Die nächste Generation: 3DMark06 im Test


Erschienen: 18.01.2006, Autor: Jochen Schembera
Graphics Test: SM 2.0, SM 3.0 und HDR

Ganz im Zeichen dieser Neuerungen steht auch die Tatsache, dass Futuremark bei der Benennung der Testabschnitte neue Wege geht. So werden die bisher unter "Game Test" bekannten Sektionen künftig als sog. "Graphics Test" bezeichnet. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass man sich bei der vorliegenden Ausgabe stärker darauf konzentriert hat, die CPU als limitierenden Faktor in die Berechnung einzubeziehen und daher die Grafikleistung separat misst. Laut den Entwicklern von Futuremark soll auf diese Art eine realistischere Betrachtung des Gesamtsystems hinsichtlich seiner zu erwartenden 3D-Leistung möglich sein.

Die beiden ersten Graphics Tests geben die bereits bekannten Szenarien "Return to Proxycon" und "Firefly Forest" wieder. Hier verwendet man wie im Vorgänger durchgehend das Shader Model 2.0. Allerdings hat man die Details erhöht, die Texturen verfeinert und die Anzahl der Lichtquellen deutlich gesteigert. Dazu kommt, dass die default-Bildschirmauflösung stark erhöht wurde: Waren es im Vorgänger noch 1024x768 Bildpunkte, so werden der Grafikkarte diesmal 1280x1024 Bildpunkte abverlangt. Das fordert die Hardware natürlich enorm, denn in Verbindung mit den komplexen Lichtquellen ergibt sich eine wesentlich höhere zu bewältigende Rechenanforderung. Die nebenstehenden Bilder verdeutlichen dies.

Gänzlich neu ist ein Testbereich, der komplett auf Shader Model 3.0 und HDR setzt. Diese Tests sind allerdings nur auf SM 3.0-fähigen Grafikkarten lauffähig. Hier bekommen wir eine Neufauflage des "Canyon Flight" zu sehen, der im Vorgänger u.a. für den CPU-Test zuständig war. Daneben gibt es einen weiteren Shader-Model 3.0-Test, "Deep Freeze" genannt, der die Reflektionen und den Lichteinfall der Sonne in einer arktischen Umgebung zeigt und einen weiteren Test für HDR-Features darstellt.

Wer sich darüber freut, dass ältere SM 2.0-Karten wie die Radeon X800 seitens des Treibers theoretisch in der Lage wären, zumindest HDR-Effekte zu zeigen, sieht sich enttäuscht. Wenn die Karte hardwareseitig kein SM 3.0 unterstützt, so können diese Tests nicht gefahren werden. Die Erklärung liegt auf der Hand: HDR ist lediglich ein Teilfeature von SM 3.0, es wäre also etwas unsinnig, würde man einen Score für ein nur teilweise dargestelltes Feature berechnen wollen. Die Tatsache, dass derartige Karten hardwareseitig prinzipiell nicht SM 3.0-fähig sind, bleibt bestehen.

CPU Test

Auch der CPU-Test wurde neu gestaltet, denn was für die Grafikkarte gilt, muss natürlich auch für die CPU gelten. Daher ist sie im neuen Benchmark primär für die Physik- und KI-Berechnung zuständig.

Realisiert wird das Ganze in Form einer Spielszene, die aus einem labyrinthartigen Canyonsystem besteht, das auf eine Festung zuführt. Diese Festung wird von Robotern angegriffen, die ihrerseits von anderen Robotern abgewehrt werden. Der Clou dabei ist, dass sich die jeweiligen Objekte ihren Weg selbsttätig durch die Canyons suchen. Es liegt also keine Routine wie im Vorgänger zugrunde, sondern eine tatsächliche KI. Dass dabei andere Rechenarbeiten als bisher anfallen, liegt auf der Hand.

Die CPU-Tests laufen in einer fixierten Frame-Rate von 2 fps ab. Damit soll sicher gestellt werden, dass die CPU-Belastung auf verschiedenen Systemen etwas gleichmäßiger ausfällt. Zudem ist die Auflösung auf 640x480 Bildpunkte festgelegt und es werden auch keine dynamischen Schatten eingesetzt. Das Ziel der Entwickler ist hier, dass das Ergebnis der CPU nicht zu sehr durch die Grafikkarte verzerrt werden sollte. Natürlich ist es klar, dass eine leistungsstärkere CPU auch ein besseres Ergebnis erzielen wird, da die Physik-Berechnung schneller durchgeführt werden kann. Dabei weisen die Entwickler explizit darauf hin, dass diese Technik sich an den neuen Dual-Core-Prozessoren ausrichtet. Es ist daher anzunehmen, dass Single-Core-Prozessoren in diesem Abschnitt weniger gut abschneiden dürften.


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