ARTIKEL/TESTS / WD Blue PC SSD mit 250 GB im Test
Western Digital WD Blue 250 GB
Die Ausstattung und die technischen Daten der WD Blue erinnern stark an die SanDisk X400-Familie.

Die Ausstattung und die technischen Daten der WD Blue erinnern stark an die SanDisk X400-Familie.

Die Blue-Serie von WD ist speziell als SSD für den Einsteiger gedacht und soll mit einem attraktiven Preis/Leistungs-Verhältnis punkten. Als Herzstück der Familie fungiert ein Marvell-Controller (88SS1074), der vier Kanäle für die Anbindung von NAND-Flash parat hat und den SATA3-Standard mit 6 Gbps unterstützt. Dieser Controller wird beispielsweise auch bei der X400-Familie von SanDisk (Test) verwendet – SanDisk gehört wie WD zur Western Digital Corporation. Marvells 88SS1074 unterstützt prinzipiell auch verschiedene Verschlüsselungstechnologien, jedoch hat WD davon abgesehen, diese bei der Blue dem Kunden zugänglich zu machen – im Einsteiger-Segment sicherlich auch nicht notwendig. Der DEVSLP-Stromsparmodus ist mit an Bord. Mittels der nCache-2.0-Technologie wird bei der X400 von SanDisk ein Pseudo-SLC-Zwischenspeicher aufgebaut, um die Geschwindigkeit von TLC-NAND zu erhöhen. Dabei werden ein Teil der TLC-Speicherzellen im SLC-Modus (1 statt 3 Bit) betrieben und damit als schneller Zwischenspeicher verwendet. Dadurch wird eine hohe Spitzenperformance bei Bursts erreicht, längere Schreibvorgänge lassen die Performance dann aber einbrechen, da der Zwischenspeicher zunächst zurückgeschrieben werden muss, was sonst in Zeiträumen ohne Schreiblast geschieht. WD bewirbt zwar aktiv keine solche Technologie, doch ist davon auszugehen, dass auch bei der Blue vergleichbar gecached wird. Die Größe richtet sich dabei nach der Gesamtgröße des Drives.

Der Marvell-Controller arbeitet ohne transparente Kompression der Rohdaten. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Datenrate nicht durch den möglichen Grad der Kompression der vorliegenden Daten bestimmt wird (siehe SandForce-Controller). Diese Tatsache werden wir in unseren Benchmarks (AS SSD) auf den folgenden Seiten noch einmal separat verdeutlichen. Flankiert wird der Controller von einem DRAM-Cache, der von Micron stammt. Dessen Fassungsvermögen skaliert mit dem Speichervolumen der SSD.

Das PCB der WD Blue in M.2-Ausführung ist lediglich einseitig bestückt, wodurch das Laufwerk mit 1,5 mm Höhe besonders flach ist. Die 2,5-Zoll-Varianten sind in einem 7 mm hohen Gehäuse untergebracht worden und auch problemlos für den mobilen Einsatz tauglich. Bei den verbauten Speicherchips handelt es sich um 15-nm-TLC-NAND-Flashes aus dem Hause SanDisk. Bei unserem Testmuster sind insgesamt 256 GB Flash-Speicher verbaut. Diese stehen dem Kunden jedoch nicht vollständig für die Datenspeicherung zur Verfügung, da ein separater Block für "Over-Provisioning" reserviert wird – dieser dient typischerweise dem Ausgleich defekter Speicherzellen und erhöht die Lebensdauer von Solid State Drives. Bezüglich der Zuverlässigkeit gibt der Hersteller bis zu 400 TBW (Terabytes Written) an, was leicht über den Werten der X400 von SanDisk liegt. Dieser Wert skaliert allerdings abhängig vom Gesamtvolumen der SSD (siehe Tabelle auf Seite 3).

Im Inneren arbeitet ein Marvell-88SS1074-Controller, der von einem Micron-DRAM-Cache flankiert wird.

Im Inneren arbeitet ein Marvell-88SS1074-Controller, der von einem Micron-DRAM-Cache flankiert wird.

TRIM gehört ebenso zum Repertoire der Blue-Familie aus dem Hause WD. Der TRIM-Befehl ermöglicht es einem Betriebssystem der SSD mitzuteilen, dass gelöschte oder anderweitig freigewordene Blöcke nicht mehr benutzt werden. Im Normalfall vermerkt das Betriebssystem in den Verwaltungsstrukturen des Dateisystems, dass die entsprechenden Bereiche wieder für neue Daten zur Verfügung stehen; der Controller des Solid-State-Laufwerks erhält diese Informationen in der Regel jedoch nicht. Durch den ATA-Befehl TRIM wird dem Laufwerk beim Löschen von Dateien mitgeteilt, dass es die davon betroffenen Blöcke als ungültig markieren kann, anstelle deren Daten weiter vorzuhalten. Die Inhalte werden nicht mehr weiter mitgeschrieben, wodurch die Schreibzugriffe auf das Laufwerk beschleunigt und zudem die Abnutzungseffekte verringert werden.

WD spendiert seinen SSDs natürlich auch ein passendes Tool zur Diagnose, Wartung und Aktualisierung seiner Drives. Wenig verwunderlich ist auch hier, dass das "WD SSD Dashboard" prinzipiell dem "SanDisk SSD Dashboard" unübersehbar gleicht.

Autor: Patrick von Brunn, Stefan Boller

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