Dezentrales Netzwerk: Alternativen zu Facebook und Co.


Erschienen: 23.03.2016, 18:15 Uhr, Quelle: Hardware-Mag, Autor: Patrick von Brunn

Deutschlandweit sind es über 28 Millionen Nutzer, die jeden Tag via App oder Browser auf das größte soziale Netzwerk der Welt zugreifen. Obwohl Dienste wie Snapchat, Instagram und Twitter ebefalls erfolgreich sind, zieht das weiße "F" auf blauem Grund weiterhin die größte Nutzerschaft an. Das alles trotz ständiger Vorwürfe, die Privatsphäre seiner Nutzer nicht zu respektieren sowie geltendes Recht in Bezug auf Datenschutz zu missachten.

Facebook ist, in Kombination mit dem zugehörigen Bilderdienst Instagram sowie dem Messenger WhatsApp, einer der größten Datenkraken neben der Suchmaschine Google. Trotz der vielen Kritikpunkte wenden sich aber Nutzer nicht so schnell ab. Zumal sich mit der Hilfe einiger Tipps wie diesen hier die herausgegebenen Daten stark beschränken lassen. Selbst das von Google ins Leben gerufene Netzwerk Google+ – als selbst ernannter Facebook-Killer – hat es nicht geschafft, die digitale Völkerwanderung anzustoßen. Schon oft wurde der Pionier der sozialen Netzwerke totgesagt, passiert ist dies jedoch bis heute nicht. Ganz im Gegenteil.

Für alle, die es schaffen, genug Menschen zum Umzug zu motivieren, gibt es durchaus Alternativen, die es sogar erlauben, die komplette Kontrolle über die Daten zu behalten. Das Zauberwort heißt "Dezentrales Netzwerk". Es lässt sich von jedem einrichten, der die Muße hat, sich einen Nachmittag lang intensiv damit auseinanderzusetzen. Dezentral bedeutet im Wesentlichen, dass die geteilten Informationen und Bilder nicht zentral auf dem Server eines Unternehmens liegen, sondern auf unbestimmt vielen sogenannten "Pods". Das kann auch ein eigener Server sein oder ein Server, den ein Freund eingerichtet und zur Nutzung frei gegeben hat.

Je nachdem wie stark man sich in dem oder für das Netzwerk engagieren möchte, muss man sich nicht gleich die komplette Hardware kaufen, sondern kann zum Beispiel erstmal einen Root Server bei Unternehmen wie 1&1 mieten. Auf diesem Server wird dann die Diaspora-Software installiert und mit anderen genutzt. Das mag umständlich klingen, ist vielen aber die komplette Kontrolle über Ihre Daten wert. Außerdem muss nicht jeder Nutzer einen eigenen Pod betreiben, man kann auch einfach einen der bestehenden nutzen. Der größte deutsche Diaspora-Pod heißt zum Beispiel Geraspora und ist simpel über Anmeldung nutzbar. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass Inhalte mit anderen sozialen Netzwerken geteilt werden können, wenn dies gewünscht ist. Diese anbieterübergreifende Nutzung ist bei E-Mails selbstverständlich, für soziale Netzwerke noch Utopie. Diaspora will dies mit dem neuen Konzept langfristig ändern.

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