Softwarepatente gefährden IT-Unternehmen


Erschienen: 18.03.2005, 11:00 Uhr, Quelle: Pressetext, Autor: Patrick von Brunn

Nach einer Umfrage der Initiative NoSoftwarePatents.com fürchten 60 Prozent der deutschen IT-Unternehmen, dass Softwarepatente ihre Existenz gefährden. Der EU-Ministerrat hat vergangene Woche einen Richtlinienvorschlag erlassen, der Softwarepatente in Europa erlauben würde. Bevor das Europaparlament im nächsten Schritt über Ablehnung oder Änderungen entscheidet, hat die Initiative deshalb eine Umfrage unter betroffenen Firmen gestartet.

6,3 Prozent der Firmen sehen sich nicht in der Lage Softwarepatente selbst zu recherchieren. Die meisten der Firmen sind sogar davon überzeugt, dass sie sich eine vollständige Überprüfung aller bestehenden Patente gar nicht leisten könnten. Bei Rechtsstreitigkeiten träte deshalb der Insolvenzfall oder die Geschäftsaufgabe entweder bereits bei einer Klagedrohung oder spätestens im Rahmen eines Prozesses ein. Dadurch fühlen sich die meisten Firmen erpressbar. Einzelne Einsender nannten sogar die Nummern der europäischen Patente, die sie als Bedrohung für ihren Betrieb ausmachen konnten. Elf Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen mindestens 50, einzelne sogar mehr als 1.000 Mitarbeiter.

"Die Ergebnisse machen deutlich, dass Softwarepatente Gift für die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen IT-Wirtschaft sind", kommentiert der Experte für Geistiges Eigentum Günter Krings.

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Kommentare (6)Zum Thread »

1) Gast (18.03.2005, 16:38 Uhr)
Ja ist ja vollkommen klar und das war es schon immer. wenn sich firmen den doppelklick oder die taskleiste patentieren lassen dürfen, kann das zu nichts gutem führen...
ja wie heißt es so schön das kann man ja einklagen, aber ich möchte mal den sehen, der die prozesskosten bezahlen kann, wenn der streitwert bei millionen liegt.

und wie die die entscheidung durchbekommen haben -ARGH-
2) Babe (18.03.2005, 17:03 Uhr)
hier wird es auf jeden Fall schleunigst Zeit die Notbremse bei Patenten zu ziehen...
3) bladus (18.03.2005, 17:23 Uhr)
Hoffentlich fällt die Entscheidung auf Ablehnung !
4) Gast (18.03.2005, 17:25 Uhr)
Anscheinend ist nicht nur die EU-Komission bei Lobbying anfällig, sondern auch Minister.
Lobbying bedeutet für mich: A will etwas von B und erreicht es mit Hilfe von C.
C=Geld?, Argumente? man kann es sich aussuchen.
Wieder werden tausende Arbeitsplätze durch Dummheit von Politkern vernichtet.
Es ist zum weinen.
5) Gast (18.03.2005, 17:59 Uhr)
Hauptsache sie können sich selbst mal wieder die Diäten erhöhen.
Und wie wärs, die Nebentätigkeiten von Politikern nach den gleichen Regeln zu behandeln wie bei Hartz IV?
6) Gast (19.03.2005, 05:56 Uhr)
software patente sind sehr gefährlich für die ganze branche, da von denen nur große unternehmen profitieren werden, aber da bei uns in deutschland mehr leute in mittel-ständischen unternehmen tätig sind, gibts mit sofwarepatente noch mehr arbeitslose, wie soll man den irgendwas programmieren, wenn man ständig seine anwälte fragen muß, ob dies oder jenes nicht unter einem patent liegt...
für mich sinde diese dinger einfach nur quatsch...
*Erst wenn der letzte Programmierer eingesperrt, und die letzte Idee patentiert ist, werdet ihr merken, dass Anwälte nicht programmieren können.*
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