Insolvenzverwalter um Erhalt der Qimonda AG bemüht


Erschienen: 29.01.2009, 16:00 Uhr, Quelle: Hardware-Mag, Autor: Patrick von Brunn

Nach dem Insolvenzantrag der Qimonda AG hat eine umfassende Bestandsaufnahme begonnen, um zügig festzustellen, in welcher Form der Geschäftsbetrieb des Unternehmens weitergeführt werden kann, so Qimonda in seiner aktuellen Presseinformation. Das Team des vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé arbeitet dazu seit Freitag unter Hochdruck mit dem Qimonda-Management zusammen. Es gibt Gespräche mit allen Beteiligten, zunächst in Bayern, Sachsen und Portugal. In mehreren Projektgruppen wird zunächst die unmittelbare Liquiditätssicherung als Voraussetzung für alle weiteren Maßnahmen geprüft. Darüber hinaus werden unterschiedliche Optionen für die mittel- und langfristige Fortführung der Geschäftstätigkeit ergebnisoffen evaluiert. Diese Optionen umfassen auch einen etwaigen Investorenprozess.

Die Mitarbeiter am Standort München wurden vom vorläufigen Insolvenzverwalter im Rahmen einer Betriebsversammlung über den aktuellen Stand informiert. Die Insolvenzgeldvorfinanzierung wird bereits auf den Weg gebracht. Anfang Februar soll es Gespräche am Produktionsstandort Porto sowie in Lissabon geben. Derzeit wird an allen Qimonda-Standorten weiter produziert. Am 23. Januar 2009 hatten die Qimonda AG und die Qimonda Dresden OHG beim Amtsgericht in München Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, die Qimonda AG wegen Zahlungsunfähigkeit, die Qimonda Dresden OHG wegen drohender Zahlungsunfähigkeit.

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Kommentare (19)Zum Thread »

1) Caliban (29.01.2009, 16:21 Uhr)
Zitat:
In mehreren Projektgruppen wird zunächst die unmittelbare Liquiditätssicherung als Voraussetzung für alle weiteren Maßnahmen geprüft.


Irre ich mich, oder gabs da nicht Zusicherungen von mehreren Seiten? Portugal, Sachsen und Infineon?

Aber, find ich gut, die Firma zu erhalten, es kann ja nicht ewig so weitergehen, dass die Chinesen sämtliche Technologien so billig einkaufen können Augen rollen

Und selbst wenn Qimonda alles Geld verpulvert reicht es ja, wenn sie die 3 Monate länger bestehen.. Denn HarzIV kommt den Staat teurer..
2) Softwarekiller (29.01.2009, 16:47 Uhr)
Das Unternehmen hat ingesamt ca. 13500 Angestellte. Es ging dabei neben den rund 500 Mio. die Portugal, Sachsen und Infineon samt Bürgschaft auf die Beine stellen wollten um zusätzliche 300 Mio. Das sind ingesamt 800 Mio. was auf jeden Mitarbeiter verteilt ca. 60 000 Euro ergibt. Ich glaube Hartz IV Empfänger bekommen auf 3 Monate gerechnet wesentlich weniger! Also vorher mal nachrechnen um was für exorbitant hohe Beträge es dabei geht, bevor man einfach mal so salop solche Behauptungen in den Raum stellt.

Zudem muss man sagen, dass es Qimonda schon ewig nicht besonders gut geht. Der Staat sollte da meiner Meinung nach für garnichts bürgen. Geschäftsmodelle entstehen und sterben. Bei der Chipproduktion gegen Asien zu konkurrieren ist einfach eine fragwürdige Sache die über kurz oder lang sowieso nicht mehr aufgegangen wäre.
3) BigWhoop (29.01.2009, 21:03 Uhr)
Ich fand die Opelrettung schon übertrieben. Wenn eine Firma so einen mist baut hat sie sich verkalkuliert und sollte vom markt gehauen werden. So wie das bei allen kleinen firmen auch wäre.

