ARTIKEL/TESTS / 5 aktuelle Gaming-Tastaturen im Vergleich
Lieferumfang

  • Microsoft Reclusa Tastatur
  • Handballenauflage
  • Treiber-CD
  • Kurzdokumentation
  • Quick Start Guide
Ausstattung

Da sich Razer seit geraumer Weile im Gamer-Segment bewegt, hat man sich bei Microsoft kurzerhand entschlossen, dieses erfahrene Team als Unterstützung ins Boot zu holen. Nachdem man bereits erfolgreich die Microsoft Gamer-Maus Habu entwickelte, folgte eine Weile später die Microsoft Gaming-Tastatur Reclusa. Deren Name hat eher etwas mit der romanischen Bezeichnung von Einsiedlern zu tun (reclusus / reclusa), wird allerdings auch bei der Einsiedlerspinne (Loxosceles reclusa) verwendet und spiegelt so in gewisser Weise die Razer-typische Tastatur-Namensgebung wider. Am Markt erhältlich ist diese Tastatur schon seit circa einem halben Jahr, dennoch passt sie exzellent in unseren Spielbretter-Vergleich. Auch sie muss mehr können, als nur professionellen oder gelegentlichen Spielern einen passenden Untersatz zu gewährleisten. Ebenso sollte sie zusätzlich den täglichen Anforderungen des Alltagseinsatzes genügen, somit also auch Office-tauglich sein.

Im Karton der Reclusa erwarten den Käufer keine großen Überraschungen und so findet man neben dem Keyboard und der gummierten Handballenauflage nur noch die obligatorische Treiber-CD, eine Kurzanleitung und einen Quick-Start-Guide vor. Optisch gesehen setzt man hier auf ein eher konventionelles Tastenlayout und hat zudem alles etwas runder gehalten als Razer bei seiner eigenen Tastatur. Über den normalen Tastenfeldern findet man eine deutlich erhobene Abdeckung in Klavierlack-Optik vor, unter der sich im rechten Viertel die Anzeigen für Rollen sowie Num- und Caps-Lock verstecken. Leider wurde die Abdeckung so gestaltet, dass die Halterungen dafür deutlich in Form von Öffnungen sichtbar sind. Weiterhin sitzt sie auch nicht allzu fest und kann deutlich hin- und hergerückt werden. Die optional zu benutzende gepolsterte Handballenauflage kommt auf den ersten Blick sehr angenehm daher, leider ist auch diese nur mangelhaft befestigt. Der Grund dafür ist ebenfalls einfach zu finden. Die Halterungsspangen, mit denen die Auflage an der Tastatur befestigt wird, sind nur minimal federnd ausgeführt und somit hat pro Seite immer nur eine der beiden Halterungsnasen Kontakt in der dafür vorgesehenen Buchse, die andere hängt dann quasi frei in der Luft. Bei stärkeren Bewegungen oder beim Anheben der Tastatur winkelt sich die Auflage ab und muss unter gewissen Umständen sogar neu eingesetzt werden. Eine breitere Lösung, die mehr federt, dann aber korrekt sitzt, wäre hier besser gewesen.

