IT-Vormachtstellung: Intel sorgt sich um die USA


Erschienen: 07.03.2005, 13:00 Uhr, Quelle: Pressetext, Autor: Patrick von Brunn

Der kalifornische Chipriese Intel sorgt sich um die Vormachtstellung der USA im Hightechbereich, berichtet der Branchendienst Cnet. "Unser Bildungssystem ist lausig", sparte Pat Gelsinger, Spitzenmanager des Chipriesen, beim Intel Developer Forum in San Francisco nicht mit harscher Kritik. "Und wir haben eine schwache Infrastruktur, die langsam verfällt", kritisierte Gelsinger.

Global agierende Unternehmen wie Intel könnten das ausgleichen, indem sie Arbeitskräfte einfach woanders engagieren, sagte Gelsinger. "Für uns als Unternehmen ist das okay, aber als US-Staatsbürger fürchte ich um die Wettbewerbsfähigkeit meines Landes". Microsofts CTO Craig Mundie stieß bei der Konferenz in dasselbe Horn. "Die USA sind in zunehmendem Ausmaß mit einem Defizit im Bildungsbereich konfrontiert." Microsoft-Chairman Bill Gates hatte vor einer Woche ebenfalls das Bildungswesen kritisiert: "Amerikas Highschools sind veraltet", lautete die Kritik von Gates.

Sowohl Intel als auch Microsoft sehen einen Pool von Talenten in geographisch weiter Ferne. Der Microsoft-Chef-Techniker etwa pries Russland, das über ein reichhaltiges Erbe in Mathematik und Naturwissenschaft verfüge, das dabei helfen könnte, in Zukunft wesentliche technische Probleme zu lösen. Intel wiederum hat ein Auge auf den Nahen Osten geworfen. Der Chiphersteller ist bereits in Israel engagiert, will aber künftig auch in Ägypten verstärkt auftreten. Gedacht sei daran, eine Abart des Intel Developer Forum in den Staat am Nil zu bringen.

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Kommentare (6)Zum Thread »

1) Blaubierhund (07.03.2005, 13:05 Uhr)
wo bleiben die deutschen managergrößen die die bildungslage in deutschland kritisieren und was dagegen unternehmen???
2) Thrawn (07.03.2005, 13:45 Uhr)
Das einzige was die machen ist Reden und sich höhere Gehälter gönnen.
3) Blaubierhund (07.03.2005, 16:30 Uhr)
...und der politik die schuld in die schuhe schieben - dabei stellt die deutsche industrie sich ja immer quer und streicht arbeitsplätze...
4) Gast (07.03.2005, 17:29 Uhr)
Mit Hartz IV wurden ja auch einige Milliarden Kaufkraft weggespart. Und wovon sollen sich die Hartz IV-Geschädigten die nötige Fachliteratur kaufen?
Und ein wirklich funktionierendes Bildungssystem gabs mal vor Jahren - in der DDR!
5) Gast (07.03.2005, 20:31 Uhr)
das mit den ausländischen Studenten fällt sicher unter das Thema Entwicklungshilfe.

Aber das Große Problem ist, das die Manager vor lauter Zahlen nicht mehr sehen, dass die mit den Arbeitsplätzen in Deutschland, auch die Kunden wegrationalisieren. Denn die billigen Arbeiter aus dem Osten und Asien wollen keine Autos, Handys und was wir sonst noch als High-Tech und High-Price Produzieren kaufen.
Die haben erst mal Ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen, bevor die mal auf die Idee kommen das die so etwas brauchen könten.
Mal ganz davon abgesehen, das die sich das auch in Jahren noch nicht leisten können.

MfG Stefan
6) Blaubierhund (07.03.2005, 21:27 Uhr)
Zitat:
Original von Gast
das mit den ausländischen Studenten fällt sicher unter das Thema Entwicklungshilfe.
nicht zwangsläufig. die unis unterscheiden nicht wirklich aus welchem land die kommen - und bafög erhalten auch nicht-deutsche die in deutschland studieren...
Zitat:


Aber das Große Problem ist, das die Manager vor lauter Zahlen nicht mehr sehen, dass die mit den Arbeitsplätzen in Deutschland, auch die Kunden wegrationalisieren. Denn die billigen Arbeiter aus dem Osten und Asien wollen keine Autos, Handys und was wir sonst noch als High-Tech und High-Price Produzieren kaufen.
Die haben erst mal Ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen, bevor die mal auf die Idee kommen das die so etwas brauchen könten.
Mal ganz davon abgesehen, das die sich das auch in Jahren noch nicht leisten können.

ich denke die sind sich dessen schon bewusst - denen isses einfach egal. wie lange bleibt den so ein manager in seinem unternehmen. es ist doch immer häufiger so, dass die alle paar jahre das unternehmen wechseln bis sie es wieder saniert oder ruiniert haben. so oder so - schlecht für die angestellten - gut für die leute an der firmenspitze...

ich bin allerdings der meinung, dass wir in deutschland nicht langfristig arbeitsplätze schaffen können wenn wir die leute in der fertigung und produktion am fließband einsetzen. der einzige weg ist meiner ansicht nach der komplette wechsel zur dienstleistungs- und informationsgesellschat. arbeitsplätze werden nicht mehr in den fabriken zu finden sein sondern in bürogebäuden und im unterhaltungsbereich. wenn in deutschland noch produziert werden soll, dann in ausgewählten manufakturen mit sehr hohem qualitätsanspruch (wie in der schweiz) oder ausschießlich robotergestützt (wie in japan). das problem ist nur, dass viele deutsche denken wir hätten noch sowas wie eine arbeiterkasse - dem ist aber nicht so. wer von den jetztigen generationen die frisch ins berufsleben einsteigen noch nen job in der fertigung findet hat keinen sicheren arbeitsplatz in hinblick auf die nächsten jahrzehnte... bildung heißt da das stichwort - und schon gar nicht so schnell wie möglich ins berufsleben - wenn dann berufs- und praxisorientiert wie in Berufsakademien oder fachhochschulen...
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