NEWS / Verkauf von Qimonda-Beteiligungen kommt voran
22.06.2009 06:30 Uhr    0 Kommentare

Der Verkauf von Qimonda- Beteiligungen kommt voran. Neben der in der vergangenen Woche unterzeichneten Veräußerung der Tochtergesellschaft Qimonda Solar GmbH an ein portugiesisches Konsortium konnte mit der Qimonda Technologies (Xi´an) Co. Ltd. mittlerweile auch eine auf Forschung und Entwicklung spezialisierte Tochtergesellschaft in China verkauft werden. Weitere Beteiligungsverkäufe stehen in den nächsten Wochen an. „Auch für Betriebsteile an den Standorten München und Dresden sind Fortführungslösungen in Verhandlung“, berichtete der für die Qimonda AG, München, und die Qimonda Dresden GmbH & Co. oHG bestellte Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé heute den Gläubigern in München. Bereits in den Wochen zuvor war es gelungen, die Qimonda- Beteiligungen an der Advanced Mask Technology Center GmbH, Dresden, und an der NaMLab gGmbH, Dresden, sowie die Dresden Chip Academy an Interessenten zu verkaufen, die eine Fortführung der Aktivitäten gewährleisten.

Im Zuge des Investorenprozesses haben sich mehrere Interessenten für Teilbereiche und Betriebsteile der Qimonda-Standorte Dresden und München gemeldet. „Wir sind hier auf einem guten Weg, um Entwicklungspotenziale, Technologien und auch Arbeitsplätze zu sichern“, sagte Jaffé. Konkret nannte er dabei für München den Produktbereich „Graphics“. „Die Verhandlungen über die Fortführung mit einem neuen Investor sind hier in der finalen Phase.“ Auch für Dresden gibt es Hoffnung, ähnliche Lösungen für Teilbereiche zu finden. So sind Verhandlungen mit einem Interessenten über Verkauf und Nutzung eines Bürobaus sowie Reinraums ebenfalls schon weit gediehen. „Unsere Bemühungen, Dresden als Technologiestandort zu erhalten, laufen weiter unter Hochdruck und, zumindest was Teilbereiche angeht, durchaus mit Aussicht auf Erfolg. Sowohl im Interesse der Gläubiger, weil wir damit höhere Verwertungserlöse generieren können, wie auch im Interesse der Arbeitnehmer und der Region werden wir die sich bietenden Chancen nutzen“, berichtete der Insolvenzverwalter der Gläubigerversammlung, die ihn einstimmig bestätigte. Auch der vom Amtsgericht München eingesetzte Gläubigerausschuss wurde in seiner personellen Zusammensetzung bestätigt.

Über politische Kontakte und auf direktem Weg hatte der Insolvenzverwalter in den vergangenen Tagen und Wochen auch nochmals Versuche unternommen, mit den letzten verbliebenen Interessenten aus China und Russland hinsichtlich einer Gesamtlösung für die Qimonda-Standorte in konkrete Verhandlungen einzutreten. Bislang wurde jedoch von deren Seite keine Bereitschaft dazu signalisiert. Im Rahmen einer weltweiten Investorensuche waren über 70 potenzielle Investoren angesprochen worden, darüber hinaus gab es eine Vielzahl weiterer Kontakte. Angesichts des anhaltenden Preisverfalls auf dem Weltmarkt für Speicher-Chips und der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Perspektive zeigten sich alle Interessenten äußerst zurückhaltend. Bislang wurde kein belastbares Angebot für eine Qimonda-Gesamtlösung vorgelegt. „Wir suchen weiter das Gespräch und werden den Investorenprozess aufrechterhalten, solange bis die wesentlichen Vermögensteile verwertet sind. Potenziellen Interessenten können wir auch jetzt noch eine innovative Technologie mit Wettbewerbsvorsprung und die Basisstruktur eines internationalen Hightech-Unternehmens bieten", so Jaffé.

Derzeit sind in Dresden noch 240, in München 226 Mitarbeiter bei Qimonda beschäftigt, die neben der reibungslosen Abwicklung des Insolvenzverfahrens und der Aufrechterhaltung der betrieblichen Grundfunktionen auch den Zugriff auf das für die Realisierung potenzieller Fortführungslösungen notwendige Knowhow sicherstellen. Die industrielle Speicherchip-Produktion am Standort Dresden ruht seit dem 1. April. Die Maschinen befinden sich in einem Standby-Modus und werden weiter von Fachkräften gepflegt, um Schäden an den sensiblen Anlagen zu vermeiden. Rund 2.700 ehemalige Qimonda-Beschäftigte sind derzeit in Transfergesellschaften in München und Dresden beschäftigt.

Quelle: Hardware-Mag, Autor: Patrick von Brunn
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