ARTIKEL/TESTS / ZOTAC GeForce GTX 780 im Praxistest

Technische Daten

Die ZOTAC GeForce GTX 780 mit GK110-GPU im Überblick.

Die ZOTAC GeForce GTX 780 mit GK110-GPU im Überblick.

Im Vorwort haben wir bereits kurz angedeutet, dass als Basis für die GeForce GTX 780 die schnelle GTX Titan bzw. der GK110-Grafikchip dient. Bis zur Präsentation der GTX Titan vor einigen Monaten, kam die GK110-GPU bis dato nur in Nvidias Tesla-Produkten zum Einsatz. Der rund 550 mm² große Chip basiert ebenso auf der mit der GeForce GTX 680 eingeführten Kepler-Architektur, beinhaltet aber einige Änderungen. Während Kepler bei der GeForce GTX 600er Serie auf insgesamt vier Graphics Processing Clusters (GPCs) setzte, kommt die GK110-GPU mit fünf GPCs daher. Neben jeweils einer Raster-Engine, besteht ein solcher GPC aus drei (GTX 680 nur zwei) Streaming Multiprocessor Blöcken (SMX), die die Streaming Multiprocessors (SM) von Fermi ersetzen.

Jeder SMX beherbert 192 Shadereinheiten (1D), die pro Takt eine MADD-Operation durchführen können. Bei der GeForce GTX Titan hat Nvidia 14 der insgesamt 15 physikalisch verfügbaren SMX aktiviert, woraus sich in Summe 2.688 Shadereinheiten ergeben (GTX nur 1.536). Die GTX 780 muss sich nun mit 12 der SMX begnügen und hat daher Zugriff auf insgesamt 2.304 Shadereinheiten. Abgesehen von diesen Single-Precision-ALUs (FP32), hat Nvidia auch 64 Double-Precision-Kerne (FP64) pro SMX integriert. Aufsummiert ergibt dies insgesamt 768 Einheiten. Jeder dieser SMX hat Zugriff auf 16 TMUs (Texture Mapping Units), was im Falle der GTX 780 somit 192 dieser Einheiten ergibt. Von vier auf sechs angewachsene ROP-Cluster mit jeweils acht Raster Operation Processors ergänzen die technischen Eckdaten des GK110 (siehe Tabelle unten). Für die Anbindung von GDDR5-Speicher stehen insgesamt sechs Speicher-Controller mit jeweils 64 Bit zur Verfügung, was 384 Bit gegen 256 Bit der Kepler-GPUs in den GTX 600er Modellen ergibt. Der Referenztakt beträgt weiterhin 3.004 MHz und wurde 1:1 vom großen Bruder GTX Titan übernommen.

Optisch kann man die GTX 780 kaum von einer GTX Titan unterscheiden.

Optisch kann man die GTX 780 kaum von einer GTX Titan unterscheiden.

Wie bereits oben erwähnt, basiert die GeForce GTX 780 (GK110) auf 2.304 Shadereinheiten mit einer Taktung von 863 MHz. ZOTAC setzt wie alle weiteren Board-Partner Nvidias ebenso auf diese Taktraten, weshalb in Sachen Leistung keine Unterschiede zur Konkurrenz zu erwarten sind. Daraus ergibt sich eine theoretische Rechenleistung von circa 3.977 GFLOP/s, verglichen mit 4.096 GFLOP/s der Radeon HD 7970 GHz Edition bzw. 4.500 GFLOP/s bei einer Titan. Die insgesamt 48 ROPs (6x8) erreichen eine Pixelfüllrate von satten 41.424 MPixel/s, die TMUs eine Texelfullräte von 165.696 MTexel/s – ausgehend von 863 MHz Basistakt. Die Pixelfüllrate der GTX 780 überflügelt damit die der GTX Titan leicht, da deren Basistakt bei 837 MHz und damit etwas über dem Niveau der Titan liegt.

Kommt GPU Boost 2.0 zum Tragen, wird der Takt bis zum Erreichen der maximal erlaubten Thermal Design Power (TDP) bzw. des spezifizierten Power Targets (Standard: 100%, Maximal 106%) angehoben, so dass auch die Durchsatzraten proportional steigen. Der Boost-Takt der GTX 780 beträgt glatte 900 MHz (Titan: 876 MHz), wobei es sich hierbei vielmehr um einen zu erwartenden Mittelwert handelt, da in der Praxis und abhängig von den Randbedingungen auch deutlich höhere Frequenzen erreicht werden. Bei Version 2.0 der GPU Boost Technologie wird erstmals auch die GPU-Temperatur mit in die Berechnungen einbezogen, was vor allem in Multi-GPU-Systemen die Lebenserwartung der Grafikkarten erhöhen soll.

Die Dual-Slot-Karte verfügt über die gewohnte Anschlussvielfalt.

Die Dual-Slot-Karte verfügt über die gewohnte Anschlussvielfalt.

