IBM, Nokia und Co. gemeinsam gegen Microsoft


Erschienen: 06.04.2005, 18:00 Uhr, Quelle: Pressetext, Autor: Christoph Buhtz

Fünf führende Unternehmen der Telekommunikations- und Computerbranche haben sich zu einer Dachorganisation zusammengeschlossen, um im Berufungsverfahren des Softwaregiganten Microsoft auf der Seite der EU zu intervenieren. Dies berichtet das Wall Street Journal in seiner Online-Ausgabe. Mit dieser Aktion soll der Druck auf den Softwaregiganten erhöht werden und gleichzeitig die EU-Regulierungsbehörde in ihrer Klage gegen Microsofts Monopolbildung unterstützt werden. Im März des vergangenen Jahres erhielt Microsoft von der EU Auflagen, um seine Geschäftspraktiken zu ändern. Gegen diese Auflagen hat das Unternehmen Berufung eingelegt.

Bei den verbündeten Firmen, die zusammen unter dem Namen European Committee for Interoperable Standards (EICS) agieren wollen, handelt es sich um IBM, Oracle, Red Hat, RealNetworks und Nokia. Sie sind vor allem daran interessiert, den freien Wettbewerb auf dem Markt für PC-Betriebssysteme zu sichern - ein Bereich, in dem Microsoft derzeit eindeutig eine Monopolstellung inne habe, heißt es in dem Bericht. Die EU-Regulierungsbehörde kämpft momentan darum, eine Ausweitung dieses Monopols auf andere Bereiche wie zum Beispiel den Handymarkt zu verhindern. Die Gründung von EICS und die Klage sind ein bedeutender Schritt für die Unternehmen, da der Kampf gegen MS bisher eher vorsichtig und im Verborgenen stattfand, schreibt das WSJ.

Da es sich bei der Gruppe um ein Bündnis von Microsofts schärfsten Rivalen handelt, wird ihr ein großer Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens zugesagt. Gleichzeitig haben sich allerdings schon Unternehmen eingefunden, die sich ebenfalls verbünden und Microsoft den Rücken stärken wollen. Unter anderem handelt es sich dabei um DMDsecure.com, eine niederländische Firma. Laut WSJ war bisher keines der EICS-Unternehmen zu einer Stellungnahme bezüglich des Zusammenschlusses bereit.

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Kommentare (5)Zum Thread »

1) Gast (06.04.2005, 21:18 Uhr)
hmm was soll ich sagen?!
die EU weiß auch nicht was sie will...einerseits MS zerschlagen auf der andere seite softwarepatente unterstützen, so wird das doch nie was...
2) Gast (06.04.2005, 21:42 Uhr)
Naja die Streitereien zwischen MS und der EU beruhen eher auf Microsofts Windows XP, Softwarepatente sind ein weitaus größeres Problem...
3) Gast (07.04.2005, 00:34 Uhr)
@ 3
die EU versucht schon seit jahren die monopolstellung von M$ zu zerschlagen, der media player ist der erster erfolg, es laufen noch einige verfahren, die wahrscheinlich sich noch jahre hin ziehen werden, die EU hat schon im jahre 1998/99 mit dem prozess angefangen, es geht durch eine instanz zur nächsten usw. ich sehe da kein ende in sicht...
außerdem kostet das uns (steuerzahler) millionen von geldern, die für so ein mist verpulvert werden, im endeffekt hat doch ehe nix gebracht, M$ wird zwar ohne media player ausliefern, aber der preis bleibt gleich, wo ich voll und ganz der M$ recht geben muß, da der MP ehe frei verfügbar ist...
sie sollen sich lieber dafür einsetzen, dass die softwarepatente nicht durch kommen, und endlich auch mal linux/unix auf dem desktop-bereich vorantreiben (behörden etc., passiert einfach zu wenig) dann braucht keiner mehr die M$ zu zerschlagen, die gehe schon von alleine putt...
4) Blaubierhund (07.04.2005, 11:47 Uhr)
eine monopolstellung zu zerschlagen ist etwas anderes als einen konzern zu zerschlagen. da sollte man sich etwas differenzierter ausdrücken, gell.
5) Gast (07.04.2005, 20:33 Uhr)
Stimme ich Blaubierhund zu, es geht der EU lediglich, genau wie den Verbündeten Firmen die Kartellbildung von MS außer Kraft zu setzen, damit kleinere innovative Softwareentwickler den Markt mit Konkurrenz beleben, denn nur so funktioniert eine gesunde Makrtwirtschaft!
KEINER hat ein entschiedenes Interesse an der Zerschlagung eines fast 85 Mrd. Dollar schweren Großkonzerns. Denn in diesem Fall würde der Softwaremarkt zusammenbrechen! MS ist die Grundlage, das Fundament, der Softwareindustrie. Das Fundament muss nur etwas lockerer sein, um junge Entwicklungstriebe durch zu lassen. Jedoch ohne Nährboden, kann auch nichts wachsen. Augenzwinkern

Diese Rache- und Zerschlagungswünsche stammen meistens von Wirtschaftsamateuren, um es einmal freundlich auszudrücken.
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