Bei Qimonda sehe ich das auch wie Softwarekiller... das ist schon JAhre nicht mehr rosig. Warum hat Infineon sich auch sonst getrennt smile Da würde ich garnichts tun.
4) Vectrafan (29.01.2009, 23:06 Uhr)
whoop informier dich erstmal bevor du hier firmen runtermachst.
opel schreibt seit 2007 wieder schwarze zahlen und braucht auch nur den staat als sicherungsgeber. solange opel lebt zahlt der staat nix.
und dafür das sie kein geld mehr bekommen haben lag nicht an opel, sondern an dem mutterkonzern gm. eine drohende insolvenz von gm hätte opel mitgerissen, deshalb war keine bank mehr bereit ihnen geld zu leihen ohne zusätzlichen sicherheiten.
5) Babe (29.01.2009, 23:29 Uhr)
Korrekt @ Vectrafan... bin mal gespannt wie das bei Qimonda ausgehen wird, aber leider hat sich das Ganze seit der Ausgliederung von Infineon ja mehr oder weniger abgezeichnet.
6) rid (30.01.2009, 07:24 Uhr)
aber nehmen wir doch mal ein anderes Beispiel: die Scheffler AG

Momentan wird ernsthaft überlegt, denen Geld zu geben und das nur, weil sie sich mit dem Kauf von Conti mal ordentlich verhoben haben...

Zur Zeit könnte man den Eindruck kriegen, dass sich jede Firma, die genügend Mitarbeiter hat, jedes Risiko eingehen könnte - der Staat wirds schon richten...
7) BigWhoop (30.01.2009, 13:22 Uhr)
Vectrafan ich hoffe dir ist klar das Opel GM gehört lol Keiner sagt das Opel selbst schlecht ist. Wenn aber falsche entscheidungen getroffen werden zieht das alles dahinter mit runter....Stichwort: Rattenschwanz

Genau so ist es rid...sowas sollte mal irgend so ne kleine firma machen wie Korthaus oder so..die sind so schnell weg das kümmert keinen.
8) Vectrafan (31.01.2009, 00:02 Uhr)
Zitat:
Original von BigWhoop
[SIZE=16]Ich fand die Opelrettung schon übertrieben. Wenn eine Firma so einen mist baut hat sie sich verkalkuliert und sollte vom markt gehauen werden.[/SIZE] So wie das bei allen kleinen firmen auch wäre.

da hast du sehr wohl behauptet das opel mist gebaut hat.

Zitat:
Original von Vectrafan
und dafür das sie kein geld mehr bekommen haben lag nicht an opel, sondern an dem mutterkonzern gm. eine drohende insolvenz von gm hätte opel mitgerissen, deshalb war keine bank mehr bereit ihnen geld zu leihen ohne zusätzlichen sicherheiten.

mutterkonzern bedeutet das sie gm gehören.
9) BigWhoop (31.01.2009, 00:44 Uhr)
GM ist Opel Augenzwinkern das muss man leider klar so sehen. Ist ja nicht so das sie eigenständig wären denn dann gäbe es das Problem nicht!
10) Caliban (31.01.2009, 13:16 Uhr)
Sagen wir mal, aufgrund der schlechten Wirtschaftslage bekommen 4000 der deutschen Qimondaangestellten keinen neuen Job.
Wohnung mit 60m² in Münchnen kostet ~1300 Euro im Monat.
Der Durchschnittsmitarbeiter hat noch eine Frau und ein Kind.
Ich komme auf 2350 Euro pro HarzIV-Empfänger und Monat.

Gut, hoffen wir, dass Qimonda mit der Bürgschaft 1 Jahr länger durchhält smile
11) Vectrafan (31.01.2009, 13:32 Uhr)
Zitat:
Original von BigWhoop
GM ist Opel Augenzwinkern das muss man leider klar so sehen. Ist ja nicht so das sie eigenständig wären denn dann gäbe es das Problem nicht!

whoop, befass dich erstmal mit wirtschaftlichen begriffen bevor du irgendwas aus der bildzeitung abschreibst. weil mit solchen saloppen aussagen schürt man panik und genau aus solch einem grund brauchte opel den staat als sicherungsgeber. ich empfehle wikipedia mal nach begriffen wie tochtergesellschaft oder konzern zu durchforsten.

