Musikindustrie will mehr Geld für Downloads


Erschienen: 01.03.2005, 15:00 Uhr, Quelle: Pressetext, Autor: Christoph Buhtz

Mehrere Musiklabels verhandeln zurzeit mit Online-Musikhändlern mit dem Ziel, die Preise für Online-Musik zu erhöhen. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, wollen die Labels den Großhändlerpreis für einen Song-Download anheben. Derzeit betrage dieser Preis rund 65 Cent, was für den Konsumenten einen Preis von 99 Cent pro Song in den meisten Online-Musikshops ergibt. Ein höherer Preis für die Händler würde unweigerlich auch für die Konsumenten zu einer Verteuerung führen. Das könnte dem zarten Pflänzchen Online-Musikverkauf den Todesstoß versetzen, bevor es noch richtig aufgeblüht ist.

Die Labels betrachten den derzeitigen Preis als eine Art Billigaktion zur Markteinführung, um die Nachfrage nach Online-Musik anzukurbeln. Offenbar sehen einige Labels nun die Zeit gekommen, den Preis zu erhöhen. Das Newsportal The Register meint, dass Universal und Sony BMG bei einer Preiserhöhung unsicher sind. Die treibenden Kräfte hinter der Preiserhöhung dürften also die kleineren Major Labels EMI und Time Warner sein, die aber laut Register dazu jeden Kommentar verweigerten.

Darüber hinaus soll den Labels die Marktmacht von Apples iTunes bereits ein Dorn im Auge sein. Die FTD zitiert einen Musikmanager mit den Worten: "Unsere Musik ist keine Beigabe, die dazu dient, iPods zu verkaufen." Allerdings rentiert sich der Online-Verkauf von Musik schon bei den derzeitigen Preisen für die Händler kaum, wenn sie den Downloadservice nicht zusätzlich als Vermarktungsinstrument für ihre Hardware nutzen. Eine Preiserhöhung könnte zudem die User wieder zum illegalen Download bei File-Sharing-Systemen veranlassen und dem kommerziellen Download das Wasser abgraben.

« Vorherige News Nächste News »
Weitere Meldungen

Kommentare (17)Zum Thread »

1) Philip (01.03.2005, 15:05 Uhr)
ich bin der meinung, dass die musikindustrie bisschen naja sagen wir mal bekloppt ist... sie wollen einerseits keine illegalen musikstücke dem kosumenten anbieten, aber wenn sie das geschäft dann nicht attraktiv für den kunden halten, dann muss man sich nicht wundern... denn das allgemeine wirtschafsgesetz sagt wenn die nachfrage zu gering ist, dann muss der preis für diejenigen attraktiv werden, die eben es bisher nicht in erwägung ziehen, aber naja sie müssen es selbst wissen ...
2) Blaubierhund (01.03.2005, 15:20 Uhr)
da gibt es leute und unternehmen die den hals einfach nicht voll genug bekommen können. bin mal gespannt wer sich durchsetzt apple oder die MI. die kleineren online-music-stores haben ja nicht allzu viel verhandlungsspielraum, aber apple hat momentan schon ein wenig was zu melden...

ich für meinen teil hab ja online bis dato nur musik gekauft wenn die songs nicht teurer als 50cent oder die bezahlung auf freiwillig war... für cds oder dvds geb ich prinzipiell nicht mehr als 10 euro aus. wenn die songpreise wirklich erhöht werden, werd ich wohl nur noch cds und dvds bis max.5 euro kaufen. online kauf ich dann gar nix mehr... von filesharing halte ich übrigens nix...
3) Gast (01.03.2005, 15:24 Uhr)
Die wollen es wohl einfach nicht lernen, oder?
Da schaffen sie es schon wieder nen paar mehr Lieder online zu verkaufen, zu attraktiven Preisen, dann laeuft das mal nen Jahr, und schon machen sie es wieder kaputt....
4) ventu (01.03.2005, 15:29 Uhr)
Bevor die die Preise erhöhen, muss die Musikindustrie aber noch mindestens 3 Studenten mit illegal erworbener Musik auf Ihren Rechner hochnehmen und das als Abschreckungskampagne deklarieren. Am besten noch dazuschreiben, dass das jetzt jedem blüht und noch eine hohe Geldstrafe festlegen, damit die Angst vor Tauschbörsen bei den Usern auch richtig tief sitzt.
5) Blaubierhund (01.03.2005, 15:39 Uhr)
von dem geld das die MI so einnimmt bekommen die künstler auch nicht so wahnsinnig viel...
6) Gast (01.03.2005, 15:46 Uhr)
@Blaubierhund: Gerade dann frage ich mich angesichts von Einnahmen wie etwa Robbie Williams sie hat(te), wie gierig die MI ist und wieviel hier abgecasht wird (wobei ich ihm sein Einkommen natürlich voll und ganz gönne)
7) Philip (01.03.2005, 16:00 Uhr)
Das beste hab ich heute zu dem Thema gehört:

