Nvidia nForce 680i SLI Praxistest: EVGA NF68


Erschienen: 07.12.2006, Autor: Patrick von Brunn
Layout

Prinzipiell hat EVGA das NF68 als Standard-ATX-Platine konzipiert und muss auf den vorgegebenen Abmessungen (12,0 x 9,6 Zoll) die zahlreichen Ausstattungsmerkmale unterbringen. Das Dual-Chipsatz-Design sieht dabei die traditionelle Aufspaltung des Layouts in zwei wesentliche Bereiche vor. Oberhalb des primären PEG finden wir die Northbridge, den CPU-Kühler samt Spannungswandler (passiv gekühlt), die DDR2-DIMM-Sockel und diverse Anschlüsse. Hier lässt sich keine schwerwiegende Schwachstelle im Layout ausmachen und die Erreichbarkeit der Front-Panel-Pins sollte durch eine intelligente Reihenfolge bei der Bestückung der Platine ebenfalls kein Problem sein.

Ebenfalls in der oberen Boardhälfte befindet sich das Back-Panel (siehe Bild unten Mitte) mit direkt verdrahteten Anschlüssen für die PC-Rückseite. Von den insgesamt zehn USB 2.0-Ports hat EVGA hier direkt sechs Stück nach Außen geführt und auch einen der beiden FireWire-Anschlüsse integriert. Komplettiert wird das Ganze von den Audio-Anschlüssen samt optischem Ausgang, zwei PS/2-Ports für Maus und Tastatur sowie zwei Mal Gigabit-Ethernet. Der Serial-Port wird durch ein Slot-Bracket realisiert.

Der untere Bereich des 6-Layer-Boards beinhaltet die übrigen Funktionalitäten, zu denen beispielsweise auch die PCI- und PCI Express-Ports gehören. Hierzu sei direkt positiv angemerkt, dass EVGA einen der beiden PCI Express x1-Anschlüsse oberhalb des primären PEG positioniert hat und somit eine Erreichbarkeit unabhängig von den verbauten Grafikkarten macht. Beispiel: Bei der Installation von zwei Grafikkarten mit Dual-Slot-Kühlung fällt jeweils der darunter liegende Slot weg. Außerdem sind so auch die unteren Verschlüsse der DDR2-Module ideal zugänglich. Am unteren Ende des NF68 hält man zwei nette Gimmicks bereit, die vor allem Bastlern und Redakteuren das Herz öffnen: Praktische Reset- und Power-Buttons, sowie ein Speaker vereinfachen den Aufbau von externen Systemen außerhalb eines Gehäuses bzw. fernab von Front-Panels. Für den regulären Gehäusebetrieb, abgesehen vom Speaker, natürlich irrelevant.

Der Bereich um die MCP55-Southbridge, die im Übrigen mittels Heatpipe eine thermische Verbindung zur Northbridge herstellt, bietet viel Platz für eventuelle Handgriffe. Alle Ports für interen Verkabelungen (USB, FireWire etc.) sind gut erreichbar und auch der Jumper für den CMOS-Reset verfügt über ausreichenden Freiraum. Auf der folgenden Grafik haben wir nochmals alle wichtigen Stellen auf der Platine markiert und geben gleichzeitig einen kleine Übersicht zur Platzierung der einzelnen Chips und Funktionalitäten.

  1. LGA775 Sockel
  2. C55-Northbridge (SPP) mit Kühler
  3. MCP55-Southbridge (MCP) mit Kühler
  4. DDR2-DIMM-Sockel
  5. PCI Express x16 #1
  6. PCI Express x16 #2
  7. PCI Express x16 #3 (x8 elektrisch)
  8. 2x Marvell 88E1116 PHY
  9. Realtek ALC885 Audio
  10. Phoenix-BIOS-Chip und TI TSB34AB22A (1394)
  11. 2x SATA2 und Floppy
  12. 4x SATA2 und IDE-Kanal

BIOS

Waren wir bislang von Referenz-BIOS-Versionen eher ein wenig enttäuscht, vermittelt uns das EVGA-Board einen um 180 Grad gedrehten Eindruck! Das BIOS (Version: 2.053.60), das direkt von Nvidia stammt, ist in Sachen Umfang kaum zu überbieten und hält für jegliche Bereiche eine Fülle an Einstellungen bereit. So kann man nicht nur den Front Side Bus auf bis zu 625 MHz beschleunigen, sondern auch die Frequenz der DDR2-Speichermodule von 400 bis 1400 MHz präzise (1 MHz-Schritte) steuern. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Chipsätzen und BIOS-Versionen ist das voneinander unabhängige (unlinked) Setup von FSB und DRAM - möglichst hoher Bustakt bei Standardtaktraten für Speicher. Des Weiteren können die drei verbauten PCI Express x16 Ports ebenfalls in ihrer Frequenz variieren (100 bis 200 MHz, 1 MHz-Schritte). Hier setzt auch die neue LinkBoost-Technologie von Nvidia an, die bei Verwendung passender Grafikkarten den HyperTransport-Takt zwsichen North- und Southbridge sowie die PEG-Frequenz um jeweils 25 Prozent erhöht. Laut Nvidia ist dies mit allen GeForce 8800-Karten und GeForce 7900 GTX problemlos möglich und lässt sich mit einem Handgriff im BIOS aktivieren.

Werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Spannungen, lässt einem Nvidia auch hier sehr viel Spielraum für Anpassungen: CPU Voltage (bis zu 1,80 Volt, 0,0125 Volt-Schritte), DRAM Voltage (1,80 bis 2,50 Volt, 0,025 Volt-Schritte), Bus Voltage (1,20 bis 1,50 Volt, 0,1 Volt-Schritte), nForce 680i SPP Voltage (1,20 bis 1,55 Volt, 0,05 Volt-Schritte), nForce 680i MCP Voltage (1,50 bis 1,75 Volt, 0,05 Volt-Schritte). VID und FID lassen sich natürlich auch in hohem Maße frei wählen. Hier hat Nvidia wirklich saubere Arbeit geleistet und rundet das ganze durch zahlreiche Extras, wie das Erstellen von BIOS-Profilen, ab. Auf Seite 5 bringen wir Ihnen unsere Erfahrungen im Praxistest des BIOS und dem Overclocking näher.


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