Lynnfield Overclocking und Undervolting


Erschienen: 28.09.2009, Autor: Stefan Boller, Patrick von Brunn
Overclocking

Das Übertakten des Core i7 und auch des neuen Core i5 ging eigentlich sehr schnell von Statten. Es hat sich außer dem Namen nichts Grundlegendes zur Vorgängergeneration geändert. Wie damals beim FSB braucht man hier nur an der BCLK Schraube drehen. Dies ist der Grundtakt des Systems und erhöht somit alle damit verbundenen Taktraten bei gleichbleibendem Multiplikator. Der CPU-Multiplikator ist im Fall der Extreme Editions offen. Außerdem haben wir den Turbo-Modus so wie andere Energiesparmechanismen ausgeschaltet um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten.

Den brandneuen Core i5-750 konnten wir auf bis zu 3,6 GHz Kernfrequenz beschleunigen, was einer Steierung von fast einem Gigahertz bzw. satten 35 Prozent entspricht. Der Takt setzt sich aus 180 MHz x 20 zusammen. Dafür musste die Vcore auf 1,525 Volt angehoben werden, was sich wiederum in einer Temperatur von 68 °C unter Volllast niederschlug. Hierbei wurde der Arbeitsspeicher bei 1080 MHz und 1,65 Volt betrieben. Die QPI-Spannung betrug 1,17 Volt. Die Plattform lief unter diesen Einstellungen 24 h Prime95 und Goldmemory stable.

Auch den Core i7-870 brachten wir auf unserer Testplattform an seine Grenzen, die nach ausführlichen Tests bei 4,08 GHz (185 MHz x 22) gefunden war. Hier ist die Steigerung mit etwa 1,15 GHz bzw. 39 Prozent noch deutlicher als beim kleinen i5-Bruder. Hierfür war eine Versorgungsspannung von 1,55 Volt notwendig, um einen stabilen Betrieb bei derart hohen Frequenzen zu ermöglichen. Hier kam der 870 auch an seine thermischen Grenzen, da unter Belastung fast 100 °C erreicht wurden (Details auf der folgenden Seite). Der DDR3-Systemspeicher wurde bei 1111 MHz und 1,65 Volt betrieben. Das QPI-Interface wurde mit 1,17 Volt versorgt. Mit diesen Einstellungen lief das System 24 h Prime95 und Goldmemory stable.

Hinweis: Anleitungen zum Testen des Systems mit Prime95 und Goldmemory finden Sie bei uns im Forum.

Undervolting

Undervolting (dt. Untervolten) bezeichnet das Herabsetzen der CPU-Spannung (Vcore) bis zum niedrigsten Punkt, an dem ein stabiler Betrieb noch gewährleistet ist. Dies ist möglich, da alle Transistoren unterschiedliche Schaltspannungen besitzen und somit vom Hersteller ein sicher ausreichender Wert eingestellt wird. Dieser ist eigentlich immer höher angesetzt als der tatsächlich niedrigst-mögliche Wert und an diesem Punkt können wir beim Undervolting, also beim Arbeiten mit geringerer Versorgungsspannung, ansetzen. Dies führt zu einer verminderten Leistungsaufnahme und somit auch zu weniger Stromverbrauch und Erwärmung.

Mit Undervolting lassen sich bei unserem i5-750-Testsystem nach einer Absenkung der Vcore von 1,224 Volt auf 1,025 Volt knapp 20 Watt an Ersparnis messen. Auch die Temperatur unter Last geht um ganze 8 °C zurück, was einen kühleren und somit leiseren Betrieb des Systems ermöglicht.

Auch der Core i7-870 musste sich der Prozedur unterziehen und so konnten wir während der Tests die Spannung von 1,224 Volt auf nur noch 1,0625 Volt herabsetzen, was die Leistungsaufnahme unter Last um etwa 10 Watt senkte. Die maximale Temperatur betrug dabei 48 °C - ein Minus von immerhin 14 °C.

Natürlich würde sich mit einem Absenken der Taktrate noch eine niedrigere Vcore einstellen lassen. Davon haben wir aber aus zeittechnischen und Sinnesgründen abgesehen. Wer die Leistung eines Core i5/i7 nicht braucht, sollte sich ohnehin einen energiesparenderen Prozessor kaufen. Somit gab es nur noch die Frage, wie weit wir die Spannung herabsenken können und trotzdem die gleiche Performance behalten. Auf der folgenden Seite gibt es noch ein paar Messwerte im Vergleich.

Hinweis: Alle Werte wurden immer im BIOS direkt eingestellt und verändert. Von Windowstools raten wir aus Stabilitätsgründen ab! Außerdem sind die Spannungen bei CPU-Z nicht die im BIOS eingestellten, wegen Vdrop und der Loadline Calibration.


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