Erziehungsmaßnahmen: Illegale Downloads sind "uncool"


Erschienen: 08.02.2005, 09:00 Uhr, Quelle: Pressetext, Autor: Christoph Buhtz

Wo die Grenze zwischen illegalem Kopieren und Fair-Use verläuft wird der Oberste Gerichtshof der USA Ende nächsten Monats entscheiden. Die Musikindustrie, vertreten durch MGM Studios verklagte die zwei Softwareproduzenten Grokster und Stream Cast Networks, weil sie illegale Filesharing-Software anbieten, berichtet die New York Times. Doch auch nach Entscheidung des Gerichtshofs wird es noch lange dauern bis Filesharing-Gegner und -Befürworter sich einig sein werden, welche Art von kostenlosem Filesharing legal ist und welche nicht.

Die Gräben zwischen der Unterhaltungsindustrie und Filesharern vertiefen sich weiter. Die Industrie droht damit, die Entwicklung neuer Technologien im Keim zu ersticken, notfalls mit Hilfe gerichtlicher Schritte. Filesharing-Befürworter malen ein Bild gieriger, profitorientierter Unternehmen und vertreten die Ansicht, dass das Herunterladen Copyright-geschützter Werke kein Diebstahl ist. Bei dieser Kontroverse gewinnen auf beiden Seiten meist die Radikaleren Vertreter die Oberhand. So werden Filesharing-Befürworter, die einsehen, dass illegales Filesharing falsch ist und sich für strikte Schutzmechanismen von Fair-Use einsetzen, von Gegnern als Diebstahlsbefürworter bezeichnet.

Kopierschutz im Internet ist auch in Frankreich ein heißes Thema. Ein vergangene Woche im Wochenmagazin Nouvel Observateur erschienener Aufruf zum Stopp der Verfolgung von Filesharern sorgt für heftige Debatten bei Musikindustrie, Politikern, Künstlern und Filesharern. Die erste Verurteilung eines Filesharers motivierte Aktivisten, die Gratis-Musikdownloads für selbstverständlich erachten, eine Kampagne gegen die strafrechtliche Verfolgung von Raubkopierern zu starten. Auch einige französische Musiker wie Dominique A oder Keren Ann, schlossen sich dem Appell im Nouvel Observateur an, heißt es in der französischen Tageszeitung Le Figaro. Frankreichs Politiker schlagen sich deutlich auf die Seite der Musikindustrie und verurteilen das Konzept von Gratismusik, das ein Parlamentsabgeordneter als Illusion bezeichnet.

Der Präsident der Motion Picture Association of America, Dan Glickman, weist indes auf die Schwierigkeit hin, den Menschen die kriminelle Natur von illegalen Downloads zu vermitteln. "Vor dem Computerzeitalter war es einfacher. Den Leuten war klar, dass sie nicht eine Videokassette aus dem nächsten Videoladen klauen dürfen". Trotz der Erziehungsmaßnahmen, wie die der Comicfigur Geret the Feret, die Kindern und Jugendlichen vermitteln soll, dass illegales Downloaden "uncool" ist, seien gerichtliche Verfahren unvermeidbar, da wirksamer, so ein Vertreter der US-Musikindustrie.

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Kommentare (7)Zum Thread »

1) Gast (08.02.2005, 14:03 Uhr)
und schon wieder steckt man in eine zwickmühle...

ich bin mehr oder weniger befürvorter für filesharing, aber nur aus einem einzigen grund, da mir diese geldgierige säcke total auf den keks gehen...

diese menschen werden es wohl nie raffen, dass man auch mit minimalen mitteln größeren gewinn erzielen kann als umgekehrt...
ein beispiel dafür kenne ich einige discos, die so gegannten 1€ parties etc. machen, trotz des niedrigeren preises machen sie an diesen abenden mehr gewinn als an den normalen abenden, da die leute einfach zahlreicher erscheinen und um einiges mehr trinken, als sonst...

