Rasend: Intel Core 2 Extreme X6800 Test


Erschienen: 03.11.2006, Autor: Patrick von Brunn
Overclocking

Grundlegend haben wir bei unseren Overclocking-Versuchen zweierlei Philosophien verfolgt: Zum Einen das Erreichen des maximal möglichen Kerntakts, egal unter welchen Bedingungen, und zum Anderen die Bestimmung der maximalen Kernfrequenz ohne das Erhöhen der Versorgungsspanung des Conroe-Kerns (Betrieb bei Standard-VID von 1,325 Volt). Bei beiden finalen Taktungen wurde zur Verdeutlichung des Performancegewinns jeweils ein Benchmark (CineBench 9.5) durchgeführt.

Wir fakelten nicht lange und starteten unser Betriebssystem mit einem Multiplikator von 12, was eine Kernfrequenz von 3,20 GHz bedeutete und problemlos und stabil betrieben werden konnte. Das Erhöhen auf FID = 13 führte hingegen zu einem Systemabsturz beim Booten von Windows XP x64 und zwang uns somit mehr Spannung (VID) zur Verfügung zu stellen: Einwandfreier Betrieb bei 3,46 GHz (13 x 266) und einer Spannung von 1,375 Volt. Unser X6800 belohnte die Aktion mit einem Score von 1129 CB-Punkten.

Wir hielten an der Strategie mit der sukzessiven Anhebung des Multiplikators fest und starteten mit "14", was aber auch bei Spannungen von über 1,45 Volt nicht stabilisierbar war - höhere Versorgungsspannungen wollten wir den 65 nm-Transistoren ohne radikalere Kühlung nicht zumuten. Somit mussten wir bei VID = 1,450 Volt den noch maximal betreibbaren Speichertakt ermitteln, der uns schließlich den maximalen Kerntakt vorgibt. Nach einigen Versuchen stand dieser auch fest: 280 MHz Bustakt im DDR2-711 Betrieb. Als finalen Wert erreichten wir im Umkehrschluss also 3,64 GHz bei moderaten 1,450 Volt und DDR2-747, was CineBench mit 1190 CB-Punkten honorierte.

High-Performance 3,64 GHz Core 2 Extreme X6800.

Verglichen mit den 961 CB-Punkten bei einer Standardfrequenz von 2,93 GHz, konnten wir das System also um satte 24 Prozenzpunkte beschleunigen. Dies war natürlich nicht ganz ohne Nebeneffekte erreichbar, da die zusätzlichen Volt und MHz erwartungsgemäß ordentlich auf die Temperaturen und Leistungsaufnahmen einwirkten: Durch Belastung ein Spitzenwert von glatt 188 Watt (+25%!) bei einer Kerntemperatur von 62° Celsius. Zwar sind die beiden Eckdaten enorm in die Höhe geschossen, im Vergleich zum E6600 jedoch human. Zur Erinnerung: Der E6600 verbrauchte bei 3,51 GHz und 1,450 Volt immerhin 212 Watt und erwärmte die Kerne auf 68° Celsius.

Aber wie sieht es aus, wenn die Spannung weiterhin brav auf "Auto" geparkt bleibt und wir den Conroe-Kern mit den übrigen Hilfsmitteln (Teiler, FSB etc.) quälen? Bei einer Standard-VID von 1,325 Volt konnten wir den X6800 von 2,93 auf 3,40 GHz portieren! Hierzu war ein Multiplikator von 12 sowie ein Bustakt von 283 MHz im DDR2-711 Betrieb erforderlich (DDR2-755 resultierend). Hiermit erzielten wir exakt 1100 CB-Punkte, was gerade in Anbetracht der Leistungsaufnahme von "nur" 165 Watt und einer Temperatur von 53° Celsius ein hervorragender Wert ist. Wir halten fest: Etwa 15 Prozent Leistungszuwachs bei lediglich 10 Prozent mehr Stromverbrauch und damit auch geschonter Stromrechnung.

Wer auf der Suche nach noch mehr Leistung ist und auch auf die Stromrechnung achtet, wird diese Variante lieben.


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