Moderator: Joa und was sagst du zum Thema illegal erworbener Musik?
Gast: Naja ich bin hochgenommen worden und muss nun 30.000 Euro zahlen. Aber das ist kein Problem
Mod.: Warum dass nicht? Ist ne Menge Geld.... oder nicht??
Gast.: Joa das schon, aber ich verkaufe ab sofort die Lieder für 0,50 Euro auf dem Schulhof, muss nur noch rund 60.000 Lieder verkaufen... *scherz*

Naja passend wie ich finde Zunge raus Und eine ellegante Lösung, meint Ihr nicht?
8) Blaubierhund (01.03.2005, 16:45 Uhr)
illegales saugen von musik ist auch keine lösung. das einzige was funktionieren würde, wäre überhaupt keine musik mehr zu kaufen - da würde sich die MI ganz schnell umgucken müssen - verklagen könnte sie die leute dann bestenfalls noch auf konsum-unterlassung.... Augenzwinkern

@7) viele bekannte künstler haben noch andere einnahmequellen (z.b. konzerte, werbung, eigene produktionsstudios und/oder labels) auch die copyrights (hierzulande über die GEMA geregelt spülen eine menge kohle in die kassen der künstler. der anteil von den 99cent pro song die direkt an den künstler fließen ist aber eher gering. den größten batzen gönnt sich davon die MI und mit der preiserhöhung hat die MI sicherlich nicht im sinn die künstler besser zu bezahlen...
9) Gast (01.03.2005, 17:45 Uhr)
Ein Ausweg wäre es, wenn die Künstler ihre Musik nicht mehr an die traditionelle Musik-Maffia verkaufen, sondern direkt an die Online-Händler.
10) Blaubierhund (01.03.2005, 17:56 Uhr)
dann müssten die musiker sich aber auch selbst um werbung und organisation kümmern und ich bezweifle, dass die das machen möchten...
11) Moikus (01.03.2005, 18:59 Uhr)
diese megareuden ich hatte eher gehofft das sich der preis veringert aber NEIN diese elenden Kapitalisten wolln noch mehr
12) Svenson (01.03.2005, 20:05 Uhr)
Verfluchte Kapitalistensäcke!
13) Gast (01.03.2005, 20:28 Uhr)
jawohl, wir brauchen wieder ne sozialistische führung, die am besten auch gleich noch regelt was wir günstig kaufen können... dann brauchen wir auch keine so große auswahl mehr - wo man ja eh nicht mehr weiß was man will...
14) Gast (02.03.2005, 00:13 Uhr)
oh man die lernen doch gar nix dazu...
zuerst verpennen sie den ganzen mp3 boom, wird imemr schön alles runtergespielt, von wegen das ist keine wirliche alternative, wegen qualli etc.
dann kommt apple und macht wieder umsatz für die, und jetzt wollen sie noch mehr kohle haben...
die sollen froh sein, dass sich überhaupt leute für die online-shops interessieren und auch dort was kaufen, ich kenne mehr als genug die seit letzten 5 jahren noch net mal eine cd gekauft haben, habe aber immer das neueste zu hause...
ich raff das alles nicht, die sollen sich langsam entscheiden was sie wollen...
hat den keiner von diesen geldgeilensäcken was von minimalem preis = höhere erträge gehört, den das macht doch das ganze so interessant...
in allen möglichen clubs, kinos wird das schon seit jahren praktitiert, und die machen auch keine verluste ehe im gegenteil, da kommen an abenden mehr kohle zusammen, als bei normalen preisen...
ich glaub die werde es dann lernen, wenn sie kurz vor dem großen aus sind, dann ist aber wahrscheinlich schon alles zu spät...

vorschlag von 9 ist net schlecht, einfach mal die ganze industrie zu beukotieren, vielleicht merken sie es langsam, dass sie mit konsumenten nicht einfach so wie es den grad passt umspringen können...
naja bin mal gespannt, was aus der sache wird...ich hoffe dass apple stand hält, sonst geht ein atraktiver online-shop den bach runter und bald ist der rest dran, danach heißt es wieder neue quellen für illegalen download suchen...
15) Blaubierhund (02.03.2005, 10:12 Uhr)
der witz dabei ist ja, das die MI praktisch keine eigenen kosten mit den songs, die per i-net verkauft werden, hat. noch nicht mal um den vertrieb müssen die sich selbst kümmern weil das ja apple für die macht (apple selbst verdient am iTMS übrigens grad genug um die anfallenden kosten abdecken zu können). und trotzdem wollen die noch mehr kohle - unverschämt...
16) Gast (02.03.2005, 10:28 Uhr)
in diesem unseren land wundere ich mich über gar nix mehr
17) Gast (02.03.2005, 20:20 Uhr)
...und ich will mehr lohn...solche arschgeigen...
Kommentar abgeben 


Sicherheitsabfrage
Bitte übertragen Sie den Code in das Eingabefeld!