Computerhardware aus dem Ausland: Wirklich günstiger oder eine Kostenfalle?


Erschienen: 20.02.2015, 13:00 Uhr, Quelle: industrystock.de, Autor: Patrick von Brunn

Manchmal soll schnell die Hardware gewechselt werden und verlockende Auslandsangebote locken mit günstigen Preisen. Doch ist es wirklich günstiger oder kann der Import von Hardware aus dem Ausland schnell zur Kostenfalle werden?

Gibt es preisliche Schwankungen bei Computerhardware in den Ländern?

Ja, die gibt es. Die Preisschwankungen weltweit liegen im Durchschnitt bei Computerhardware bei 10-30%, bei PC-Zubehör bzw. Elektronikartikeln teilweise sogar noch höher. Beispielsweise liegen Speicherkarten und Festplatten in einigen Ländern preislich deutlich unter dem Preisniveau von Deutschland. Bei vielen elektronischen Geräten ist es tatsächlich der Fall, dass sich viele Differenzbeträge ergeben, wenn es um den Preis von Computerhardware geht. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass somit die Hardware auch wirklich günstiger ist.

Preiswerte Hardware muss nicht immer günstiger sein

Prinzipiell ist zu erwähnen, dass in den meisten Fällen der Wechselkurs einer Währung dafür sorgt, dass Produkte günstiger oder teurer erscheinen. Der Dollar unterliegt einem Wechselkurs von aktuell 1,2:1 Euro, wodurch viele Artikel auf den ersten Blick günstiger erscheinen. Der kanadische Dollar hingegen entspricht sogar eine Umrechnung von aktuell ca. 1,4:1 Umrechnung zum Euro. Dies wirkt sich natürlich auf einige Geräte aus. So sind viele Smartphones, Festplatten, Mainboards, Sound- und Grafikkarten erstmal günstiger als in Deutschland. Teilweise sind einige Produkte nur regional verfügbar, sodass auch hier immer verglichen werden sollte, ob die gesuchten Artikel gleichwertig und kompatibel sind. Japan lockt ebenfalls mit Technik- und PC-Artikeln und gehören mit zu den Weltmarktführern. Aber schnell können Artikel aus dem Ausland teuer werden, wenn die Steuer, Zollgebühren und Versandkosten zum Kaufpreis hinzukommen.

Welche Gebühren können zusätzlich anfallen?

Die Mehrwertsteuer ist von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland liegt dieser Satz beispielsweise bei 19%, Großbritannien 17,5%, Australien 10%. In Kanada bzw. einigen US-Staaten kommen 4-9% Umsatzsteuer dazu, eine Mehrwertsteuer und eine örtliche Mehrwertsteuer. Einige Unternehmen können diese Steuern teilweise zurückfordern bei den länderspezifischen Behörden. Der private Verbraucher jedoch bleibt auf diesen Steuern sitzen. Aus dem Ausland können allerdings pro Gast Waren bis zu einer gewissen Freigrenze kostenfrei ins Heimatland eingeführt werden.

Geld sparen bei Computerhardware aus dem Ausland ist möglich

Möchte ein Unternehmen oder Endverbraucher direkt aus dem Ausland Hardware nach Deutschland importieren, so sollte er auf jeden Fall vorher gut die Preise miteinander vergleichen und sich über die Regelungen informieren, die für den Export von Produkten gilt. Jede Person hat einen Freibetrag für Waren, die er direkt mitnehmen darf ins Heimatland. Ansonsten sollte ein Export in ein anderes Land vorher beim Zoll angekündigt werden, da ansonsten die Kosten bei einem Zufallsfund vehemente Kosten mit sich bringen können. Rechnungen und Nachweise über bezahlte Waren sollten unbedingt aufbewahrt werden, damit dem Zoll nachgewiesen werden kann, zu welchem Preis die waren legal eingekauft wurden. Ansonsten kann es passieren, dass der Durchschnittspreis des Ziellandes für den Artikel als Grundlage berechnet wird und der Kunde diesen Warenwert bezahlen darf, um den Artikel mitnehmen zu dürfen. Das bedeutet, dass das vermeintliche Schnäppchen-Notebook, die günstig gekaufte Grafikkarte oder die nützlichen SD-Karten zu sündhaft teuren Luxusartikeln werden können, weil sich zu wenig informiert wurde.

Online bestellen von Comupterhardware aus dem Ausland möglich?

Möglich ist es, aus dem Ausland Computerhardware online zu bestellen und liefern zu lassen. Auf Industrystock kann man sich Hardware-Anbieter aus 15 Ländern anzeigen lassen und so den passenden Lieferanten finden. Als Geschenk verpackt und gekennzeichnet sind die Berechnungen andere als bei einer herkömmlichen Bestellung. Zu beachten sind hier die Zollsätze, Versandkosten und Steuern, die auf die Artikel berechnet werden. Von Land zu Land gibt es unterschiedliche Freibeträge, die vor einer Bestellung in Erfahrung gebracht werden sollten. Aus den USA liegt der Freibetrag bei knapp 175 Euro Warenwert. Auf teurere Hardware werden weitere Gebühren berechnet.

Fazit

Der Import von Computerhardware aus dem Ausland kann für Unternehmen und private Konsumenten eine günstige Alternative sein. Dennoch sollte man sich rechtzeitig und im Vorwege über die entsprechenden Bestimmungen informieren.

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