Insgesamt 16 Speicherchips vom Typ MLC (Multi-Level Cell, 20 nm Strukturbreite) sind bei unserem 480 GB Testmuster gleichmäßig auf der Vorder- und der Rückseite des PCBs untergebracht. Die von Intel selbst stammenden Chips haben dabei nicht wie sonst so oft üblich allesamt die gleiche Speicherkapazität, sondern teilen sich wie folgt auf: 14x 29F32B08MCMF2 (32 GB), 1x 29F16B08LCMF2 (16 GB) und 1x 29F64B08NCMF2 (64 GB). In Summe ergeben sich somit 528 GB. Diese stehen dem Kunden jedoch nicht vollständig für die persönliche Datenspeicherung zur Verfügung (~447 GB formatiert), da ein separater Block für "Over-Provisioning" reserviert wird – dieser dient typischerweise dem Ausgleich defekter Speicherzellen und erhöht die Lebensdauer von Solid State Drives. Das maximale Schreibvolumen gibt Intel mit satten 127,75 TBW über einen Garantiezeitraum von fünf Jahren an. Zum Vergleich: Günstige Modelle aus dem Einstiegs- und Mainstream-Segment, wie zum Beispiel die ARC 100 von OCZ, werden mit 21,9 TBW (Terabytes Written) für einen Zeitraum von drei Jahren angegeben. Eine preiswerte MX100 von Crucial erreicht immerhin 72 TBW (drei Jahre Garantie), die High-End-Modelle der OCZ Vector 150 Familie rund 91,25 TBW (fünf Jahre Garantie). Zusätzlich verbaut Intel zwei Pufferkondensatoren, die im Falle eines Stromausfalls die Versorgung noch für Bruchteile einer Sekunde aufrecht erhalten und somit einen Datenverlust verhindern sollen.
Im Gegensatz zu den SandForce-Controllern, arbeitet der Intel-Controller der SSD 730 ohne transparente Kompression der Rohdaten. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Datenrate nicht durch den möglichen Grad der Kompression der vorliegenden Daten bestimmt wird. Diese Tatsache werden wir in unseren Benchmarks (AS SSD, Seite 5) noch einmal separat verdeutlichen.
Intels SSD 730 mit 480 GB von der Rückseite.
TRIM gehört ebenso zum Repertoire der SSD 730 Familie von Chipgigant Intel. Der TRIM-Befehl ermöglicht es einem Betriebssystem der SSD mitzuteilen, dass gelöschte oder anderweitig freigewordene Blöcke nicht mehr benutzt werden. Im Normalfall vermerkt das Betriebssystem in den Verwaltungsstrukturen des Dateisystems, dass die entsprechenden Bereiche wieder für neue Daten zur Verfügung stehen; der Controller des Solid State-Laufwerks erhält diese Informationen in der Regel jedoch nicht. Durch den ATA-Befehl TRIM wird dem Laufwerk beim Löschen von Dateien mitgeteilt, dass es die davon betroffenen Blöcke als ungültig markieren kann, anstelle deren Daten weiter vorzuhalten. Die Inhalte werden nicht mehr weiter mitgeschrieben, wodurch die Schreibzugriffe auf das Laufwerk beschleunigt und zudem die Abnutzungseffekte verringert werden.
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