Bei Speicherausbau und -taktung setzt die ZOTAC-Grafikkarte auf 3 GB GDDR5-Speicher, der bei 3.004 MHz arbeitet. Daraus ergibt sich am 384 Bit (6x 64 Bit) breiten Interface der GK110-GPU ein Durchsatz von 288.384 MB/s. Mehr zur 3D-Performance des Probanden erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Als TDP gibt Nvidia 250 Watt an (Power Target), so dass ein 6 Pin-PCIe- und ein 8-Pin-PCIe-Anschluss zur Versorgung sowohl ausreichend aber auch erforderlich sind. Um einn kühlen Betrieb der leistungsstarken GPU ermöglichen zu können, basiert die Kühlung auf einem Vapor-Chamber-Kühlsystem, das auf einen massiven Alu-Block mit zahlreichen Lamellen setzt. Ein 75 mm Radiallüfter saugt Frischluft aus dem Gehäuseinneren an und bläst die erwärmte Luft über das Slotblech nach außen. Die Lüftersteuerung wurde im Vergleich zur Titan überarbeitet und soll für den Benutzer wesentlich angenehmer zu Werke gehen. Ziel der Regelung ist es aber noch wie vor die GPU auf einer Temperatur von 80 Grad Celsius zu halten. Genauere Untersuchungen lesen Sie ab Seite 13.

Für den Anschluss von (3D-)Monitoren stehen zwei Dual-Link-DVI-Anschlüsse (max. 4.096 x 2.160 Bildpunkte) zur Verfügung, wobei einer davon als DVI-I ausgeführt ist und den Anschluss eines analogen Monitors erlaubt (max. 2.048 x 1.536 Bildpunkte). Des Weiteren beherbergt die Grafikkarte einen HDMI 1.4a und DisplayPort 1.2. Dank der Surround Technologie, können einzelne Nvidia-Grafikkarten auch Bilder auf mehr als zwei Monitoren darstellen – hierfür waren bei älteren Generationen in den Kepler-Vorzeiten zwei Grafikkarten notwendig. Dies gilt auch für 3D Vision Surround auf Kepler-basierten Karten. Folgend die technischen Eckdaten, verglichen mit AMDs Single-GPU Flaggschiff HD 7970 GHz Edition, im Überblick.

Hersteller Nvidia Nvidia AMD
Grafikchip GeForce GTX 780 GeForce GTX Titan Radeon HD 7970
GHz Edition
Logo
Codename GK110 GK110 Tahiti XT2
Fertigung 28 nm 28 nm 28 nm
Transistoren ca. 7,1 Mrd. ca. 7,1 Mrd. ca. 4,31 Mrd.
Shader-Einheiten 2.304 (1D) 2.688 (1D) 2.048 (1D)
Chip-Frequenz 863 MHz 837 MHz 1.000 MHz
Boost-Frequenz 900 MHz 876 MHz 1.050 MHz
Rechenleistung 3.977 GFLOP/s 4.500 GFLOP/s 4.096 GFLOP/s
ROPs 48 48 32
TMUs 192 224 128
Pixelfüllrate 41.424 MPixel/s 40.176 MPixel/s 32.000 MPixel/s
Texelfüllrate 165.696 MTexel/s 187.488 MTexel/s 128.000 MTexel/s
Speicher-Frequenz 3.004 MHz 3.004 MHz 3.000 MHz
Speicher-Interface 384 Bit 384 Bit 384 Bit
Speicher-Bandbreite 288.384 MB/s 288.384 MB/s 288.000 MB/s
Speicher-Volumen 3.072 MB GDDR5 6.144 MB GDDR5 3.072 MB GDDR5
Shader-Model / DX 5.1 / DX11 5.1 / DX11 5.1 / DX11.1
Multi-GPU SLI SLI CrossFireX
Stromsparmechanismus
Die Rückseite der ZOTAC GeForce GTX 780.

Die Rückseite der ZOTAC GeForce GTX 780.

Autor: Stefan Boller, Patrick von Brunn
Sapphire NITRO+ RX 7900 GRE im Test
Sapphire NITRO+ RX 7900 GRE im Test
NITRO+ RX 7900 GRE

Mit der AMD Radeon RX 7900 GRE hat eine bisher als OEM-Variante vertriebene GPU nun den offiziellen Weg in den Handel gefallen. Passend zum Marktstart haben wir uns die Sapphire NITRO+ RX 7900 GRE im Test angesehen.

KFA2 GeForce RTX 4080 SUPER SG im Test
KFA2 GeForce RTX 4080 SUPER SG im Test
KFA2 RTX 4080 SUPER SG

Die GeForce RTX 4080 SUPER SG von KFA2 kommt mit 1-Click OC und einer wuchtigen Kühlung im Quad-Slot-Design inkl. RGB-Beleuchtung. Wir haben uns den Boliden im Praxistest ausführlich zur Brust genommen.

ZOTAC RTX 4070 Ti SUPER Trinity Black Test
ZOTAC RTX 4070 Ti SUPER Trinity Black Test
Trinity Black Edition

ZOTAC bietet mit der Trinity Black Edition ein Custom-Design der GeForce RTX 4070 Ti SUPER an, die erst kürzlich von Nvidia vorgestellt wurde. Wie sich die extravagante Grafikkarte im Test schlägt, lesen Sie hier in unserem Review.

INNO3D RTX 4080 SUPER iCHILL Frostbite
INNO3D RTX 4080 SUPER iCHILL Frostbite
INNO3D RTX 4080 SUPER iCHILL Frostbite

Mit der GeForce RTX 4080 SUPER iCHILL Frostbite von INNO3D haben wir heute ein Custom-Design für Systeme mit Wasserkühlung im Test. Der Hersteller arbeitet zu diesem Zweck mit Alphacool zusammen. Mehr in unserem Review.