Intel Dual-Core: CPU und Chipsatz Preview


Erschienen: 18.04.2005, Autor: Patrick von Brunn
Memory Pipeline Technology

Wir erinnern uns kurz zurück an die vorletzte Generation (i865 und i875 bzw. Springdale und Canterwood) der Intel Chipsätze für Pentium und Celeron Prozessoren. Damals kam erstmals ein Feature namens PAT (Performance Acceleration Technology) gemeinsam mit dem i875P Canterwood Chipsatz auf den Markt. Diese Funktion hatte die Reduzierung der Latenzen zwischen Prozessoren und Speicher zur Aufgabe. Zu Beginn war PAT lediglich dem i875P vorbehalten und alle i865-basierten Motherboards mussten ohne diese Technik auskommen, bis verschiedene Hersteller eines Tages einen Weg der Aktivierung fanden und PAT fortan in allen Chipsätzen der genannten Generation zur Verfügung stand. Ähnlich ist das ganze heute bei Glenwood und Lakeport: Memory Pipeline Technology (MPT) ist die überarbeitete Version von PAT und kommt ausschließlich im neuen i955X zum Einsatz - wir gehen davon aus, dass Intel aus seinen alten Fehlern gelernt hat und MPT auf i945-Plattformen nicht aktivierbar sein wird.

MPT soll Datenpfade optimieren, die Speicherverwaltung (speziell Bänke und Reihen) effizienter gestalten und durch gezieltere zeitliche Planungen die Latenzen senken und somit die Speicherzugriffe und letztlich das gesamte System beschleunigen. Zur Erklärung der Problematik ein kleiner Exkurs in die Theorie eines solchen Controllers: Der Memory-Controller sieht die verschiedenen DRAM-Bänke als so genannte Pages an und kann aus diesen Informationen lesen. Die benötigten Informationen werden aus den hinterlegten Zeilen (Rows) geholt und in die für den Transfer nötigen Sense Amplifiers (kurz: Sense Amps) geschoben, wo sie nun dem Memory-Controller bzw. der CPU bereit stehen. Befindet sich die gewünschte Information in einer DRAM-Bank welche zudem auch den Status „Page open“ signalisiert, spricht man von einem „Page Hit“ – die Daten können mit minimaler Verzögerung/Latenz bezogen und zur CPU weitergeleitet werden. Sollte sich das gewünschte Bit in einer Bank mit geschlossener Page (closed Page) befinden, spricht man von einem „Page Miss with closed Page“ – die nötige Page muss nun geöffnet werden um die Daten zu transferieren, was zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt und die Geschwindigkeit des Vorgangs senkt. Die meiste Zeit benötigt ein Zugriff auf eine Bank die momentan eine falsche, nicht benötigte Page geöffnet hat, da zuerst die alte Page geschlossen und die neue geöffnet werden muss. In diesem Fall spricht man von einem „Page miss with open Page“. Wie bereits erwähnt, hat sich MPT die Optimierung der Zugriffe auf die Fahne geschrieben und will unnötige Latenzen tilgen.

Active Management Technology

Hierbei handelt es sich um eine neue Technologie auf Plattform-Ebene in Intel Prozessoren, Chipsätzen und Netzwerkkarten, die Administratoren eine bessere Kontrolle und Verwaltbarkeit über ihre Netzwerk-Clients bietet. Intel AMT ist eine von Intels sogenannter T-Technologien, zu denen Beispielsweise auch die Virtualisierungstechnologie Vanderpool (VT) gehört. iAMT ermöglicht via Fernzugriff zahlreiche Rechnerprobleme zu erkennen und zu beheben, die bislang einen Eingriff vor Ort erforderten. Auch können aus der Ferne neue Computer eingerichtet, Software Updates aufgespielt und Probleme behoben werden. All dies funktioniert auch dann, wenn die Zielsysteme abgeschaltet sind, das Betriebssystem gesperrt ist oder die Festplatte nicht richtig arbeitet. Aktuell arbeiten Unternehmen wie Altiris, BMC Software, Check Point Software Technologies, Computer Associates, LANDesk Software, Novell, Symantec, StarSoftComm und Trend Micro an Lösungen für iAMT. Unserer Meinung nach eine der revolutionärsten Technologien der vergangenen Generationen.


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