Erfindung des Mini-Laser-Projektors - LCD wird unmodern


Erschienen: 09.11.2009, 13:00 Uhr, Quelle: Welt.de, Autor: Benjamin Hanf

Mit der Verwirklichung des Mini-Laser-Projektors gelang der japanischen Tochterfirma von Fujitsu „QD Laser“ der Clou: Exzellente Bildqualität, gestochen scharf auf geringen Raum. Der Mini-Laser kann dabei wie ein Beamer genutzt werden und bietet zudem viele Vorteile! Ein Laser-Projektor benötigt keine Linsen für die Bilddarstellung. Dadurch entsteht eine extrem hohe Bildschärfe. Weiterhin kann so – ohne Fokussierung der Linsen – sogar auf unebenen Oberflächen problemlos an jeder Stelle ein scharfes Bild entstehen. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Laser fast die gesamte Energie in Licht umwandelt. Es gibt also keine großen Wärmeverluste, wodurch eine aufwendige Kühlung bei dieser Technologie weg fällt. Außerdem lässt sich solch ein Laser-Projektor sehr günstig und außerdem in handlichen Maßen produzieren.

Die Funktionsweise des Lasers ist, dass viele Halbleiterkristalle (Dots), die ähnlich klein wie Atome sind, durch einen Laser angestrahlt werden und dabei Licht emittieren. In den Dots werden Mithilfe des Lasers Elektronen angeregt, die in ein höheres Energieniveau springen. Beim zurück fallen ins alte Energieniveau wird Licht einer bestimmten Wellenlänge (also Farbe) ausgesendet. Diese Dots kann man sehr gut manipulieren, sodass mit dem richtigen Laser jede Farbe in bisher noch nicht gekannter Reinheit und Präzision wiedergegeben werden kann.

Das bisherige Problem vieler Forschungsgruppen war, dass kein komplettes Farbspektrum durch die bisherige Lasertechnologie dargestellt werden konnte – die letzte Farbe zum Mischen jeder Farbpalette fehlte. Es gab rote Laser oder blaue Laser (bekannt aus der Blu-ray Technologie), grüne Laser gab es nur in Laboren. Diese hatten zu niedrige Betriebstemperaturen und eine kurze Lebensdauer. Der QD-Laser hat die Probleme des grünen Lasers durch einen Trick überwunden: Es wird infrarotes Licht der Wellenlänge 1064 Nanometer durch einen Kristall filtriert und dabei auf die Wellenlänge 532 nm, also für den Menschen sichtbares grünes Licht reduziert. Dieser wissenschaftliche Durchbruch gelang durch Frequenzverdopplung.

Zukunftsziele der neuen Mini-Projektoren sind, den herkömmlichen Fernseher komplett zu ersetzen (sogar in HDTV-Standard). Mit einer geringen Größe von ca. 6 Millimetern Durchmesser könnten heutige Modelle des Projektors auch in Handys passen, jedoch ist dafür noch der Energieverbrauch zu hoch. Die Anwendung wird daher vorerst in Navigationsgeräten, Laptops oder Digitalkameras ihren Platz finden, auf dass bald ein Grundlegender Systemwechsel in der kompletten Unterhaltungselektronik stattfinden soll. Produktionsstart für diesen Mini-Laser wird wohl das Jahr 2012 sein. Bei weniger als sieben Euro pro Mini-Projektor rechnet das Unternehmen mit einer Anfangsproduktion von 32 Millionen Geräten.

« Vorherige News Nächste News »
Weitere Meldungen

Kommentare (5)Zum Thread »

1) Gast (11.11.2009, 13:36 Uhr)
- "Mit der Verwirklichung des Mini-Laser-Projektors gelang der japanischen Tochterfirma von Fujitsu „QD Laser“ der Clou" - sie ist aber nicht die einzige, die sowas anbietet. Der "ShowWX" von Microvision wäre da zu nennen, und das Fraunhofer-IOF in Jena hat auch ein solches Modul entwickelt.

- "Die Funktionsweise des Lasers ist, dass viele Halbleiterkristalle (Dots), die ähnlich klein wie Atome sind, durch einen Laser angestrahlt werden" Jain. Quantenpunkte sind eine länger bekannte Erfindung, ebenso, daß man daraus Laser bauen kann: <Klick!> Die Quantenpunkte müssen nun aber keineswegs "durch einen Laser angestrahlt" werden (der Laser soll ja gerade gebaut werden; Henne-Ei-Problem), die Besetzungsinversion kann auch rein elektrisch erzeugt werden. Der Witz ist vielmehr, daß über die Struktur der Quantenpunkte die Wellenlänge des Laserlichts eingestellt werden kann, was "klassisch" nur über spezielle (und teurere) Halbleitermaterialien geht.

- "und dabei Licht imitieren." Nun ja, der Laser wird eher Licht emittieren (abstrahlen), statt es zu imitieren (nachzuahmen), oder? ;-)

- "grüne Laser gab es nur in Laboren." - und in grünen Laserpointern? Da gibt es die auch schon länger, nur eben teurer und vermutlich mit zu geringer Leistungsfähigkeit bzw. zu kleinem Wirkungsgrad für einen Kleinstbeamer. Der "Trick", um im Laserpointer "grün" zu erzeugen, ist derselbe wie bei QDLaser: Frequenzverdoppelung.

- "Wellenlänge 1064 Nanometer durch einen Kristall filtriert und dabei auf die Wellenlänge 532 nm, also für den Menschen sichtbares grünes Licht reduziert." Filtern tut der Kristall nun eher gar nicht, sondern er "erzeugt" aus dem eingestrahlten Licht anderes mit halber Wellenlänge. <Klick!>

- "Dieser wissenschaftliche Durchbruch gelangt durch Frequenzverdopplung." Ja, aber der "wissenschaftliche Durchbruch" selbst ist schon "etwas länger" her: Phys. Rev. Lett. 7, 118 - 119 (1961)
2) Mjolnir (11.11.2009, 16:11 Uhr)
Cleverer Gast. Registrier dich doch mal und bleib bei uns, ich würd mich freuen smile
3) Softwarekiller (13.11.2009, 21:38 Uhr)
@1) Gast Physiker ?

Hab mir beim durchlesen exakt das gleiche Gedacht Augenzwinkern (interessant nich hehe)
4) Gast (26.11.2009, 14:24 Uhr)
Bitte den Text nochmal auf Fehler durchsuchen: ".....dabei Licht imitieren..." Ich glaube es sollte "emittieren" heißen. Da gibt es noch weitere....mfg
5) Gast (26.11.2009, 14:26 Uhr)
ups, hat schon jemand gesagt Ö_ö
korrigiert ist es trotzdem noch nicht....smile
Kommentar abgeben 


Sicherheitsabfrage
Bitte übertragen Sie den Code in das Eingabefeld!