genau 1244 MHz abgesenkt werden, damit die exakte CPU-Frequenz konstruiert werden kann (622 MHz [Speichertakt] * 3:7 [Teiler] * 11 [CPU-FID] = 2,93 GHz). Entsprechend muss man für noch höhere Taktraten im Unlinked-Modus einen gewissen Frequenzbereich überspringen um zum nächsten Teiler zu gelangen, was in diesem Falle 5:12 wäre.

Spannung [V] Timings Frequenz [MHz] / Teiler / CPU [GHz]Bandbreite (Lesen)
1,8505-5-5-18-23-2TDDR2-8002:32,93 GHz100%5.686 MB/s100%

Standard SPD-Betrieb bei DDR2-800 (Unlinked)

1,8005-5-5-15-31-2TDDR2-10661:22,93 GHz100%5.712 MB/s+0,5%

Frequenz und Timings laut Hersteller (Unlinked)

siehe Text

Maximale Frequenz (Unlinked)

1,8005-4-4-5-6-2TDDR2-10661:22,93 GHz100%5.796 MB/s+1,9%

Schärfste Timings bei Referenzfrequenz (Unlinked)

2,2506-7-7-25-32-2TDDR2-11001:23,03 GHz+3,3%5.800 MB/s+2,0%

Maximale Frequenz/FSB (Linked)

2,1004-4-3-4-6-1TDDR2-8002:32,93 GHz100%5.939 MB/s+4,5%

Schärfste Timings bei DDR2-800 (Unlinked)

2,2505-5-4-6-9-2TDDR2-11001:23,03 GHz+3,3%6.023 MB/s+5,9%

Maximale Frequenz/FSB, schärfste Timings (Linked)

Alle Angaben ohne Gewähr

Leistungsaufnahme

Leistungsaufnahme (Last)
DDR2-800 (5-5-5-18-23-2T/1,850V)
207,0
DDR2-1066 (5-5-5-15-31-2T/1,800V)
212,0
DDR2-1066 (5-4-4-5-6-2T/1,800V)
212,0
DDR2-800 (4-4-3-4-6-1T/2,100V)
214,0
DDR2-1100 (6-7-7-25-32-2T/2,250V)
237,0
DDR2-1100 (5-5-4-6-9-2T/2,250V)
238,0
Angaben in Watt (weniger ist besser)


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