Microsoft droht EU mit Verschiebung von Windows Vista


Erschienen: 08.09.2006, 18:00 Uhr, Quelle: Pressetext, Autor: Patrick von Brunn

Der Kartellstreit zwischen Microsoft und der Europäischen Kommission geht in die nächste Runde. In einem gestern, Donnerstagabend, veröffentlichten Statement hat Microsoft in den Raum gestellt, dass der Starttermin von Windows Vista in Europa aufgrund weiterer Bedenken der europäischen Kartellhüter erneut verschoben werden könnte. Eine derartige Entscheidung ziehe schwerwiegende Konsequenzen für die gesamte IT-Branche und zehntausende Unternehmen nach sich. Die Kommission müsse sich dessen bewusst sein, warnt Microsoft.

"Von der derzeit herrschenden rechtlichen Unsicherheit bezüglich Vista sind ja nicht nur Microsoft sondern auch die tausenden Geschäfts- und Betriebspartner betroffen", meint Microsoft-Sprecherin Inga Paus im Gespräch mit pressetext. "Studien belegen, dass jeder von Microsoft generierte Euro bei seinen Partnern gleichzeitig mehrere Euro generiert", so Paus weiter. Abseits des politischen Tagesgeschäfts müsse sich die Kommission den Auswirkungen einer etwaigen Verschiebung auf den europäischen Wirtschaftsstandort bewusst sein, zumal man sich seit 15 Monaten in intensivem Austausch mit der Kommission befinde und konkrete Lösungsvorschläge für strittige Bereiche vorgelegt habe.

Unterstützung erhält Microsoft offensichtlich durch vier EU-Parlamentarier, die sich bei der Kommission über die anhaltende Verfolgung von Microsoft und die dadurch ausgelösten Risiken für die IT-Branche beschwert haben. Seit die Redmonder Anfang Juli diesen Jahres zu einer weiteren Strafe von 280,5 Mio. Euro aufgrund kartellrechtlicher Versäumnisse verdonnert wurden, haben beide Seiten nicht mit öffentlicher Kritik gespart.

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Kommentare (10)Zum Thread »

1) Caliban (08.09.2006, 21:17 Uhr)
sie drohen damit? böse

welchen firmen würde das schaden, außer dell, aturn oder so?
2) Softwarekiller (09.09.2006, 11:42 Uhr)
Sehr vielen.

Und so langsam wird diese Kartellgeschwafel geschichte auch zum größten Witz der EU Geschichte.
Anstatt sich mit wirklichen Kartellabsprachen zu beschäftigen, wie sie die großen Ölkonzerne betreiben, gurkt man Microsoft hinterher, weil die nicht genug Quellcode ihres Betriebssystems veröffentlichen.
3) ventu (09.09.2006, 13:20 Uhr)
Zitat:
Original von Softwarekiller
Und so langsam wird diese Kartellgeschwafel geschichte auch zum größten Witz der EU Geschichte.


Das ist doch genau dasselbe wie bei der Telekommunikation ... die EU versucht die Telekom immer weiter zu regulieren, dabei ist der Wettbewerb auf dem hiesigen Telekommunikationsmarkt derzeit härter als jemals zuvor. Die Telekom musste Gewinnerwartungen massiv senken und verliert Kunden am laufenden Band aber die Herren von der Behörde sind der Meinung, unser Markt sei nicht offen genug ...
4) denjo (09.09.2006, 17:52 Uhr)
ein witz, von wegen Unternehmen werden dadurch Schaden nehmen!!!
derzeit gibt es keine branchenaufwirbelnden Neuerungen bei Vista, ergo wird ein Unternehmen mit Vista nicht besser arbeiten können, garnicht zu reden von den Mehrkosten für Vista und teilweise neuere (und somit auch teurere) hardware!
Als würde sich jedes Unternehmen sofort jedes neue Windows kaufen und damit Rekordumsätze erwirtschaften.
Wenn das so einfach wäre, bräuchten wir ja gar keine Wirtschaftsexperten mehr. Wir bringen einfach alle 2 Monate ein neues windows raus!
und jeder von Microsoft generierte Euro generiert seinen Partner auch Euro! Klar ist das so. Nur auch ohne das neue Windows XY generieren die sogenannten Partner ihre Euros, ob sie nun Windows 95, Linux, oder doch das neue Windows Vista nutzen!
Auf den Umsatz hat das keinen Einfluss, wohl aber auf den Umsatz von Microsoft!
5) Vectrafan (10.09.2006, 16:14 Uhr)
fakt ist das wenn unsere unternehmen der it branche nicht mit vista arbeiten können haben sie einen enormen nachteil, denn wie solln die denn testen ob ihre produkte auf vista gscheit laufen wenn sies selbst net haben?
6) Gast (10.09.2006, 22:15 Uhr)
naja ich finde deine aussage bissl lächerlich, selbst in der USA ist kein unternehmen so dumm sofort auf Vista umzusteigen, die geschichte zeigt ehe das gegenteil, alle gescheite unternehmen warten bis min. SP1 oder besser SP2 kommt, manche übersprigen oft genug die versionen, als bestes beispiel ist hier win NT vs. win2k vs. xp...

