Heise-Verlag lässt Mahnung der Musikindustrie kalt


Erschienen: 28.01.2005, 19:00 Uhr, Quelle: Pressetext, Autor: Christoph Buhtz

Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft hat den Heise Verlag wegen eines Berichts über ein Programm das den Kopierschutz von DVDs knacken kann, abgemahnt. Der Phonoverband wirft dem Verlag vor, online eine Anleitung zur Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen gegeben zu haben. Mit einem direkten Link zum Hersteller der illegalen Software habe Heise zudem Werbung für die illegale Software betrieben. Der Heise Verlag reagierte gelassen über die Vorwürfe und sieht in der Newsticker-Aussendung keinerlei gesetzliche Übertretung. Der Bericht weise auf Mängel von Kopierschutzsystemen hin und erfülle somit die Informationspflicht gegenüber den Lesern.

Der Phonoverband beruft sich auf das Urhebergesetz, laut welchem die Herstellung, der Vertrieb, Umgehungsanleitungen und die Bewerbung von Software zum Knacken des Kopierschutzes verboten sind. Der Verlag weist in einer Presseaussendung die Vorwürfe von sich. "Der Bericht enthält weder eine Anleitung noch Werbung... Einen Link auf die Webpräsenz des Herstellers setzen, ist in der Online-Berichterstattung eine Selbstverständlichkeit und angesichts der Tatsache, dass unsere Leserinnen und Leser Internetsuchmaschinen bedienen können, ohnehin belanglos." so der Kommentar von Christian Persson, Chefredakteur von Heise Online.

Für Thorsten Braun, dem Syndikus des deutschen Phonoverbands, ist auch die Pressefreiheit kein Freibrief das Gesetz und die Arbeit von Künstlern und Produzenten zu untergraben. Solche Berichte hätten nichts mit seriöser Berichterstattung zu tun und fördere die negativen Auswirkungen des illegalen Kopierens. Persson hält dagegen, dass es im Interesse aller liege, rechtzeitig über mangelhafte Kopierschutztechniken informiert zu werden und wirft dem Phonoverband eine "verquerte Logik" vor. Außerdem werde in dem Artikel ausdrücklich auf das Verbot dieser Software hingewiesen.

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Kommentare (10)Zum Thread »

1) Philip (28.01.2005, 19:46 Uhr)
Naja heikle Sache, auch Onlinemagazine hatten ähnliche Probleme ... Naja ich seh das etwas anders ...
2) Gast (28.01.2005, 19:52 Uhr)
Tja.. Weil die Industrie unfähig ist, einen ordentlichen Kopierschutz zu entwickeln, muss sie eben so auf sich aufmerksam machen.. Schade um heise.
Habe bisher die Newsticker immer gut und gut recherchiert gefunden.
Kein Grund heise dafür anzuschwärzen, dass sie ihre Arbeit machen.

btw. in anderen (lizenzfreien) Gebieten nennt man sowas auch Bugtracking.
3) Blaubierhund (28.01.2005, 21:44 Uhr)
die industrie müsste weder kopierschutz entwickeln, noch magazine und zeitschriftenverlage verklagen wenn sie ihre produkte zu anständigen konditionen anbieten würde. was wundern die sich eigentlich darüber, dass es menschen gibt die aktuelle kauf- und nutzungsmethoden nutzen möchten.
4) Gast (29.01.2005, 11:37 Uhr)
Das leidige alte Thema wegen Kopierschützen etc smile Wegen nem Link zu einem Hersteller kann man nun wirklich keinen abmahnen...zumindestens solang der Link nur auf die Herstellerpage und ned direkt auf das Produkt selber zeigt Augenzwinkern Und Kopierschutzanleitung...jeder der so was braucht kennt Google...
5) Mike (29.01.2005, 12:23 Uhr)
genau...die solln mal google abmahnen...der bringt auch alle links zu allen sachen!! Augenzwinkern
6) Blaubierhund (29.01.2005, 12:40 Uhr)
@5 bist du bescheuert. wie willst du denn dann noch interessante infos finden??
7) Tobi (29.01.2005, 14:40 Uhr)
mit altavista Bildersearch...
8) Mike (29.01.2005, 14:43 Uhr)
maaaaaan nimm doch net alles so ernst bierhund!
9) Gast (29.01.2005, 18:06 Uhr)
Erstmal ist hier die Frage, ob solche Abspielsperren überhaupt etwas mit Kopierschutz zu tun haben.
Und schließlich stehen in jedem Chemiebuch die Formeln diverser Sprengstoffe, ohne daß gleich irgend ein übereifriger Trottel behauptet, daß hier Anleitungen für Terroristen veröffentlicht werden. Warum sollte das beim Kopierschutz anders sein?
10) Gast (30.01.2005, 12:00 Uhr)
Wenn jemand Google anmahnen will, der hat eh keine Chancen, die haben genug Kohle um die besten Anwälte zu bezahlen und wenn mal eine Klage durchkommt, geht Google noch längst nicht unter.
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