@caliban
60m² kosten in münchen keine 1300€im monat selbst in den besten wohngegenden nicht.

wieso müssen die menschen immer maßlos übertreiben, nur weil sie was in ne richtung gehört haben. echt schlimm sowas heutzutage.

wenn jemand pleite gehen sollte dann infineon. so großkotzig wie die ihr going public gefeiert haben ...
12) Caliban (31.01.2009, 15:14 Uhr)
Is ja auch Schnuppe..

Ich find staatliche Bürgschaften gut, solang sie einigermaßen risikofrei sind..
Deshalb find ichs auch sehr seltsam, dass Qimonda jetzt ja trotzdem Schwierigkeiten zu haben scheint..?
13) BigWhoop (31.01.2009, 18:26 Uhr)
Zitat:
Original von Vectrafan
wenn jemand pleite gehen sollte dann infineon. so großkotzig wie die ihr going publich gefeiert haben ...


stimmt. Genau so großkotzig wie Opel auf das Geld gewartet hat. Ich sage weg mit denen.
14) Vectrafan (31.01.2009, 19:34 Uhr)
mein letzter kommentar dazu
bleib bei pc sachen bevor du irgendwas über wirtschaft sagst, die auswirkungen und zusammenhänge scheinen dir nämlich nicht klar zu sein (was ja auch nicht schlimm ist, man sollte es nur akzeptieren).
ganz zu schweigen das wir hier ein gesundes unternehmen (mit einem kranken mutterkonzern) mit einem bereits insolventen unternehmen mit ebenfalls schwer angeschlagener mutter (bzw. hauptaktionär) vergleichen.
15) BigWhoop (01.02.2009, 00:39 Uhr)
Och schade smile DAbei hat es gerade angefangen spaß zu machen rauchen
16) lazyfruit (03.02.2009, 12:34 Uhr)
Mahlzeit Jungs,

also ich kann mir jetzt auch nicht verkneifen hier meinen Senf dazu
zu geben...

1.
Wer von euch hat Qimonda Speicher im Rechner ? Ich schätze mal
die wenigsten...

2.
Wer von euch wäre bereit, mehr Geld für einen Speicher zu bezahlen
der nicht besser ist sondern nur "Made in Germany"

3.
Ich halte die Produktion eines derartigen "Massenproduktes" in D
schlicht und ergreifend nicht mehr für Sinnvoll.

In Deutschland werden Unternehmen (sinnvollerweise!) mit Umwelt- Arbeits und Sozialstandards konfrontiert welche in China/Asien schlicht und ergreifend nicht existieren, dazu mit Energiepreisen die ein vielfaches über den Chinesischen/Asiatischen (welche teilweise noch vom Staat subventioniert werden) liegen.

Es handelt sich bei Speicherchips nunmal nicht um Güter welche man zum Großteil über das "Image" verkaufen kann (wie z.B. Autos!) Während es zwischen Hyundai und Audi durchaus Mess-, Sicht- und Fühlbare Unterschiede gibt, gibt es diese Unterschiede bei Speicherbausteinen faktisch nicht. Und der Industriekunde, der mit seinen Produkten ebenfalls im Wettbewerb steht kauft bei gleichen technischen Merkmalen lieber das preiswertere asiatische Produkt um seine eigene Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden.

Punkt, Ende aus- Ich halte eine Rettung von Qimonda, egal mit welchen Geldern nicht für Sinnvoll. Sorry, auch wenn das für Qimonda Mitarbeiter hart klingen mag.

Gruss

P.S:
Man könnte natürlich einen Teil des Geldes nehmen, damit eine Auffanggesellschaft gründen und versuchen den Großteil der Mitarbeiter binnen der nächsten zwei Jahre woanders hin zu vermitteln.

Andererseits: Wenn der kleine Mittelständler mit 20 Mitarbeitern pleite geht gibt´s auch keine Auffanggesellschaft. Und das passiert täglich....

