500 Mal schnellere PCs: Magnetfeld ersetzt Leiterbahnen


Erschienen: 27.06.2006, 16:00 Uhr, Quelle: pressetext, Autor: Patrick von Brunn

Europäische Forscher haben einen Weg aufgezeigt, mit der die Leistung von Computern um das 500-fache gesteigert werden kann. Möglich machen soll dies der Einsatz von Magnetfeld-basierter Drahtlostechnologie auf Silizium-Chips anstelle der bisher verwendeten elektrischen Leiterbahnen. Diese sorgen für eine entsprechende Signalabschwächung und setzen den kontinuierlich angestrebten Leistungssteigerungen ein physikalisches Limit. Ein europäisches Forschungsprojekt unter der Leitung der University of Bath will den revolutionären theoretischen Ansatz innerhalb der nächsten drei Jahre in die Tat umsetzen.

"Die konventionelle Herangehensweise, mehr Leistung aus Silizium-Chips herauszuholen, indem Komponenten verkleinert werden, erreicht schon bald die Grenze des physikalisch Möglichen", erklärt Projektinitiator Alain Nogaret von der University of Bath im pressetext-Interview. "Wenn unsere Forschungsarbeit von Erfolg geprägt ist, könnten drahtlose Halbleiter schon fünf bis zehn Jahre nach Ende des Projekts in Computern zum Einsatz kommen", ist Nogaret überzeugt. Damit könnten Prozessorleistungen unter Beibehaltung jetziger Baugrößen um das 200- bis 500-fache ausgebaut werden, meint der Wissenschaftler.

Um die drahtlosen Übertragungen auf den Chips zu ermöglichen, machen sich die Wissenschaftler die physikalischen Wirkungsmöglichkeiten eines magnetischen Feldes zunutze, das durch eine entsprechende Beschichtung des Halbleiters erzeugt wird. Wird dieses Magnetfeld nun mit Elektronen beschossen, werden diese umgelenkt und deren magnetische Ausrichtung geändert. Dadurch entsteht in weiterer Folge ein Oszillationseffekt, der die für die Drahtlosübertragung notwendigen Mikrowellen erzeugt. Die dafür verwendeten Halbleiter besitzen dabei gerade einmal eine Größe von wenigen Atomen.

Nogaret zufolge ist sowohl das Prinzip als auch die markttechnische Umsetzung im Grunde einfach. So könnten in der Produktion dieselben lithografischen Prozesse zur Anwendung gelangen, die derzeit bei der Erzeugung von Halbleitern eingesetzt werden. Die Produktionskosten seien folglich auch nicht höher als es heute der Fall sei, so Nogaret.

Neben der University of Bath sind an dem 800.000-Euro-Projekt auch noch die University of Nottingham, die University of Leeds sowie die University of St. Andrews in Schottland beteiligt. Weitere Forschungsarbeiten werden von der Universität Antwerpen sowie dem Centre National de la Recherche Scientifique in Grenoble, Frankreich durchgeführt.

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Kommentare (9)Zum Thread »

1) Gast (28.06.2006, 00:37 Uhr)
nicht schlecht ^^
2) patjaselm (28.06.2006, 07:24 Uhr)
yep - das tönt extrem gut! hoffentlich ist das projekt erfolgreich!
3) Gast (28.06.2006, 07:43 Uhr)
ach alle paar Jahre kommt sowas - die PC werden um 100-, 200-, ..... schneller; gesehen hab ich davon noch nie was
4) Gast (28.06.2006, 08:24 Uhr)
genau das habe ich auch gedacht .... lichtleiter, quantencomputer usw. .. haufen projekte die vielversprechend für die computerindustrie waren aber bis heute nix realisiert wurde Augenzwinkern
5) Thrawn (28.06.2006, 08:25 Uhr)
stimmt. Sowas ist halt in Laboren möglich, aber in Personal Computer....nicht in 5 Jahren, eher in 50 ;-)
6) Softwarekiller (28.06.2006, 09:43 Uhr)
Es ist doch nicht eine frage des funktionierens, sondern eine frage der Wirtschaftlichkeit. Bisher jedenfalls, allerdings wirds recht langsam eng, schließlich sind wir schon bei 65 nm, was ich damit sagen will ist, es gibt zwar eine rein physikalische Grenze für die Strukturbreite, allerdings wird sich schon vorher der aufwendige Produktionsprozess für die herkömmlichen Chips nicht mehr lohnen und dann sind 10 bis 15 Jahren nicht so abwägig (wenn auch keine 5 Jahre, allerdings erstrecht keine 50)

mfg
7) Vectrafan (28.06.2006, 10:33 Uhr)
naja das ist halt alles grundlagenforschung, für die man immer auch gute sponsoren braucht, da sowas nurerkenntnisse bringt aber noch nix wirtschaftlich verwendbares.
8) Mr. Smith (28.06.2006, 11:11 Uhr)
das ist ein spring wie die letzten 12 Jahre.
von 10 MHz zu bald aktuellen Dual 3 Ghz "FX-64" oder tollem neuen Intelprozessor.
Und das mit dem Faktor 500 soll mit der heute aktuellen fertigungstechnologie erreicht werden können, also wird es bis dahin noch krasser sein.
9) Revolutions (29.06.2006, 09:36 Uhr)
naja is ne wirklich super idee.... aber man sagt so einfach man muss nur elektronen ablenken usw. Aber dazu braucht man eine sehr komplexe Ansteuerung vorallem wenn man bedenkjt dass der Prozessor von haus aus schon komplex genug ist. von wirtschaftlichkeit kann da sicherlich ncoh nicht geredet werden denn der Aufwand wird sicher größer sein anstatt leiterbahnen aufzudampfen jede Verbindung mit über "microwellen" Magnetisches Feld herzustellen. Ebenfalls ist beio solchen Systemen die Störanfälligkeit viel höher, denn was ist zum bsp. bei größeren mag. Störungen (Spulen in der Nähe der CPU oda so etwas). Naja ich sehe dem etwas kritisch gegenüber.
LG Revolutions
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