Aldi Schnäppchen? MD 8008 im Test


Erschienen: 31.03.2003, Autor: Moritz Klein
Die wirkliche Hardware

Auf der vorherigen Seite haben wir bereits über die technischen Eckdaten des MD 8008 berichtet, doch wie wir leider feststellen mussten, hat Aldi auf seinen zahlreichen Werbeschriften etwas ungenaue oder sogar falsche Angaben über die Ausstattung des PCs gemacht. Was sich letztlich im PC befindet, können sie anhand der folgenden Übersichtstabelle leicht feststellen...

Merkmal Ausstattung
Prozessor Intel Pentium IV, Northwood, A80532, 400 MHz FSB
Taktfrequenz

2600 MHz

Motherboard MSI MS-6701 alias Medion 5000
Chipsatz SiS 648
Arbeitsspeicher Samsung M3 68L6423DTM-CB3, DDR333/PC2700, 512 MB
Festplatte(n) Seagate ST3120023A 40GB (ATA100, 7200 U/Min)
Seagate ST340014A 120 GB (ATA100, 7200 U/Min)
DVD-Laufwerk Pioneer DVD-RW DVR-105 (4x/2x)
DVD-Brenner Sony DVD-ROM DDU1612 (16x)
Grafikkarte ATi Radeon 9500 Pro (128 MB, 300 MHz Chip- und 540 MHz Speichertakt)
Soundkarte onBoard SiS 7012 Audio Device (6-Kanal)
Netzwerkkarte onBoard SiS 900-Based PCI Fast Ethernet Adapter (10/100 MBit/sec)
Modem Creatix V.9x DSP Data Fax Modem
TV-/FM-Radio Karte Medion (Philips SAA7134 PCI AV Decoder)
Betriebssystem Microsoft Windows XP Home Edition (inkl. Service Pack 1)
Wie man nun deutlich erkennen kann, entspricht die wirkliche Hardware nicht ganz der angegebenen, wobei sich diese Aussage besonders auf die verbaute Grafikkarte bezieht. Doch beginnen tut der Schwindel bereits bei der Festplattenkapazität: Zwar macht Aldi keine Angaben über die Anzahl der Datenträger, welche insgesamt die 160 GB Volumen ergeben, doch geht man hier davon aus, dass es sich um ein Laufwerk handelt. Wäre die Kapazität gleichmäßig auf zwei Mal 80 GB verteilt, wäre dies noch zu verkraften gewesen, doch verteilt auf 120 bzw. 2x 60 und 1x 40 GB, macht das ganze doch recht wenig Sinn...

Über das Motherboard bzw. den darauf verbauten Chipsatz macht Aldi zwar überhaupt keine Angaben, doch wäre allein die Ausstattung der Hauptplatine, für uns, ein Grund den Medion MD 8008 nicht zu kaufen. Als Board kommt ein MSI MS-6701 (SiS 648) zum Einsatz, welches allerdings doch sehr abgespeckt ist. Wer später eventuell noch seinen PC erweitern möchte, zum Beispiel durch diverse PCI-Karten, wird hier bitter enttäuscht werden, da nur noch zwei freie Slots verfügbar sind. Einer der insgesamt drei PCI-Slots wird bereits von anfang an durch die TV-/FM-Radio Karte belegt. Tauscht man nun noch die originale Grafikkarte durch eine GeForce FX 5800, oder eine Karte mit ähnlicher Kühllösung, geht ein weiterer PCI-Steckplatz verloren. Allerdings wäre der Einbau einer neuen GeForce aufgrund des Leistungshungers der Karte gar nicht möglich, da sich um MD 8008 leider nur ein 250 Watt Netzteil befindet. Des Weiteren kann das Board leider nur zwei DIMM-Sockel für Speichermodule bieten. Glücklicherweise hat Medion die 512 DDR333 Speicher in Form eines Moduls verbaut, da es hier sonst wiederum Probleme beim späteren Aufrüsten gäbe...

Bereits einige Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart des Medion MD 8008, wurde heftigst über die verbaute Grafikkarte namens Radeon 9600 TX spekuliert, sollten die Radeon 9600 Karten erst Anfang April auf den Markt kommen. Doch wie sich nun herausstellte, handelt es sich bei den Karten gar nicht um Platinen mit ATi Radeon 9600 Chips, sondern um simple 9500 Pro Karten. Allerdings verfügt die etwas höher getaktete 9500 Pro (300 MHz Chip- und 540 MHz Speichertakt) über 8 Pixel-Pipelines, die richtige Radeon 9600 leider nur über 4 Pipes. Die Kollegen von PC-Welt haben etwas genauer nachgehakt und Entwickler ATi kontaktiert, wobei folgendes ans Tageslicht kam...

Laut Kuperjans handelt es sich allerdings um eine Radeon 9500 Pro, bei der der Grafikchip im Vergleich zum Standard-Modell höher getaktet ist. Im Gegensatz zur angekündigten Radeon 9600 besäße die Radeon 9500 Pro immerhin acht statt vier Renderpiplines. Der Kunde würde mit dieser Karte einen "Wahnsinns-Deal" machen, meint jedenfalls Kuperjans und weiter: "Dieses Produkt steht im Aldi und ist dann weg."

Also eine einmalige Aktion zwischen ATi und Medion, die letztlich durch Hersteller MSI realisiert wurde, der die Karten schließlich produzieren durfte. Ob die Radeon 9600 TX nun wirklich so gut ist, wie von ATi´s Marketing Manager behauptet wird, sehen wir später, in den Benchmarks...


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