Was derzeit passiert ist einfach unvorstellbar. Konjunkturpakete, Bankenrettungspakete... Ich find´s zum Kotzen böse Geld welches wir alle irgendwann über Steuererhöhungen wieder bezahlen müssen.....Wenn´s nach mir ginge würde ich nicht einen einzigen Euro für irgendein Konjunkturpaket ausgeben. Im Gegenteil, ich würde versuchen zu sparen wo es geht um die zu erwartenden, konjunkturbedingten Steuerausfälle (die sowieso kommen werden!) teilweise aufzufangen....

Aber naja... es ist Wahljahr, die Versprechen dieses Jahres zahlen wir alle die nächsten 10-15 Jahre....
17) BigWhoop (03.02.2009, 13:54 Uhr)
Zitat:
Original von lazyfruit
2.
Wer von euch wäre bereit, mehr Geld für einen Speicher zu bezahlen
der nicht besser ist sondern nur "Made in Germany"


Eine sehr aktuelle umfrage in einem Andere forum nach genau dieser Frage "wie wichtig ist euch Made in Germany" war nur 15% unwichtig! Ich finde das sagt das aus was ich auch denke. Ich kaufe lieber was lokales auch wenn die teile von xy kommen...zusammen setzten und die qualitätstandards müssen von hier eingehalten werden smile
18) lazyfruit (03.02.2009, 15:55 Uhr)
Richtig. Ich gehöre auch zu den Leuten die für "made in Germany" bereit
sind mehr Geld auszugeben. Aber: Das Portfolio an "Endkunden" Produkten von Qimonda ist eher mager, d.h. es richtet sich eher an Industriekunden.

Und da läufts nunmal anders:
Das Endprodukt ist Made in Germany. Woher die einzelnen Bauteile kommen ist dem typischen FujitsuSiemens, Medion, PackardBell, Yakumo etc. Kunden völlig egal. Und bei dem Gelumpe was bei Mediamarkt und den diversen Discountern so verramscht wird ist jeder eingesparte Cent bares Geld.

Und hier sprachen wir jetzt nur von Arbeitsspeicher. Qimonda produziert ja noch etliche andere Speicherarten. Und bei solchen Geräten wie Handhelds, Navigationssystemen usw. schaut erst recht kein Schwein nach welche Hersteller da verbaut wurden....

Schaut einfach mal in eure Rechner. Welche Chips sind auf dem Board ? Welche Chips auf der Grafikkarte ? Ihr werdet selten was von Qimonda finden... Und Infineon wusste schon welche Teile als eigene Tochter ausgegliedert werden...

Nur zur Info mal ein Handelsblatt-Ausschnitt von 2006:

Nach der radikalen Trennung [von der Speichersparte] will sich Infineon auf das berechenbarere und profitablere Geschäft mit so genannten Logikchips konzentrieren, die in Autos, Handys, Chipkarten oder Industrieanlagen zum Einsatz kommen. Die Aufspaltung ist bereits die zweite in der Firmengeschichte. Infineon selbst war 1999 wegen seiner Krisenanfälligkeit vom Mutterkonzern Siemens abgetrennt worden und im März 2000 an die Börse gegangen. Siemens hatte in der vergangenen Woche seine restlichen Anteile an Infineon verkauft.
[Aus Handelsblatt, 30.03.2006)


Wie ihr seht wusste Siemens damals genau warum man sich getrennt hat, und Infineon wusste es ebenfalls. Billiger konnte man sich einer verlustreichen Tochter nicht entledigen. Dazu hat man auf einen Schlag 12.000 Stellen "abgebaut", und zwar ohne Abfindungen, ohne Kündigungsschutzklagen usw...

Klingt Brutal aber durchaus ein cleverer Schachzug von Infineon. Hat so ein bissel was von der damaligen Ausgliederung der Siemens Handy-Sparte...
19) BigWhoop (03.02.2009, 16:13 Uhr)
Quimondas Arbeitsspeicher war aber auch nicht gerade qualitativ hochwertig wenn nicht sogar nur 3dparty
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