AMD Athlon 64 3200+ auf dem Prüfstand


Erschienen: 28.11.2003, Autor: Patrick von Brunn
HyperTransport

Die neue HyperTransport Technologie trug eigentlich ursprünglich den Namen Lightning Data Transport oder auch LDT. HyperTransport ist genauer gesagt eine Point-to-Point Übertragungs-Technik für integrierte Schaltkreise auf zum Beispiel Motherboards. Entwickelte wurde diese Technologie von Hersteller AMD, der diese zusammen mit anderen großen und führenden Firmen aus Telekommunikation, Elektronik etc. nahezu perfektionierte. Kurz gesagt sind die Vorteile der HyperTransport Technologie folgende: Höhere Bandbreite als bei bisherigen Technologien, niedrigere Zugriffszeiten, weniger Anschlüsse benötigt bei Komponenten, was wiederum Platz- und Kostenersparnis bedeutet. Es gibt noch einige kleinere Vorteile, doch die bereits genannten, sind die wichtigsten, vor allem die erhöhte Bandbreite. Ein herkömmlicher PCI-Slot schafft es gerade einmal 133 MB/sec zu befördern. PCI-X schafft hingegen schon 1,0 GB/sec. und PCI Express wird dies noch weiter toppen, doch alle bisher genannten Technologien sind kein Vergleich zu HyperTransport, welche satte 12,8 GB/sec transportieren kann. Natürlich sind all diese Werte nur theoretisch und werden in der Praxis natürlich nur annähernd erreicht.

Unser Athlon 64 setzt ebenfalls auf die oben beschriebene HyperTransport-Technologie, welche als optimale Verbindung zwischen den einzelnen Komponenten agiert. Entwickler Nvidia macht sich diese Technik schon ein wenig länger zu Nutze, da die Verbindung zwischen North- und Southbridge auf aktuellen nForce 2 Platinen von HyerTransport übernommen wird. Die Geschwindigkeit eines so genannten HyperTransport Links bei Athlon 64 Systemen liegt bei 800 MHz, was wiederum einer Bandbreite von 6,4 GB/sec entspricht (Full Duplex = 6,4 x 2 = 12,8 GB/sec). Mit dem neuen SiS 755FX hat SiS erst vor wenigen Tagen einen Athlon 64 FX Chipsatz vorgestellt, welcher bereits mit einer Frequenz von 1.000 MHz arbeitet und somit einen deutlich höheren Datendurchsatz ermöglicht (16 GB/sec). Zurzeit gibt es aber noch Uneinigkeiten bei den Mainboard-Chip Herstellern. AMD hat seinen eigenen Chipsatz der 8000er Serie hergestellt. Dieser hat natürlich das HyperTransport Protokoll voll integriert. VIA aber nutzt zum Beispiel bei seinem AMD64 Chip (K8T800) nur bei der Northbridge-CPU Verbindung HyperTransport. Von der South- zur Northbridge hat VIA eine eigene Lösung, die sich V-Link nennt. Wie sich solche Unterschiede performant auswirken werden wir in einem später folgenden Artikel klären (bereits in Bearbeitung).

Chipsätze im Vergleich

Wie bei bisher allen Prozessor-Generation und einzelnen Serien gibt es auch beim neuen Athlon 64/FX Chipsätze von verschiedenen Herstellern. Auch AMD präsentiert uns nach langer Abstinenz wieder einen entsprechenden Controller für die eigene 64 Bit Athlon Serie. Aufgrund der veränderten Architektur des A64, welche, abgesehen vom AGP-Graphics-Controller, beispielsweise die komplette Integration der Northbridge in den Prozessor zum Inhalt hat, gibt es auch grundlegende Unterschiede zwischen den momentan verfügbaren Chipsätzen für den K8. Mit der folgenden Tabelle und den unten stehenden Erklärungen wollen wir für ein wenig Klarheit im entstandenen Chipsatz-Dschungel sorgen und die Sockel 754 Chipsätze der verschiedenen AMD-Partner auflisten.

  ALi M1687 Nvidia nForce 3 VIA K8T800 SiS 755
Sockel Sockel 754 Sockel 754 Sockel 754 Sockel 754
         
Aufbau Dual Single Dual Dual
Northbridge M1687 - VT8385 SiS 755
Southbridge M1563 Crush K8 VT8237 SiS 694
         
AGP 8x/4x 8x/4x 8x/4x 8x/4x
PCI 6 Slots 6 Slots 6 Slots 6 Slots
USB 2.0/1.1 6 Ports 6 Ports 8 Ports 8 Ports
Parallel-ATA ATA100/133 ATA100/133 ATA100/133 ATA100/133
Serial-ATA Nein Ja Ja Ja
LAN onBoard 10/100 Mbit 10/100 Mbit 10/100 Mbit 10/100 Mbit
Sound onBoard AC´97 AC´97 AC´97 AC´97
         
SB/NB-Link HyperTransport HyperTransport 8x V-Link MuTIOL 1G
NB/CPU-Link HyperTransport - HyperTransport HyperTransport

Die oben aufgeführte Tabelle soll nun für ein wenig Klarheit gesorgt haben. Wie man auch sehr schön erkennt, unterscheidet sich beispielsweise der nForce 3 Chipsatz von Nvidia sehr stark vom Rest des Feldes, da er als einziger Chipsatz im Single-Design Gewand daher kommt. So erspart sich Nvidia auf jeden Fall wichtige Latenzen und könnte hier eventuell einen kleinen Vorteil haben. Das komplette Wegfallen der externen Northbridge wurde schließlich durch die Integration des AGP-Graphics-Controllers in die Southbridge erreicht. Wir sind auf die Benchmarks gespannt, da beispielsweise VIA´s K8T800 auf den traditionellen Aufbau setzt: Southbridge-Northbridge-Prozessor. Aber auch bei diesem Design gibt es kein einheitliches Bild, da zum Beispiel nur ALi komplett auf HyperTransport setzt und SiS und VIA teilweise auf ihre eigenen Technologien (V-Link bzw. MuTIOL). Lediglich bei der Ansteuerung des Speichers konnte man sich auf ein einheitliches Verfahren einigen, welches den in den Hammer integrierten Controller zum Einsatz bringt. Ab Seite 6 werden sie mehr über die Performance des nForce 3 150 erfahren. Was der VIA K8T800 leisten kann klären wir in einem unserer kommenden Artikel. Folgend noch die Blockschaltbilder des ALi, VIA, SiS und Nvidia Chipsatz (von links nach rechts).


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