ARTIKEL/TESTS / Auf dem Prüfstand: Prescott 2,8-3,2 GHz
Preis/Leistung

Ein sehr wichtiger und nicht zu verachtender Punkt ist die Preis/Leistung bzw. das dazwischen herrschende Verhältnis. Zu diesem Zweck haben wir eine kleine Übersicht aller an diesem Artikel teilgenommenen Prozessoren erstellt, welche diese prozentual nach Preis und Leistung aufschlüsselt.

Prozessor Preis Preis (%) Leistung (%)
Athlon XP 3200+ 200 Euro 100 % 100 %
Pentium 4 E 2,8 GHz 200 Euro 100 % 110 %
Athlon 64 3200+ 300 Euro 150 % 114 %
Pentium 4 E 3,0 GHz 250 Euro 125 % 121 %
Pentium 4 C 3,2 GHz 450 Euro 225 % 127 %
Pentium 4 E 3,2 GHz 350 Euro 175 % 130 %
Pentium 4 EE 3,2 GHz 900 Euro 450 % 136 %
Pentium 4 EE 3,4 GHz 1.000 Euro 500 % 140 %

Fazit

Geteilter Meinung kann man über den Prescott ohne Zweifel sein, denn eingeschlagen haben die Benchmarks auf voller Breite sicher nicht. Was man aber nicht vergessen darf, der Prescott hat eine um einiges längere Pipeline und kann in fast allen Benchmarks mit dem 3,2 GHz Northwood mithalten, was an der um einiges verbesserten Sprungvorhersage und dem Prefetch liegt. Dadurch hat Intel einen Prozessor im Feuer der bei gleichem Takt gleiche oder sogar teils bessere Leistung liefert und zudem die Möglichkeit bietet sehr schnell auf Konurrent AMD durch einfache Taktsteigerungen zu reagieren.

Der Test mit dem neuesten Mainconcept Encoder zeigt, zu was der SSE3 Befehlssatz in der Lage ist und welche Performanceanstiege zu erwarten sind, wenn erstmal die Mehrzahl der Programme diese unterstützen. Intel hat mit dem Prescott einen Prozessor geschaffen der in Multimedia Anwendungen, Audio- und Videobearbeitung neue Maßstäbe setzt, allerdings im Anwendungsgebiet Spiele dem Athlon 64 oftmals nicht das Wasser reichen kann und sich sogar teils dem alten Northwood unterwerfen muss. Intel vorwerfen, man hätte nicht aus den Fehlern bei der Einführung des Willamette gelernt, kann man jedenfalls nicht, denn trotz einer längeren Pipeline hat man große Anstrengungen unternommen, um die Pro-Takt-Leistung nicht extrem abfallen zu lassen. Richtig auszählen wird sich die nun eingeführte Architektur des Prescott aber erst bei höheren Taktraten, ähnlich wie bei den Northwood Prozessoren.

Zu hoffen bleibt, dass sich die großen Leckströme endlich in den Griff kriegen lassen, denn die Verlustleistung des Prescott liegt einfach zu hoch, im Vergleich kommt ein AMD Athlon 64 durch SOI mit wesentlich weniger Verbrauch aus. Abschließend lässt sich sagen, dass sich Intel mit dem Prescott noch weiter in den Bereich der Audio/Video-Bearbeitung und Office-Anwendungen verschoben hat, will man gerade in diesem Bereich arbeiten (Videocodierung, Rendering) dann ist der Prescott abgesehen der teuren Extreme Edition quasi konkurrenzlos. Bei Spielen ist man im Moment mit dem Athlon 64 besser beraten, obwohl einige Spiele den Intel- und andere Spiele den AMD-Prozessoren besser liegen, fehlt dem Prescott hier die Konstants. Wir wollen doch nun erst einmal den Sockel 478 Prescott "landen" lassen und eventuell auf der diesjährigen CeBIT schon etwas mehr über den Grantsdale und LGA755 erfahren. Wir sind gespannt!

Preislich dürfte der Prescott vor allem für diejenigen interessant werden, die sich keine Extreme Edition leisten wollen. Interessant wird der Prescott auf jedenfall, denn selbst das mit 3,4 GHz größte Prescott-Modell wird in Deutschen Shops zum Preis ab 450 Euro zu finden sein und kosten damit etwa die Hälfte dessen, was man bisher für die Topmodelle des Northwood Extreme Edition bezahlen musste. Somit ist man ganz klar auf Kampfkurs gegen AMD.

Autor: Pascal Heller
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