Die insgesamt 115 Tasten wurden, abgesehen von den ganz außen befindlichen L4/5- und R4/5-Tasten sowie den Drehreglern, in schwarzer Hammerschlagoptik gehalten und der Rest in mattem Anthrazit. Die eigentlichen Tastenfelder sowie der Ziffernblock wurden im Standardlayout angeordnet. Weiterhin befinden sich drei normal große Zusatztasten an jeder Seite sowie weitere zwei, hier jedoch eingelassen in die Oberfläche, ganz am jeweiligen Rand. Diese lassen sich über die Software gänzlich frei programmieren, weisen jedoch schon von Haus aus zum Beispiel die Zeichen für Startseite, Mail-Programm, Play/Pause oder Close/Eject auf, was eine andere Belegung eventuell etwas gewöhnungsbedürftig machen könnte. Weiterhin störend ist die räumlich gesehen zu nahe Anordnung an den üblichen Tasten wie Shift oder Tabulator. Verwechslungen und ungewollte Öffnungen von Programmen sind in der Gewöhnungszeit leider an der Tagesordnung. Über diesen Tasten findet man links als auch rechts einen Drehregler (Jog Dial), der in beide Richtungen unendlich weit drehbar gelagert ist. Mit ihnen kann man zum Beispiel die Lautstärke, den Scrollbalken oder auch den Zoom in gewissen Anwendungen steuern. Die Rasterung dieser Regler arbeitet an sich recht präzise, jedoch hat man zwischen den Rastpunkten ein doch recht großes Spiel, was in Kombination mit den recht wackelig angebrachten Reglern zu einem Punktabzug führt. Die normalen Tasten hingegen arbeiten allesamt sehr angenehm, sind weitestgehend gleich groß und wie üblich leicht abgestuft angeordnet. Die Leertaste macht hier jedoch eine Ausnahme und steht etwas höher als die in gleicher Linie befindlichen Tasten. Leider sind auch hier einige vereinzelte Tasten etwas wackelig befestigt, so zum Beispiel die Cursor-Tasten, die etwas strammer sitzen könnten. Im Gegensatz zur Razer Tarantula hat man hier links und rechts vollwertige Windows-Tasten eingebaut. Mit einer Breite von 551, einer Tiefe von 236 (265 mit Handballenauflage) und einer maximalen Höhe von 61mm mit ausgeklappten Standfüßen baut sie zudem wuchtiger auf als der Kollege von Razer.

Mit Hilfe der Software von Razer lässt sich jede der Zusatztasten inklusive der Drehregler über die Funktion der Makrobelegung mit bis zu acht Tastenbefehlen belegen. Ebenso lässt sich eine zeitliche Verzögerung der Eingabe einstellen, welche die Werte 50, 100, 150 und 200 ms annehmen kann. Über die Funktion der Nutzerprofile, wovon insgesamt fünf festgelegt werden können, lassen sich wieder unterschiedliche Belegungen für festgelegte Anwendungen definieren. Für die Medienwiedergabe baute man werksseitig gleich die Unterstützung für den Windows Mediaplayer, iTunes, RealPlayer und WinAmp ein. Die Standardbelegung bei Auslieferung ist im Großen und Ganzen praktisch gewählt und weist neben der Medienwiedergabe das Öffnen des DVD-Laufwerks, eine Copy&Paste-Funktion sowie den E-Mail-Programmstart und Browser-Funktionen auf.

Darüber hinaus ist die Tastatur an der Rückseite ebenfalls mit zwei USB-Anschlüssen ausgestattet, wovon sich einer links und einer rechts befindet, die allerdings wieder nur den USB 1.1-Standard unterstützen. Des Weiteren unterliegt man auch hier der Auflage, nur Low-Power-Geräte bis 100 mA anschließen zu können. Selbst Sticks, die sich mit 100 mA begnügen, können also nur einen Bruchteil ihrer Leistung ausfahren.

Funktion
Goldkind: Der von Razer gewohnte vergoldete USB-Stecker findet sich auch bei der MS

Goldkind: Der von Razer gewohnte vergoldete USB-Stecker findet sich auch bei der MS

Natürlich waren wir auch hier gespannt, wie sich die Tastatur von Microsoft im Praxistest schlagen wird. Um wieder eine direkte Vergleichbarkeit anzustreben, hatten wir auch die Reclusa über einen längeren Zeitraum im Test und hier offenbarten sich keinerlei negative Aspekte. So stellte sich weder ein veränderter Anschlag noch eine übermäßige Abnutzung der Tasten ein. Ergonomisch betrachtet ist die Reclusa durchaus gelungen, denn die Tasten lassen sich angenehm bedienen und die Hände ruhen gut gepolstert auf der Ablage, wenn man sie denn nutzt. Aufwändigere Texte stellten kein Problem dar und das Schreiben ging gewohnt flott über die Bühne. Allerdings ist auch hier etwas Eingewöhnungszeit von Nöten, was insbesondere durch den zu nahen Zusatztasten geschuldet ist.

Autor: Jochen Schembera
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