Google lenkt ein: China-Portal mit Selbstzensur


Erschienen: 26.01.2006, 18:00 Uhr, Quelle: Financial Times Deutschland, Autor: Andreas Venturini

Es scheint, als habe sich Google dem Druck der kommunistischen Partei in Peking gebeugt. Nachdem Internet-Zensoren der Regierung bereits die Cache-Funktion der Suchmaschine abgeschaltet hatten, mit deren Hilfe ältere Versionen von Websiten angezeigt werden können, filtert Google seit Mittwoch nun selbst politisch heikle Themen aus den Suchergebnissen heraus. Angezeigt werden nur diejenigen Ergebnisse, die von der kommunistischen Partei abgenickt worden sind.

"Um in China operieren zu können, haben wir einige Inhalte von den Suchergebnissen entfernt, die google.cn zur Verfügung stellt."
"Das Entfernen von Suchergebnissen steht im Widerspruch zu Googles Mission, aber überhaupt keine Informationen zu liefern - beziehungsweise eine stark verstümmelte Anwendererfahrung, die keinen Informationen gleich kommt - steht noch stärker im Widerspruch zu unserer Mission"
, so ein ranghoher Google-Manager.

Weltweit löste die Aktion besonders bei Menschenrechtsorganisiationen wie Amnesty International Empörung aus. Googles Glaubwürdigkeit könnte ernsthaften Schaden nehmen, da das Unternehmen bisher als unbeeinflußbar und neutral galt. Erst vor kurzem hatte man sich noch für das Motto "Don´t be evil" ausgesprochen.

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Kommentare (12)Zum Thread »

1) Caliban (26.01.2006, 18:14 Uhr)
sowas find ich traurig... vor allem, können die chinesen nicht auf google.com zugreifen?
2) Babe (26.01.2006, 18:15 Uhr)
Zitat:
Original von Caliban
können die chinesen nicht auf google.com zugreifen?

Ähm, gute Frage grinsen
3) ventu (26.01.2006, 18:22 Uhr)
Nein, können sie nicht.


Trauriges Beispiel dafür, dass Geldgier meistens doch siegt...
4) denjo (26.01.2006, 19:17 Uhr)
alle internetanfragen aus china werden gefiltert, da ist es wayne ob die auf google.com zugreifen oder auf die jetzige google Seite da
5) Gast (26.01.2006, 21:59 Uhr)
ausgerechnet google ... pfui !
6) Gast (27.01.2006, 09:42 Uhr)
Ich finde es traurig, dass solange die Kasse stimmt, niemand mehr einen Gedanken daran verschwendet, dass es sich bei China immer noch um eine Diktatur handelt, die die Menschenrechte mit Füssen tritt! Firmen, die in "unserem Kulturkreis" angesidelt sind und sich bemühen hierzulande ein politisch korrektes Erscheinungbild aufrecht zu erhalten (IBM, Microsoft, usw), nutzen dort den politischen Kurs aus um Geld zu verdienen.
7) ventu (27.01.2006, 10:27 Uhr)
Die Frage ist, wie lange das in China noch so weiter geht wie bisher.
8) Gast (27.01.2006, 13:32 Uhr)
Naja wenn die kommunistischen Partei weiterhin so gute Unterstüzung findet um dem Großteil der chinesische Bevölkerung ungefilterte Informationen vorzuenthalten, dann kann das noch ziemlich lange so weiter gehen.
9) Gast (27.01.2006, 16:09 Uhr)
Ich mag China nicht. Oder sagen wir es so. "China will eigene Flugzeuge entwickeln, eigene Autos bauen, eigene Raketen, HI-Tech Spitzenreiter in allen Gebieten"
Wenn ihr versteht was ich mein.
10) Bastus (27.01.2006, 16:14 Uhr)
Zitat:
Original von Napoléon Bonaparte
Wenn China erwacht, wird die Welt erzittern.


Weiß nicht ob alle das Zitat von Napoleon kennen, aber ist doch recht erstaunlich das jetzt schon ein kleiner Wahrheitskern zum Vorschein kommt!
11) Madcatoo (27.01.2006, 19:57 Uhr)
Zitat einer BWL-Studentin im 9 Semester: "Diese Chinesen, diese drecks Chinesen..."
Bezogen darauf, dass sie alles kopieren und jeden erpressen...

12) Deeival (28.01.2006, 02:25 Uhr)
Zitat:
Original von Gast
Ich mag China nicht. Oder sagen wir es so. "China will eigene Flugzeuge entwickeln, eigene Autos bauen, eigene Raketen, HI-Tech Spitzenreiter in allen Gebieten"
Wenn ihr versteht was ich mein.


Nein... ist doch nichts schlechts dabei Spitzenreiter zu sein. Waere doch eher schade wenn jemand sowas nicht anstrebt.
Aber die Chinesen haben es im Gegensatz zu den Japanern einfach nicht drauf Augenzwinkern

Aehnliches passiert auch in Iran (BBC News) - schade sowas...
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