ein kumpel von mir hat vor einem jahr bei der deka-bank in frankfurt mit einen kleinen firma die ganzen pcs von Win NT auf XP umgestellt, der grund war eigentlich nur der fehlende support, sonst hätten die das wohl nicht gemacht und würden immer noch damit arbeiten...
genauso wird es mit vista sein, die unternehmen werden so lange mit ihren alten systemen arbeiten bis der support für win2k/XP eingestellt wird, im prinzip gibt es kaum verlierer, ich frage mich sowieso wieso µ$ die ganze geschichten die sie bei Vista verändert haben, nicht einfach per SP3 für XP gebracht haben, dann hätten sie wenigstens Vista vernünftig fertig stellen können und zwar mit allem was von anfang an geplant war und net so skin-mässige veränderungen nur um OS X vll irgendwo ebenbürtig zu sein, was sie sowieso niemals schaffen werden...

ich bin endlich langsam dabei der windows welt komplett den rücken zu kehren und kurz davor auf mac umzusteigen, nachdem ich in den letzten paar jahren mit bsd und linux "gespielt" habe...
7) Softwarekiller (11.09.2006, 00:19 Uhr)
Wir reden von der IT Branche, die PCs verkaufen müssen um zu überleben. Nicht über Firmen die PCs verwenden um damit ihre Büros zu betreiben.

Ein neues Betriebssystem, das noch dazu so massiv Ressourcen einfordert wie noch nie, wird die verkäufe natürlich ankurbeln, gerade zum Weihnachtsgeschäft.
8) Thrawn (11.09.2006, 07:22 Uhr)
Viele reden hier wie ein Blinder von der Farbe. Viele sehen Ihre kleine Welt und münzen sie auf die gesamte Unternehmenswelt um. Zufällig arbeite ich in einem Unternehmen, welches für andere UNternehmen verschiedensete Projekte in der IT umsetz. Fakt ist, Unix und Linux wurden mittlerweile angesetzt. Warum? Weil die Kunden, vornehmlich aus dem mittleren Osten Mircrosoft wollen. Man solls kaum glauben, is aber so. Diese Kunden fragen mittlerweile gehäuft nach Vista. Warum, weiß keiner, genausowenig warum die alle Windows wollen. Einige Entwickelr sind darüber auch froh, weil komplexe Systeme unter Linux zu entwickel, kein Zukcerschlecken war. Wenn die UNternehmen hier kein Vista als Grundlage bieten können, sind andere UNternehmen aus USA, GB oder Australien wesentlich im Vorteil. Klingt alles sehr komisch, is aber so.

ALso laßt ganz einfach mal Eure Ansichten ala "Welche Neuerungen usw...."
9) Gast (11.09.2006, 14:55 Uhr)
Fakt ist aber auch: Die Betas von Vista sind ja erhältlich. Und: Wenn ein Unternehmen in Europa durch fehlendes Vista ihre Software nicht für Vista anpassen können ist das LÄCHERLICH!
Warum? Ganz einfach: Solange es Vista nicht in Europa gibt verlangt auch kein europäisches Unternehmen eine Software die auf Vista läuft, denn da es ja in Europa kein Vista gibt braucht man auch keine Software die auf Vista läuft. Eine Garantie der Unternehmen dass die Software mit erscheinen von Vista auch Vista-Kompatibel ist bzw. gemacht wird ist da ausreichend. Für Firmen die Software z.b. für den asiatischen Raum oder weiß der Geier für welchen Absatzmarkt herstellt sieht die Sache wieder anders, aber auch nicht problematisch aus. Wenn ein Unternehmen Software nach Japan verkauft und in Japan Vista erhältlich ist kann das betreffende Unternehmen auch die Japan-Version von Vista als Entwicklungsplattform nehmen. (Das ist schon aufgrund des völlig anderen Zeichensatzes absolut notwendig) Also: Kein Vista in Europa - Kein Bedarf ach Vista-kompatibler Software in Europa.
Der einzige Wehrmutstropfen: Ich habe damals als Windows XP auf den Markt kam in einem Computer-Laden gearbeitet. Nach einigen Wochen kamen plötzlich immer mehr Leute und fragten ob es eine Möglichkeit gibt, ihren alten PC schneller = WinXP kompatibel zu machen. Ich habe Reihenweise irgendwelche AMD K6-2 450 mit 128MB RAM und derlei Kisten aufgerüstet.... OK, das kurbelt die Wirtschaft in der Tat an. Der gemeine Mediamarkt- und ALDI-PC Käufer schreit nunmal nach "Klickie-Bunti-Windows". Das ist eben so....
10) Gast (11.09.2006, 18:23 Uhr)
Microsoft scheint für die EU so langsam zur absoluten Melk-Kuh zu mutieren. Warum sollte ein Unternehmen, das Millionen-Dollar in die Entwicklung ihrer Produkte steckt, sich von der EU zur Herausgabe ihrer Quellcodes erpressen lassen? Wenn ein Unternehmen es schaft, sich über Jahre hinweg als Marktführer zu etablieren, liegt es doch an den anderen Herstellern ein besseres Betriebssystem zu entwickeln. Ein Unternehmen absichtlich zu schwächen, nur um anderen Software-Hersteller eine Chance zu bieten Fuß zu fassen kann da ja wohl nicht die richtige Lösung sein.
Wie sieht es denn beispielsweise in der Pharma-Industrie aus? Wenn dort jemand ein Medikament gegen Krebs entwickeln würde, wäre das halt der Lohn für jahrelange und kostenintensive Forschung. Wenn ein Unternehmen wüsste, das es die Rezeptur wegen "Monopolstellung" herausgeben müsste, würde es doch erst gar nicht forschen!
Also die EU verfolgt hier ganz sicher eine falsche Strategie.
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