das könnte die musik- und filmindustrie genauso machen...
wenn ich mir überlege was z.b. ein kino-abend kostet ist es schon der hammer, wir kommen selbst mit allen sparsamen mitteln (frei parken, getränke von automaten kaufen, da sie bei uns dort billiger sind) nicht unter 10€, wenn man sich überlegt, das sind 20DM...

der hammer kommt dann später noch auf dvd, eine anständige dvd kostet auch um die 20-30€...
würde die jetzt hingehen und sagen wir nehmen für einen film 3-4€ und für eine dvd max. 15€ dann würde dieser ganzer nährboden für den filesharing quasi von alleine weg fallen, da es sich im endeffekt kaum lohnen wird, das ganze in einer zum teil sehr minderwertiger quallität runter zu laden...
erst wenn das bei leuten oben angekommen ist, wird filesharing kein großes thema mehr sein...

in meinen augen, wirtschaftet sich die industrie selber kaputt und durch die ganze prozesse machen sie filesharing ungewollt berühmt, wenn ich mir überlege, dass selbst mein nachbar der schon über 60 ist tag und nacht am ziehen ist, früher wußte er nocht net mal wie ein pc angeht...

wie auch immer, bin echt mal gespannt, wann die industrie endlich mal einen wechselkurs anlegt oder ob überhaupt sich irgendwann was ändert, ein kompromiss wäre für alle beteiligten die bessere lösung...
2) Gast (08.02.2005, 14:43 Uhr)
Disco und Medienindustrie zu vergleichen ist etwas - amateurhaft -. Der Discobetreiber hat sogenannte Fixkosten. Diese hat er bei (1 Euro Eintritt) bereits bei einer bestimmten Minimalzahl an Besuchern für diesen Abend wieder eingespielt. Bei jedem Getränk sind die Anschaffungskosten, plus Lohnkosten, Gewinn berechnet. Klingt recht einfach logisch und warum machen es die bösen Großfirmen denn nicht auch. Weil sie blind sind, zu dämlich, weil Menschen wie Du es ihnen erst sagen müssen?
Ein Kino muss nicht nur Mitarbeiter, Betriebsmittel, Miete, Verbindlichkeiten bezahlen (was in den Kaufpreis enthalten ist), sondern auch die teuren Filmrechte + Filmgebühren, denn jeder Film wird verliehen. Man erinnere sich an das Kirch-Imperium. Dies gilt ebenfalls für die DVD. Herstellungskosten? machen 2,89 Euro aus. Filmlizenz die der Vertreiber erworben haben muss (Vertriebsrecht)? runde 7 Euro. Gewinnschwelle des Produkteurs und Vertreibers? jeweils 1 Euro. 11,89 Euro sind wir jetzt. Dann wird das ganze nach Europa (meistens) importiert oder es müssen noch Fixkosten für die jeweiligen Sprachausgaben berechnet werden =3 Euro. 14,89 Euro. Jetzt wird das ganze noch von Großhändlern an die Ketten vergeben (dieser benötigt auch einen gewissen Verdienst= 1-2 Euro) also 15,89 bis 16,89 Euro. Nun wird das ganze in den Ketten noch intern verteilt und damit müssen Gewinn und betriebliche Kosten zusammenkommen. Für einen - theoretisch- normalen Film (keinen Hit!) also zum Schluss 18,89 Euro plus die Gewinnspanne des Kaufhauses. So dass eine Normale DVD immer um die 20 bis 22 Euro kosten. Bei einem Hit - Film, besonderer Verpackung, besonderen Inhalten, Bonus-DVD fängt das ganze Spiel nochmal von vorne an... Etwas komplizierter als eine kleine Disco oder? In dieser Produktionskette bestimmten viele Faktoren wechselseitig den Preis. Ein Film 3/4 Euro? Dann schau es dir bei Demandangeboten an, dort bezahlst Du tatsächlich nur Bereitstellung, Lizenz(2nd) und die winzige Gewinnspanne des Anbieters. Augenzwinkern
Für Filesharing ist dies keine rrechtfertigung, da Du damit den Urheber um seinen verdienten Lohn für die harte geistige Arbeit prellst. Oder wie würde es Dir gefallen, wenn für Deine Körperliche/geistige Arbeit Dein Arbeitgeber demnächst sagt: Ach Ihre Bezahlung verschieben wir mal auf nächsten Monat - ich konnte Ihre Leistung mit ähnlicher Qualität gerade aus dem Arbeitsmarkt leechen....
3) Gast (08.02.2005, 16:45 Uhr)
Die Zahlen sind ja wohl vollkommen aus der Luft gegriffen .... wenn es wirklich so wäre wären Amazon und Konsorten längst bankrott. Und wenn jeder der sich ab und zu einen Film herunterlädt danach nicht mehr ins Kino gehen würde sähe es bei den Kinos nicht anders aus.
4) Softwarekiller (08.02.2005, 17:57 Uhr)
Man Kann es natürlich auch auf Software beziehen, wo genau das gleiche Problem herscht...

