Stellungnahme von Intel zur verhängten Strafe


Erschienen: 13.05.2009, 22:15 Uhr, Quelle: Hardware-Mag, Autor: Patrick von Brunn

Stellungnahme von Intel Präsident und CEO Paul Otellini, zur Entscheidung der Europäischen Kommission:

"Intel hat starke Einwände gegen diese Entscheidung. Wir sind der Meinung, dass diese Entscheidung nicht richtig ist und das die Besonderheiten eines hoch wettbewerbsintensiven Marktes außer Acht gelassen wurden. Dieser Markt bringt ständig Neuheiten hervor, die Produkte verbessern sich fortwährend und das bei gleichzeitig sinkenden Preisen. Der Endverbraucher hat absolut keinen Schaden erlitten Intel wird Berufung einlegen."

"Wir sind der Meinung, dass unsere Praktiken nicht gegen Europäisches Recht verstoßen. In einem Markt mit nur zwei großen Anbietern, ist es ganz natürlich, dass wenn ein Anbieter einen Auftrag gewinnt, der Andere diesen Auftrag verliert. Die Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission hat wesentliches Beweismaterial, das den in der Entscheidung aufgeführten Erklärungen widerspricht, außer Acht gelassen oder es abgelehnt dieses einzuholen. Wir sind der Meinung dass dieses Beweismaterial zeigt, dass Unternehmen vom Markt bei guter Leistung belohnt werden. Bei schlechter Leistung reagiert der Markt entsprechend anders."

"Intel hat niemals Produkte unterhalb der Herstellungskosten verkauft. Wir haben aber immer in Innovation investiert, in die Herstellung sowie in die Entwicklung neuer und wegweisender Technologien. Die Folge davon ist, dass wir in einem wettbewerbsintensiven Markt Rabatte auf unsere Produkte gewähren können um damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem geben wir so die Einsparung überall an den Verbraucher weiter, die wir durch effiziente Massenproduktion als Marktführer von Mikroprozessoren erzielen."

"Auch wenn wir starke Einwände gegen diese Entscheidung haben, werden wir während des Berufungsverfahren mit der Kommission zusammenarbeiten und sicherstellen, dass wir die in der Entscheidung vorgeschriebenen Maßnahmen einhalten. Wir werden auch weiterhin in Produkte und Technologien investieren, um Europa und dem Rest der Welt die leistungsfähigsten Prozessoren zu niedrigen Preisen anbieten zu können."

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Kommentare (9)Zum Thread »

1) Slugger (13.05.2009, 22:42 Uhr)
Rabatte sind das Eine aber diese damit zu verknüpfen, dass der Händler nur die eigenen Produkte verkaufen darf und Zahlungen an Einzelhändler damit diese die Produkte der Konkurrenz nicht anbieten ist für mich Bestechung und mehr oder weniger auch Erpressung und damit strafbar und ein extremer Eingriff in den Markt. Und den Schaden haben eben doch die Kunden, die garnicht erst die Möglichkeit hatten sich für ein günstigeres Produkt zu entscheiden.
2) Babe (14.05.2009, 01:29 Uhr)
Die Strafe ist deshalb auch sehr saftig und in den heutigen Zeiten könnten das wohl nicht viele Unternehmen verkraften.
3) BigWhoop (14.05.2009, 07:03 Uhr)
ich glaube nicht das andere (kleinere) auch mit so einer summe bestraft worden wären. Das hätte sich wirklich keiner leisten können smile
4) Bastus (14.05.2009, 09:45 Uhr)
Das Unternehmen hat mehr als 10 Milliarden Dollar in der Portokasse stecken. Des Weiteren ging das Ganze über 5 Jahre. Also ich finde die Strafe schon einigermaßen "großzügig" von Seiten der EU. Intel hat bestimmt dadurch mehr Gewinn gemacht als die 1 Milliarde € Strafe, die sie jetzt zu zahlen haben.
Bin gespannt ob von AMD zivilrechtliche Schritte folgen bzw. die Möglichkeit dafür besteht.
5) Warhead (14.05.2009, 10:46 Uhr)
naja man muss dennoch bedenken, dass die zeit von 2002-2007 um die es ja geht keine reine intel-ära war, sondern die eigentliche amd-ära mit deren athlon 64. erst 2006, also recht kurz vor ende der machenschaften von intel kamen die core-prozis auf den markt. und da intel ja recht geschädigt war ergibt es nur sinn, dass man dann noch die core ziemlich gepushed hat um die marke intel wieder nach vorn zu bringen
6) Babe (14.05.2009, 13:19 Uhr)
Den Rest hat haben die hervorragenden Produkte selbst erledigt smile. AMD war ja vor dem Release des Phenom praktisch komplett hilflos gegen Core und Core 2...... Dennoch eine harte Strafe, aber Intel wirds überleben, bei AMD sähe es vielleicht anders aus, wenn man mit so etwas (zusätzlich) zu kämpfen hätte.
7) Bastus (14.05.2009, 13:47 Uhr)
Da kann ich dir nur zustimmen Patrick!

Aber

Zitat:
Von Oktober 2002 bis Dezember 2007 war Intel mit einem Marktanteil von mindestens 70 Prozent Marktbeherrscher auf dem weltweiten Markt für CPUs mit x86-Architektur.


Der erste Core 2 kam 2006 soweit ich das in Erinnerung hab.
Davor war der Athlon 64 dem Pentium 4 von Intel überlegen. (2004 +-1 Jahr)
Sei es in Preis/Leistung oder nur in der Leistung je nach Monat den man sich ansieht. (Vom Energieverbrauch des P4 mal abzusehen^^)

EDIT: EU erteilt Dell Millionenauftrag für PCs mit AMD-Chips hihi Stinkefinger
8) BigWhoop (14.05.2009, 17:13 Uhr)
aber auch bis zum Phenom hatte AMD preislich immer noch was mit zu sprechen. auch wenn sie dadurch nicht gerade gewinne eingefahren haben smile

ich finde 1 milliarde auch nicht sooo viel.
9) Babe (15.05.2009, 00:54 Uhr)
Zitat:
Original von BigWhoop
ich finde 1 milliarde auch nicht sooo viel.

Sagt sich leicht, wenn man es nicht bezahlen muss! Augenzwinkern
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