CeBIT 2004: Neuheiten und Ausblicke im Detail


Erschienen: 27.03.2004, Autor: Patrick von Brunn
Vorwort

Natürlich waren wir auch in diesem Jahr wieder live vor Ort und haben über die aktuellen Geschehnisse und auch kommende Innovationen berichten. Mit diesem Report wollen wir noch einmal diese gesammelten Informationen zusammenfassen und noch ein paar Worte zur diesjährigen CeBIT verlieren. Natürlich ist es fast unmöglich über alles zu berichten, was es auf der CeBIT 2004 an Neuheiten gab, doch wir möchten so viel wie möglich abdecken und über folgende Bereich berichten: Prozessoren, Motherboards und Chipsätze, Grafikkarten und GPUs, Soundkarten und -systeme, Gehäuse, Kühlung und über die DCMM 2004. Die genannten Bereiche möchten wir Ihnen nun auf den folgenden Seiten etwas näher bringen.

Prozessoren

Im Bereich der Prozessoren gab es natürlich auch wieder jede Menge zu bestaunen. So hat AMD beispielsweise den neuen Athlon 64 FX-53 und im Mobile-Bereich den Athlon XP-M 2100+ offiziell vorgestellt. Das neue Low-Power-Prozessormodell ist für ultradünne und ultraleichte Notebooks für Mainstream- und Value-Märkte konzipiert. Zwar trat das Unternehmen AMD in diesem Jahr ohne eigenen Stand auf, doch konnte man deren Produkte an über 50 Partnerständen begutachten, sodass ein eigener Stand nicht nötig war. Jan Gütter, Public Relations Central Europe AMD, erklärte uns, dass ein eigener Stand auf der CeBIT auch ein wichtiger Kostenpunkt ist und man in diesem Jahr, aufgrund der zahlreich vertretenen Partner, keinen eigenen Auftritt für nötig hielt. Für Presse und Partner gab es jedoch noch die Galerie in Halle 2, wo AMD neuste Produkte zeigte und über die nähere Zukunft informierte.

Dort konnte man neben einem Athlon 64 FX-53 auch ein komplettes Newcastle-System auf Sockel 939 Basis begutachten. Der Sockel 939 soll verschiedene Neuerungen bringen und Athlon 64 und 64 FX "vereinigen". So wird der Athlon 64 nun endlich auch über Dual-Channel verfügen und der FX wird sich über die Kompatibilität von herkömmlichen Unbuffered Modulen freuen können. Es werden also keine teuren Registered ECC Speicher mehr nötig sein. Der neue Prozessor-Kern, der die beiden Marktsegmente vereinen soll, wird die Bezeichnung Newcastle tragen. Eine Markteinführung des neuen Sockels ist für Ende Mai geplant. Neben Hardware, konnte man auch die neuen Features des Windows XP Service Pack 2 in Aktion beobachten: Data Excecution Prevention. So heißt der neue Hardware-basierte Schutz gegen Viren und Würmer, die den so genannten Buffer-Overflow ausnutzen. Die DEP kann beliebig aktiviert oder deaktiviert werden und überprüft Code auf Ausführbarkeit. Taucht ausführbarer Code in einem reinen Datencodewort auf, so erkennt das DEP den Code als Wurm und verhindert ein Ausführen, um das ganze kurz zu umschreiben. Zusammen mit der in den nForce 3 250 integrierten Firewall, streben AMD64-Plattformen zukünftig neue Sicherheits-Möglichkeiten an.

Natürlich schlief auch die Konkurrenz nicht: Intel zeigte die ersten Systeme auf Basis des neuen LGA775 Package. Lauffähige Systeme, die unter anderem bereits PCI Express nutzten, gab es beinahe bei jedem Intel Board-Partner zu sehen. Die Markteinführung des neuen Prescotts inklusive der neuen Chipsätze ist für das zweite Quartal diesen Jahres geplant, wobei ein genauer Termin bisher noch nicht bekannt ist. Neben neuer Hardware, wird Intel auch neue Modellbezeichnungen einführen.

Intel hat uns gegenüber auf der CeBIT das Gerücht, über ein neues Rating für Prozessoren, bestätigt. Das Rating soll aber nicht, wie bei AMD eine Aussage über die Leistung bringen, sondern dem Laien die Orientierung im großen Technik-Urwalt vereinfachen. Durch das Rating wird also nicht etwa eine Aussage über die Taktrate gegeben sondern über die Ausstattung einer entsprechenden CPU.

Entsprechend den Modellbezeichnungen bei BMW wird es sowohl im Mobilen wie auch im Desktopsegment eine 3er, 5er und 7er Serie geben. Die 3er Serie basiert auf den Celeron M und Celeron D Modellen, sprich die für den Desktop- und den Mobile-Markt. Unter die 5er Sparte wird der Pentium 4 fallen, wobei im mobilen Sektor der Pentium 4 Mobile vertreten sein wird. Die 7er Highendausstattungslinie wird im Deskopsektor durch die Extreme Edition geprägt werden, im Mobil-Bereich logischerweiße vom Pentium M Pozessor. Die jetzigen Modelle werden allerdings nicht mehr umbenannt werden, sondern erst alle folgenden Prozessormodelle, ab dem bald erscheinenden neuen Pentium M Kern „Dothan“. Hierbei wird dann entscheidend sein welche Ausstattung der Prozessor mitbringt, zum Beispiel ob er Hyper-Threading unterstützt, wie groß der Cache ist, wie schnell der FSB, später auch ob er Vanderpool oder La Grande Technologie unterstützt.

Zu betonen ist, dass das neue Rating zu keiner Zeit einen Vergleich zwischen verschiedenen Architekturen bieten soll. Wie die verschiedenen Modellparameter der einzelnen Modellreihen 3xx, 5xx un 7xx aussehen werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.


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