Überproduktion: DRAM-Preise weiterhin auf Talfahrt


Erschienen: 29.08.2007, 19:00 Uhr, Quelle: Pressetext, Autor: Patrick von Brunn

Das dürfte den Endverbraucher freuen: Die Talfahrt der Preise für DRAM-Speicherprodukte setzt sich auch in der zweiten Jahreshälfte 2007 unvermindert fort, sodass die führenden Hersteller auch weiterhin mit massiven Umsatzrückgängen zu kämpfen haben werden. Zu diesem Ergebnis kommt das amerikanische Marktforschungsunternehmen iSuppli in seiner aktuellen Erhebung, wonach die Periode der kurzfristigen Preiserholung um zehn Prozent bei DRAM-Chips nun erneut von einem deutlichen Einbrechen bedroht ist.

Unverändert schwierig wirken sich auf die aktuelle Marktlage die massiven Lagerbestände aus, die es sowohl für die Hersteller als auch für die Anbieter erschweren, neue DRAM-Chips zu profitorientierten Preisen zu verkaufen. Laut iSuppli würde die zusätzliche Versorgungsknappheit von LC-Displays den Absatz von Komplett-PCs minimieren. Die Experten sind sich einig, dass führende PC-Hersteller - im Gegensatz zur Marktlage vom Juli dieses Jahres - somit auch weniger RAM benötigen und damit zusätzlich die Preise indirekt in den Keller treiben. Erste Reaktionen des ohnehin preisgeschwächten Marktes werden für September mit einer Verschärfung für das vierte Quartal dieses Jahres erwartet.

Der britische Analyst Malcolm Penn hingegen macht für den Preisverfall und die Überkapazitäten die Umstellung der DRAM-Halbleiterfabriken auf 300 mm-Wafer verantwortlich. Trotz aller Überproduktions- und Preisprobleme gibt sich iSuppli zumindest für die Preisentwicklung im nächsten Jahr zuversichtlich. Laut Penn müssen die DRAM-Halbleiterfabriken mit voller Auslastung produzieren, um überhaupt wettbewerbsfähig bleiben zu können. Die Umstellung auf größere Siliziumscheiben mit einer gleichzeitigen Strukturverkleinerung bewirkt einen zunehmenden Chip-Produktionsoutput.

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Kommentare (8)Zum Thread »

1) BigWhoop (29.08.2007, 19:54 Uhr)
........ und es geht weiter smile Nett! Hätte ich nicht gedacht. Bin mal gespannt wie lange noch !
2) Babe (30.08.2007, 00:06 Uhr)
Ich denke mal, dass es gegen Ende des Jahres etwas nachlassen wird mit dem Verfall. Dann ist nämlich das Weihnachtsgeschäft voll im Gange, die Lager der DRAM-Produzenten leeren sich langsam und die Preise können wieder angezogen werden. Aber ich kann mich natürlich auch irren. Augenzwinkern
3) Gast (30.08.2007, 11:25 Uhr)
Die Einkäufe für das Weihnachtsgeschäft müssten aber so langsam abgeschlossen sein. Schließlich müssen die Teile noch in großen Mengen gefertigt und und geliefert werden.
4) Babe (30.08.2007, 13:15 Uhr)
Zitat:
Original von Gast
Die Einkäufe für das Weihnachtsgeschäft müssten aber so langsam abgeschlossen sein.

Ich denke, dass das Geschäft jetzt erst so richtig anlaufen wird. Die Weihnachtseinkäufe der Produzenten hat aber wahrscheinlich schon begonnen, das ist richtig.
5) Gast (30.08.2007, 21:28 Uhr)
Ich hoffe daß das keine Insolvenzen gibt. Eigentlich ist RAM derzeit billig genug, jedenfalls tun 2 oder 4 GB nicht wirklich weh (verglichen mit den Preisen vor einem Jahr). Da hat der Kunde jetzt auch nichts von wenn die Preise nun nochmal 10 oder 20 Prozent sacken, dafür aber einer der Hersteller die Grätsche macht.. .unglücklich
Hoffen wir dsa Beste...
6) BigWhoop (30.08.2007, 21:54 Uhr)
Ich denke nicht das du dir da sorgen machen musst smile Die sollten auf sowas vorbereitet sein. Dafür gibt es ja Marktanalytiker !
7) Flo88 (30.08.2007, 21:57 Uhr)
Also ich hätte nichts gegen eine Preissenkung von 10 % -20 % grinsen
Denke aber auch das die Hersteller dann nicht direkt "Pleite" gehen, die Hersteller würden glaube ich eher Probleme bekommen wenn sie ihre Preise nicht wie die anderen Senken würden, da sie dann keine Abnahme der Ware mehr haben. Augenzwinkern
8) Gast (30.08.2007, 22:33 Uhr)
Lieber Flo, nicht glauben, sondern informieren.
10% Preissenkung bedeutet, daß ein 1-GB-Modul für 36 Euro fortan eben 32,40 Euro kostet. Hurra, bei einem System mit üppigen 4 GB satte 14,40 Euro gespart, das ist doch glatt 2,9 Prozent von den Kosten für ein Komplettsystem (veranschlagt mit 500 Euro).
Auf bspw heise.de kann man in entsprechenden Artikeln nachlesen, was die derzeitigen Gestehungskosten für so ein Modul sind, und daß die am Markt zu erzielenden Preise derzeit darunter liegen. Die Quartalsberichte der börsennotierten Unternehmen geben auch entsprechende Beispiele, aktuell sei Samsung erwähnt.
Die Speicherhersteller fallen durch Verluste trotz (teils gar illegaler) Subventionen auf.
Ich frag mich, auf welcher Informationsbasis Du Deine Einschätzung fundierst.
Mittelfristig ist es jedenfalls am Besten, wenn sich der Preis auf einem für alle tragbaren Wert einpendelt (bspw 40 Euro pro GB), der den Herstellern ausreichend Gewinne für Forschung und Produktionsausbau garantiert. Deine Freude über die jetzt noch marginal billigeren Module währt sonst nicht mehr lange - ein Insolvenzverfahren bei Infineon oder Hynix, eine Ankündigung von Samsung sich von dem verlustbehafteten Speichergeschäft lösen zu wollen und schon kosten die Module wieder 140 Euro wie vor einem Jahr. Also leg Deine gesparten 14,40 Euro besser gut an, Du könntest sie beim nächsten Rechnerkauf brauchen... Augenzwinkern
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