Die Ganze Welt ist von dem Großemperium Microsoft eingenommen, die ganze Welt ?...nein ein kleines Dorf ist unbesetzt...*g*
Die Opensource-Gemeinde Augenzwinkern Und immerhin muss man zugeben dass die Software auch funktioniert.

Man kanns nicht wirklich auf Filme übertragen, das ist was ganz anderes, aber bei Software und Musik: The Human Knowledge Belongs To The World....

Wer allerdings nur ein kleines Fünkchen Verstand besitzt, der wird gute Musiker und Programmierer unterstützen. Eins ist aber klar, bei den Preisen der Musik, Software bzw. Spieleindustrie und der unpassend Leistung die sie verkaufen, wird das nichts.

Wie lange war Unreal 1...richtig 99 Level meines Wissens. Es hat aber nicht 120 Mark gekostet
Heute spielt man ein Spiel in 4 Stunden durch und es bekommt 96% in diversen Spielezeitschriften. Preise von 50€ bis 79€ sind hingegen nichts unnormales mehr.

Die Preis/Leistung stimmt nicht mehr !

5) Gast (08.02.2005, 18:02 Uhr)
Die Musik-Maffia verkauft CDs mit Kopierschutz (in der Realität eher eine Abspielsperre) und kassiert gleichzeitig Kopier-Gebühren. Bevor sie andere Leute wegen Betrug anklagen, sollen sie selbst erst mal mit diesen Betrügereien aufhöhren.
6) ventu (08.02.2005, 18:55 Uhr)
Trotzdem kann man nicht hingehen und als Rechtfertigung für das Herunterladen von geschützen Inhalten die überteuerten Preise der Industrie anführen.
Und jetzt kommt mir bitte keiner an und sagt er wisse nicht, dass das Verhalten illegal ist. Wer runterlädt, der handelt illegal; daran gibts nix zu rütteln. Da muss jeder selber entscheiden ob er das für ihn in Ordnung ist oder nicht.

Aber kommt bitte nicht mit so erbärmlichen Versuchen das zu rechtfertigen. Mit diesen Vergleichen lässt sich das Verhalten höchstens begründen.
7) Gast (08.02.2005, 21:29 Uhr)
(Der Gast 2) danke Paladin, schließe mich in dieser Hinsicht vollkommen, bedingungslos an Augenzwinkern .

Ich sagte ja auch nicht in meinem Beispiel, dass es der Realität (nur dem Theoriebuch in BWL) entspricht, aber diese aus dem Sozialismus bereits bekannte Art des Menschen alles was kostenlos ist wie ein habgieriger Dämon haben zu wollen ist gräßlich. Das Wirtschaften macht den Menschen erst rational zum gesellschaftsfähigem Individuum.

Dass gewisse Unregelmäßigkeiten auftreten ist leider immer der Fall. Aber die bösen, bösen Bosse?, das sind eher Pöbelparolen ähnlich und desöfteren (leicht verallgemeinert) typisch deutsch: Diskutieren über alles, auch wenn man darüber keine Ahnung und Durchblick hat, um es mit den leicht abgewandelten Worten von Reich-Ranicki zu sagen.
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